Massaker im Lager Ashraf, Irak

Am Freitag, den 8. April, überfielen Einheiten der irakischen Regierung unter Premier Nuri al-Maliki das Camp Ashraf in der Grenzregion des Iraks zum Iran. Es wurde ein Blutbad angerichtet, bei dem 33 Zivilisten getötet und 200 Menschen verletzt wurden. Ein Teil der Menschen wurden als Geiseln genommen.

Ashraf ist ein Lager von ca. 3500 Exil-Iranern und Iranerinnen der oppositionellen Volksmodschahedin, das nach dem iranisch-irakischen Krieg auf irakischem Territorium entstanden ist. Die Volks-Modschahedin hatten gegen das iranische Regime gekämpft und wurden nach Kriegsende jahrelang im Irak geduldet.

Das Lager war der neuen irakischen Regierung zunehmend ein Dorn im Auge. Im Iran während des Krieges gegründete Badr-Brigaden, die aus irakischen Gefangenen und Flüchtlingen bestanden, konnten nach Saddams Sturz in großer Zahl wieder zurück in den Irak kommen und dort einflußreiche Positionen beim Militär, bei der Polizei und anderen Sicherheitskräften besetzen. Sie sind der Überzeugung, dass die Gruppierung der Volksmujahedin entweder dem Iran übergeben oder im Irak hingerichtet werden sollen. Sie nutzen jede Gelegenheit das Ashraf-Lager anzugreifen.

Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der Bekanntgabe von Geheiminformationen über das iranische Atomprogramm durch einen Sprecher der Volksmujahedin. Diese Veröffentlichung fand am Donnerstag, den 7. April 2011, also unmittelbar vor dem Massaker statt.

Schon 2009 kam es zu einem Überfall seitens der irakischen Militärs auf das Lager. Damals kamen 11 Menschen ums Leben und etwa 500 Menschen verletzt wurden.

Viele Menschenrechtler und Oppositionelle im Iran oder im Exil haben zu dem Massaker Stellung bezogen und gefordert, dass die Vereinten Nationen etwas zum Schutz dieser Menschen unternehmen.

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