Mussawi und Karubi in Haft, Massendemonstrationen im Iran


Vor den Demonstrationen – die Stadtverwaltung sammelt die Müllcontainer ein, die von den Regimegegnern gern in Brand gesetzt werden, um mit dem Rauch die Wirkung des Tränengases abzuwehren

Seit Samstag, den 26. Februar 2011, gab es von den Oppositionskandidaten Mirhossein Mussawi und Mehdi Karubi keine Nachricht mehr. Am Sonntag wurde bekannt, dass die beiden Männer und ihre Ehefrauen Sahra Rahnaward bzw. Fateme Karubi in der Heschmati-Kaserne in Teheran inhaftiert sein sollen. Darauf kam es erneut zu Protesten. Zur Koordinierung der Proteste wurde im Ausland ein Komitee unter dem Namen Shoura-ye Hamahangi-ye Rah-e Sabz-e Omid (Koordinationsrat des Grünen Wegs der Hoffnung) gegründet, dessen Hintermänner unbekannt sind. Es fällt auf, dass dieser Koordinationsrat versucht, den Demonstranten im Iran vorzuschreiben, welche Parolen sie rufen sollen. Die Empfehlung des Koordinationsrats lautete: „Ya Hossein, Mirhossein“ und „Ya Mehdi, Scheikh Mehdi“, also „Bei Hossein, bei Mirhossein“. Hossein ist ein wichtiger Märtyrer der Schiiten und Mirhossein Vorname von Mussawi, Mehdi ist der entschwundene Imam, der die Welt erlösen soll, und zugleich der Vorname von Karubi. Das wär’s dann auch schon gewesen. Auf den Kundgebungen, die am Dienstag in Schiras, in Maschhad, in Tabris,in Rascht und Teheran stattfanden, hielten sich die Demonstrierenden freilich nicht an diese Form der Zensur. Sie forderten weiter ein Ende der Diktatur und den Sturz des Religionsführers Ajatollah Chamene‘.Es sollen mehrere hunderttauschend Menschen auf die Straßen gegangen sein.Gegen die Demonstranten wurde Tränengas eingesetzt. Außerdem wurde erneut eine größere Zahl von Festnahmen vorgenommen.

heute (10. Esfand = 1.3.2011)Teheran

Iran Tehran 1 March 2011 „Death to dictator

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