Iran: Der große Sprung nach vorne


Islamische Republik Iran – Ruinierte Islamische Republik

Es gibt Menschen, in deren Haut möchte man nicht stecken. Zum Beispiel in der Haut eines Diktators oder Möchtegern-Präsidenten wie Ahmadineschad. So ein richtiger Diktator ist er ja noch nicht, da reden ihm noch zu viele drein. Da sind die Ajatollahs mit ihren schwarzen und weißen Turbanen, da ist die Bevölkerung, die schon wieder meint, sie sei das Volk, und er kann sie nicht einmal abwählen.

Wenn man also die Macht nicht freiwillig abgeben will, aber auch nicht die leiseste Vorstellung hat, wie man dem Volk etwas bieten könnte, damit es still hält, bleibt nur der Mut zum Risiko.

Also her mit der Atombombe, die man angeblich nicht will, her mit den neuen Trägerraketen, die für die friedliche Nutzung der Atomenergie – übrigens ein Menschenrecht, falls das noch jemand nicht wusste – benötigt werden. Dann noch schnell den Außenminister abgesetzt, der sich gerade in Senegal auf Dienstreise befindet, und mit einem Schlag hat man auch noch den Obersten religiösen Führer und das Parlament gegen sich.

Dazu noch eine gesalzene Preiserhöhung für Strom und Benzin, für Wasser und Brot – wir sehen, selbst die Gefängniskost wird mittlerweile unerschwinglich. Da sollte man doch meinen, bald muckt das Volk auf. Und um den nachzuhelfen, schnell noch elf provokative öffentliche Hinrichtungen von Balutschen in Sahedan (Zahedan), eine weitere im Zentralgefängnis von Qaswin …


Hinrichtung im Iran

Ahmadineschad scheint geradezu auf die Proteste zu warten. Denn er setzt zum Großen Sprung an: Danach kann er den Ausnahmezustand verhängen, das Parlament auflösen, die Ajatollahs auf ihr Altenteil setzen, und endlich gehört die ganze Macht den Pasdaran allein.

Ob es statt einem Großen Sprung ein Großer Schlag ins Wasser wird, wird sich zeigen. Die Vorbereitungen hat er jedenfalls getroffen.

Das ist die eine Version.

Eine andere Version freilich muss ohne Ahmadineschad auskommen. Die Alternative bestände darin, dass die sogenannten Reformer aus dem Gefängnis freigelassen werden, also diejenigen, die die Islamische Republik beibehalten wollen. Ahmadineschad könnte sich dann zurückziehen, ohne eine Hinrichtung befürchten zu müssen, Mussawi, Rafsandschani und Co. könnten dann die Amtsgeschäfte übernehmen und Ajatollah Chamenei macht den Platz frei für einen jüngeren Nachfolger.

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