Tunesien – ein Nachbeben der Grünen Bewegung im Iran?

In den letzten Tagen wurde seitens der Regierung ein Erlass herausgegeben, nach dem es sämtlichen Medien im Iran, egal ob Zeitschriften, Fernsehen, Radio oder Webseiten, verboten, frei über die Vorgänge in Tunesien zu berichten. Jede Nachricht muss genehmigt werden. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA veröffentlichte lediglich ein paar Sätze dahingehend, dass es einen Wechsel des tunesischen Staatspräsidenten gegeben hat. Genau solche Erlasse bestehen hinsichtlich der Berichterstattung über die Grüne Bewegung und Politiker wie Karroubi, Mussawi und andere bekannte Oppositionsführer im Ausland, kurz: über „die Aufrührer“.


Demonstrationen in Tunis, 27.12.2010


Festgenommene Milizen nach der Flucht des tunesischen Präsidenten

Nichtsdestotrotz ist der Umsturz in Tunesien DAS Gespräch auf der Straße, im Taxi oder in der Metro, beim Einkaufen, etc. Ständig werden die neuesten Nachrichten ausgetauscht und diskutiert. Die Menschen interessieren sich für die Fragen, wie es dazu kommen konnte, wie es weitergeht, warum Ben Ali gezwungen war, das Land zu verlassen. Und man fragt, warum man im Iran noch nicht dazu in der Lage war, einen Wechsel herbeizuführen. Die Studenten und Intellektuellen bezeichnen bei solchen Diskussionen die Grüne Bewegung im Iran als Erdbeben und das, was derzeit in Tunis zu beobachten ist, als ein Nachbeben ein.

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