Hungerstreik für Hoda Saber beendet

Der aus politischen Gründen inhaftierte Journalist Hoda Saber hatte aus Protest gegen die Ermordung von Hale Sahabi Anfang Juni im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses einen Hungerstreik durchgeführt. Angeblich soll er an einem Herzinfarkt gestorben sein, doch 64 seiner Mitgefangenen entlarvten diese offizielle Verlautbarung als Lüge: sie gaben eine Erklärung ab, in der sie klarstellten, dass Hoda Saber brutal zusammengeschlagen und zu spät ins Krankenhaus gebracht worden war.


Die 12 Hungerstreikenden aus Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses

12 seiner Mitgefangenen aus Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses haben daraufhin am vorletzten Samstag, den 18.06.2011, ebenfalls einen Hungerstreik begonnen. Er richtete sich gegen die Verletzung der Grundrechte von Gefangenen seitens der Regierung. Über eine Woche lang wurde der Streik durchgehalten, bis gestern Abend, den 26.06.2011, wo er wieder beendet wurde. Drei Tage nach Beginn des Streiks im Ewin – Gefängnis solidarisierten sich 6 Häftlinge des Gohardascht-Gefängnisses (in Karadsch, westlich von Teheran) mit ihnen und starteten ebenfalls einen Hungerstreik.


Ewin-Gefängnis, Teheran

Während der Hungerstreik noch lief, gingen von verschiedenen prominenten Personen und Organisationen im Iran und aus dem Ausland Solidaritätsadressen ein. Letzten Samstag kam es in 25 großen Städten auf der ganzen Welt zu Demonstrationen und Versammlungen. Den Hungerstreikenden wurde signalisiert, dass ihre Botschaft angekommen sei, und dass die Welt über ihr Anliegen informiert wurde. Des weiteren wurden die Hungerstreikenden gebeten, ihren Streik zu beenden und wieder Nahrung zu sich zu nehmen.

Gleichzeitig mit dem Abbruch des Streiks veröffentlichten sie eine Erklärung. In ihr beschrieben sie, wie sie misshandelt und schikaniert worden waren, wie einige von ihnen extra vor Gericht erscheinen mussten und zusätzliche Strafen für ihre Beteiligung am Hungerstreik erhalten hatten. Dies beweist, nach Meinung der Beteiligten am Hungerstreik, ein weiteres Mal die Brutalität der Regierung und die Tatsache, dass Menschleben für sie keinen Wert haben.

Die Streikenden bedanken sich ausdrücklich für die Unterstützung durch die Gefangenen des Gohardascht-Gefängnisses, die Solidarität im In- und Ausland sowie bei den Familien von Hoda Saber und Hale Sahabi.

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