In Gedenken an Hoda Saber (Journalist)


Journalist Hoda Saber, ehemaliger Verantwortlicher der Zeitung Iran-Farda

Der aus politischen Gründen inhaftierte Journalist Hoda Saber, der nach der Wahlfälschung von 2009 erneut verhaftet wurde, hatte aus Protest gegen die Ermordung von Hale Sahabi – wir berichteten darüber – im Gefängnis den Hungerstreik erklärt. Er war im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran inhaftiert. Die staatlichen Medien meldeten darauf, dass er infolge eines Herzinfarkts gestorben sei. Zugleich verhinderten die staatlichen Behörden aber, dass die Angehörigen des verstorbenen Gefangenen eine unabhängige Obduktion zur Feststellung der Todesursache durchführen konnten und begruben ihn unter massiven Sicherheitsvorkehrungen.


Hoda Saber

Herzinfarkt klingt besser als Foltertod
64 Mitgefangene aus dem Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses haben nun eine Erklärung abgegeben, in denen sie die Hintergründe des Todesfalls beleuchteten. Sie berichteten, dass der hungerstreikende Hoda Saber um 4 Uhr morgens aus der Zelle geholt und in die „Gesundheitsstation“ des Traktes gebracht wurde. Zwei Stunden später kam er wieder zurück und krümmte sich vor schmerzen. Hoda Saber berichtete, dass er in der Gesundheitsstation von Personen, die die Kleidung des Pflegepersonals trugen, brutal zusammengeschlagen wurde. Später wurde er zur Behandlung in ein externes Krankenhaus gebracht, aber dies wurde von den Behörden so lange herausgezögert, dass er dort verstarb. Die Gefangenen wiesen in ihrer Erklärung darauf hin, dass Hoda Saber während seiner Haft regelmäßig Sport betrieben habe und auch an Wettkämpfen mit jüngeren Gefangenen teilgenommen habe. Dies wirft ein schräges Licht auf die Behauptung der Behörden, er sei an einem Herzinfarkt gestorben.

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