Iran: Die Ölfässer wanken


Chusestan: Arabische Minderheit geht auf die Straße
Am 15. April 2011, an dem sich die Kundgebungen der arabisch-sprachigen Bevölkerung im Westen des Irans von 2005 zum sechsten Mal jähren, kam es in Ahwas, in Hamidiye (30 km westlich von Ahwas) und dann auch in Chorramschahr zu friedlichen Straßenprotesten, in denen die arabische Bevölkerung ihre sprachlichen Rechte einforderte. Wie schon im Jahr 2005, als das Regime der Islamischen Republik Iran 15 Demonstranten erschoss, waren auch diesmal Todesopfer unter den friedlichen Demonstranten zu verzeichnen. Bis jetzt wird von 12 erschossenen Demonstranten berichtet.
Die staatlich gelenkten iranischen Massenmedien haben die Demonstrationen und ihre gewaltsame Niederschlagung totgeschwiegen, einige arabische Medien haben aber darüber berichtet, so die Fernsehsender „Al-Arabiya“, „Al-Mustaqilla“ und Al-Jazira (Dschasira).

Die iranische Menschenrechtsaktivistin Schirin Ebadi hat sich in dieser Sache an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte gewandt und ihn gebeten, diese Vorfälle zu untersuchen. Sie weist darauf hin, dass es auch eine unbekannte Anzahl von Verhaftungen gegeben hat, dass die Angehörigen der ermordeten Demonstranten von den Staatsorganen zum Schweigen aufgefordert wurden, und dass einige, die gegenüber arabischen Sendern Interviews über die brutale Unterdrückung der Kundgebungen gegeben haben, daraufhin von den iranischen Organen verhaftet wurden.
Schirin Ebadi weist auf die Gefahr einer Ausweitung der Unruhen im gesamten arabisch bevölkerten Gebiet hin.
http://www.iran-emrooz.net/index.php?/news1/28134/


Kommentar:
Diese Proteste dürften vor dem Hintergrund zu sehen sein, dass jetzt der syrische Diktator Baschar al-Assad, ein enger Verbündeter der iranischen Regierung, sich angesichts der Proteste in Syrien gezwungen sah, einige Reformen anzukündigen. Diese Vorgänge sind der arabisch-sprachigen Bevölkerung im Südwesten des Iran nicht verborgen geblieben. Angesichts der Jahrzehnte währenden Ignorierung der Minderheitenrechte durch die Islamische Republik Iran, die die Araber auch wegen ihres sunnitischen Glaubens als Bürger zweiter Klasse behandelt, ist denkbar, dass die Aufstände im arabischen Raum jetzt auch die arabische Jugend im Iran erfassen. Man darf nicht vergessen, dass diese auf den Ölquellen des Irans leben. Sollte dieser Aufstand erfolgreich sein, wird den Herrschern in Teheran schnell das Geld ausgehen…

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