Flugzeugabsturz im Iran und Ursachenforschung


Am gestrigen Sonntag, den 9.01.2011, ist im Iran eine Boeing 727 abgestürzt. Sie befand sich mit über einhundert Passagieren an Bord auf dem Weg von Teheran nach Urumiye, Nordwestiran. Noch bevor Rettungskräfte eintrafen, half die lokale Bevölkerung vor Ort und versuchte, Verletzte zu bergen. Über 77 Menschen sind nach letzten Nachrichten gestorben, 27 weitere wurden verletzt, sechs davon schwer.

Das staatliche Fernsehen ließ die Angehörigen und die Öffentlichkeit lange im Ungewissen und brachte die Meldung über den Flugzeugabsturz und die Anzahl der Toten erst ca. 8 Stunden später, während ausländische Medien schon nach etwa einer Stunde berichteten.

Worüber sie nicht berichteten, war das, was im Iran allgemein bekannt ist: bei den iranischen Fluglinien kommen Flugzeuge aus amerikanischer Produktion zum Einsatz. Sie sind veraltet, werden schlecht gewartet und haben aufgrund jahrelanger Embargos Probleme bei der Versorgung mit Ersatzteilen. Diese Situation hat sich insbesondere nach den jüngsten Sanktionen seitens des Sicherheitsrates vom 9. Juni 2010 weiter verschärft, nachdem selbst aus Ländern wie der Türkei oder Pakistan die Ersatzteillieferung kaum noch möglich ist.

Eine SMS mit einem groben Scherz macht derzeit im Iran ihre Runde: Dort wird behauptet, dass der Pilot, und nur der Pilot, an dem Unglück Schuld sei, weil er es versäumt habe, ein Bild von Ahmadinejad im Cockpit aufzuhängen. (Anm.: Das verweist ironisch auf Ahmadinejads Lösung für alle Probleme: da er jederzeit vom 12. Imam Mahdi beschützt werde, gelte das auch für all diejenigen, die ein Bild von ihm, Ahmadinejad, mit sich trügen.)

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