Iran: Der Terminator ist zurück

Iran: Der Terminator ist zurück

Als Ahmadineschad vor kurzem auch das Geheimdienstministerium vollständig unter seine Kontrolle bringen wollte, indem er den Rücktritt von Ajatollah Chamene‘is Vertrauensmann, des Geheimdienstministers Heydar Moslehi, akzeptierte, sprach Ajatollah Chamene‘i ein Machtwort und Minister Moslehi kehrte in sein Amt zurück. Ahmadineschad revanchierte sich, in dem er zehn Tage lang nicht zu den Kabinettssitzungen erschien. Eine ganze Reihe von Ajatollahs und anderen Politikern besuchten ihn darauf zu Hause und versuchten zu vermitteln, es soll sogar ein Treffen zwischen ihm und Ajatollah Chamene‘i gegeben haben.


Szene aus der im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung vom 1. Mai 2011
1. Erster Stellvertreter des Präsidenten, Rahimi
2. Präsident Ahmadineschad
3. Esfandyar Mascha‘i (die graue Eminenz der Regierung Ahmadineschad)
4. der leere Platz von Geheimdienstminister Heydar Moslehi

Am 1. Mai 2011 kehrte Ahmadineschad zurück und feuerte seine Breitseiten gegen den Ajatollah, wobei er die Kanonenkugeln dezent in Geschenkpapier verpackte. Er bedankte sich bei Ajatollah Chamene‘i, dem religiösen Führer, für die guten Ratschläge in seiner bisherigen Amtszeit, und bescheinigte ihm herablassend, ein recht intelligenter Mensch zu sein. Während im schiitischen Islam die traditionelle Beziehung zwischen Geistlichem und Schüler, zwischen Morid und Morad, die des Gehorsams und der Verehrung ist, wählte Ahmadineschad einen ganz anderen Vergleich. Der Ajatollah und er seien wie Vater und Sohn, und da gilt der absolute Gehorsam eben nicht. Auch argumentierte Ahmadineschad, der Staat und das Volk benötige einen starken Präsidenten, es diene auch dem Ansehen des Ajatollah, wenn er einen starken Präsidenten habe. Ein starker Wille benötige auch einen starken Arm. Und das will er wohl sein.

Ahmadineschad, auch ein „Arbeiter der Stirn und Faust“

Da Ahmadineschad in letzter Zeit, auch in dieser Rede, immer wieder gezielt den iranischen Nationalismus anspricht, um sich gegenüber den Geistlichen zu abzuheben, sollen hier seine Worte zu Israel wörtlich zitiert werden.
„Das System der Gewalt und des Hochmuts (gemeint ist die USA) und auch das schmutzige, illegitime zionistische Regime (gemeint ist Israel) sollen wissen, dass Ahmadineschad mit Gottes Willen sowohl in seiner Überzeugung als auch in seiner Politik auf der Basis eines Programms (ihnen) die Feindschaft erklärt hat und bis zu ihrer Auslöschung durchhalten wird.“
Original:
„neza:me solte wa estekba:r ham rejime seyhunistiye palide na:mashru° beda:nand be fazle ela:hi ahmadineja:d
e°teqa:di wa siya:si wa bar as:ase barna:me ba: a:nha: doshmani mikonad wa
ta: na:budiye a:nha: wa ta: a:xar xa:had ista:d“
Quelle: Lenziran.com (die von der staatlichen Radio- und Fernsehgesellschaft Seda o Sima betrieben wird)
dort gehört auf Min. 2:19 bis 2:41 http://www.youtube.com/watch?v=R3Bz9x-ve6g


Übrigens: In letzter Zeit versucht sich Ahmadineschad darin, als Kämpfer für die Frauen-Bekleidungsindustrie aufzutreten, der Staat solle sich nicht einmischen, wie die Frauen gekleidet sind. Soll wohl eine neue Wählerschicht ansprechen.
Das Bild aus dem Staatsfernsehen von seiner ersten Kabinettssitzung nach zehn Tagen Schmollzeit zeigt deutlich, welchen Platz er schon jetzt den Frauen einräumt…

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