Archiv für Januar 2011

Iran: Frauen bei der Arbeit


von wegen Idylle auf dem Land

Die iranische Webseite Tabnak gab am 30. Dezember 2010 einen zusammengefassten Bericht der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA wieder, der sich mit dem Arbeitsalltag von Frauen beschäftigt, deren Ehemann nicht mehr lebt oder keinen Unterhalt leistet, zum Beispiel weil er drogensüchtig ist. Nach staatlichen Angaben gibt es im Iran mindestens anderthalb Millionen Drogensüchtige, immerhin ist das Land mit Afghanistan benachbart, dem größten Opiumanbauer der Welt.


Der Pick-Up bringt die Frauen zur Arbeit

Eine Frau berichtet, dass sie zur Ernährung ihrer Schulkinder jeden Morgen mit dem Pick-Up aufs Baumwollfeld muss, um mit dem Pflücken der Baumwolle – eine Knochenarbeit – ihre Familie schlecht und recht über Wasser zu halten. Sie kann nicht einmal zum Arzt, obwohl sie starke Schmerzen an den Knien hat und ihre Beine angeschwollen sind. Sie berichtet von einer Bekannten, die das Geld für die Aussteuer ihrer Tochter und für ihr kleines Kind benötigte und keine Arbeit fand, so dass sie keinen anderen Ausweg hatte, als durch Schmuggel ihr Geld zu verdienen. Ein gefährlicher Job, weshalb man diese Leute im Persischen als „Fallschirmspringer“ (Tschatr-Bas) bezeichnet. Und als die Frau dabei ums Leben kam, hatte das für ihre Tochter und das kleine Kind katastrophale Folgen, die hier allerdings nicht im Detail geschildert werden.

betende Erntearbeiterin

Die Frau, die mit anderen Schicksalsgenossinnen auf dem Baumwollfeld arbeitet, erzählt, dass sie sich bei der Heirat etwas anderes vorgestellt hatte als das.


Das Leben voll Arbeit steht ihr ins Gesicht geschrieben


Die Frau trägt selbst gestrickte, langärmlige Handschuhe, die die Fingerspitzen freilassen – sonst ist sie nachher ganz zerkratzt


Mundschutz gegen den Staub

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