Teheran: Spanischer Konsul 4 Stunden in Haft

Einmal mehr beweisen die iranischen Revolutionswächter und ihre Ajatollahs, dass ihnen geltende Gesetze und internationale Abkommen völlig gleichgültig sind. Am 14. Februar 2011 (dem 25. Bahman nach dem iranischen Kalender), machte der spanische Konsul Ignacio Pérez-Cambra zusammen mit dem spanischen Botschafter in Teheran einen Spaziergang durch die Revolutionsstraße (Chiyabane Enqelab). Dann begleitete er den Botschafter zu seiner Residenz und wurde vom Chauffeur des Botschafters zu seinem Büro gefahren. Kaum war er aus dem Auto ausgestiegen, wurde er von neun Beamten in Zivil umringt, die ihn zwangen, wieder ins Auto einzusteigen. Drei Polizisten stiegen dazu und nötigten den Chauffeur, zur Polizeiwache am Vali-Asr-Platz zu fahren. Den Hinweis des Konsuls, dass er diplomatischen Schutz nach des Wiener Abkommens genieße, ignorierten die Beamten. Auf der Fahrt zur Polizeiwache erhielt der Konsul mehrere Anrufe, u.a. von seiner Frau, die er von seiner Festnahme informieren konnte. Es gelang ihm noch, den spanischen Botschafter anzurufen und ihm Bescheid zu geben, dann wurde ihm verboten, das Handy weiter zu benutzen. Der Konsul wurde im vierten Stock der Wache eingesperrt, ebenso der Chauffeur, der bis dahin als Dolmetscher fungiert hatte. Als ein Oberst der Polizei den Konsul aufforderte, ihm das Handy zu geben, lehnte Ignacio Pérez-Cambra ab, wurde dann aber von einem grobschlächtigem Herrn bedroht, so dass er es vorzog, das Handy zu übergeben. Vorher setzte er aber ein Sicherheitsprogramm in Gang, das die Polizisten nicht knacken konnten, so dass sie dem Handy keine Informationen entnehmen konnten. Nach drei Stunden Inhaftierung erschien ein Protokollbeamter. Später wurde dem Diplomaten mitgeteilt, dass er gehen könne, aber die Polizisten weigerten sich, ihm das Handy herauszugeben. Darauf blieb der Konsul da und verhandelte solange, bis ihm das Handy wieder ausgehändigt wurde.
Das spanische Außenministerium hat den iranischen Botschafter in Madrid vorgeladen, um gegen die Behandlung zu protestieren. Die spanische Außenministerin Trinidad Jiménez hat der iranischen Regierung zwei Tage Zeit gegeben, sich für den Vofall zu entschuldigen.
Es wird sich zeigen, ob die Europäische Gemeinschaft ihren Namen wert ist und auch die anderen Regierungen scharf auf diese Rechtsverletzung reagieren werden oder ihre Geschäftchen mit den Herrschern vorziehen.

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