22. Chordad (12. Juni): 2. Jahrestag des Wahlbetrugs

Am Sonntag, den 12. Juni, jährte sich der Wahlbetrug von „Präsident“ Ahmadineschad und seiner Mannschaft zum zweiten Mal. Das Regime tat alles, um erneute Proteste zu unterbinden. Auf einer zentralen Verkehrsachse von Teheran, der Wali-Asr-Straße, herrschte der Belagerungszustand. Dr. Mehdi Chas‘ali, der Sohn eines bekannten Ajatollahs, beschreibt, was er an diesem denkwürdigen Tag selbst in der Wali-Asr-Straße gesehen hat. Das Regime hatte die Läden gezwungen, ihr Geschäft zu schließen, damit nicht so viel Leute unter dem Vorwand des Einkaufs auf die Straße kämen. Und genau das ist der Erfolg der Politik des Regimes: Das ganze Land steht still. Die Fabriken, die Geschäfte, nichts geht mehr.
Die Menschen auf dem Trottoir gehen schweigend, keine Parolen, keine Plakate. Überall lungern Typen in Zivil herum, die ein Auge auf die Passanten haben. Auf der Straße herrschen die Motorradfahrer und die Autos der Pasdaran. Ein Mann erhält einen Anruf auf dem Handy, wo er gerade sei: „Wali-Asr-Straße, Hemmat-Brücke“, antwortet er knapp. Das genügt. „Aha, du holst die Leute herbei, damit sie hier demonstrieren?“ sagt ein Herr in Zivil. Verhaftet und in einen Arrestwagen gesteckt. Der Mann ist ein Freund von Dr. Mehdi Chas‘ali, der sich den Mund fuselig reden muss, damit man seinen Freund freilässt. Unterdessen hat Mehdi Chas‘ali das Treiben der sogenannten Sicherheitskräfte im Augen. Er kann nicht feststellen, woran es liegt, dass jemand festgenommen und in einen Polizeibus gesperrt wird, aber was er sehen kann, sind es vor allem hübsch aussehende junge Iranerinnen, die es trifft. Das also ist die islamische Moral, die das Regime predigt…

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