Da stimmt die Chemie: Benzol statt Benzin

Die Aufhebung der Subventionen im Iran ist von einer Erhöhung einiger wichtiger Preise begleitet.
Hier eine Übersicht:

Das Fladenbrot Lawasch kostete bisher 30 Tuman das Stück, jetzt 57 Tuman.
Für ein Kilo Mehl zahlte der Bäcker bisher 7,5 Tuman, jetzt zwischen 280 und 300 Tuman.
Ein Kubikmeter Wasser steigt (von welchem Preis?) auf 250 Tuman (Privathaushalte) bis 400 Tuman (Industrie).
Eine Kilowattstunde Strom steigt von 7,5 Tuman auf 22 Tuman.

Diesel, Benzin, Benzol
Ein Liter Diesel steigt von 16 Tuman auf 150 Tuman (für eine monatliche Tankfüllung von 60 Litern), alles, was darüber benötigt wird, kostet 350 Tuman pro Liter.
Ein Liter Benzin kostete bisher 100 Tuman (rationiert, 60 Liter im Monat), darüber hinaus musste man 400 Tuman pro Liter zahlen. Der neue Preis: 400 Tuman pro Liter (rationiert, 60 Liter im Monat), darüber hinaus 700 Tuman pro Liter.
Damit können sich viele Bürger nicht mehr leisten, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Die Alternative, statt dessen öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, besteht für viele nicht, weil keine Verbindungen existieren.


Statt Opium fürs Volk – Benzol fürs Volk

Um die Unzufriedenheit kurzfristig zu dämpfen, hat die iranische Regierung deshalb beschlossen, kurzfristig die Benzol-Fraktion der Petrochemie abzuzweigen und als Treibstoff zu verkaufen. Das führt dazu, dass die ohnehin schon tödliche dicke Luft in Teheran und anderen Städten noch verrußter wird. Hinzu kommt, dass Benzol längst als Gift eingestuft und als krebserregend bekannt ist. Bei 2 % Luftvolumenanteil Benzol in der Atemluft kommt es nach 5 bis 10 Minuten zum Tod. Zwischen einem Luftvolumenanteil von 1,4 bis 8 % bildet Benzol explosive Gemische. Es muss bei 15 °C bis 25 °C gelagert werden. Die Temperaturen lassen sich bestenfalls im Winter einhalten.

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