Iran: Rücktritt von Modschtaba Dhu-l-Nur


Modschtaba Dhu-l-Nur, Vertreter des Religiösen Führers bei den Revolutionswächtern

Vertreter des Religiösen Führers bei den Revolutionswächtern zurückgetreten
Ajatollah Chamene‘i, der Religiöse Führer des Iran, hat in verschiedenen Institutionen des Landes seine Vertreter eingesetzt. Modschtaba Dhu-l-Nur war sein Vertreter bei den Pasdaran (Revolutionswächtern) und galt als heftiger Kritiker von Ahmadineschad, der sich nicht scheute, Lügen und korrupte Praktiken der Regierung Ahmadineschad offen zu benennen.
Ein berühmter Ausspruch von ihm ist: „Er hat doch gar keine Stimmen bekommen, wir haben ihn zum Präsidenten gemacht.“ Das bezog sich auf die „Wahl“ von Ahmadineschad zum Präsidenten im Juni 2009.


„Er hat doch gar keine Stimmen bekommen, wir haben ihn zum Präsidenten gemacht.“
(Ahmadineschad hier neben dem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten Präsidenten des Sudans, Omar Baschir)

Dhu-l-Nur ist jetzt von seinem Amt zurückgetreten. Er selbst sagt, er habe vor, wichtigere Aufgaben zu übernehmen, um der islamischen Revolution zu dienen. Das wird von manchen so gedeutet, dass er als Abgeordneter fürs Parlament kandidieren will. Andere sehen seinen Rücktritt als Zugeständnis von Ajatollah Chamene‘i an Ahmadineschad.


Mit welchen Methoden der Kampf zwischen Ahmadineschad und den Anhängern von Ajatollah Chamene‘i zwischenzeitlich ausgetragen wird, verrät dieser Ausspruch von Modschtaba Dhu-l-Nur nur zu deutlich. Einige von Ahmadineschads engen Mitarbeitern, die in letzter Zeit verhaftet wurden und hier gemeinsam mit Präsident Ahmadineschad unter dem Begriff „abweichlerische Strömung“ zusammengefasst werden, werden von den Verhörbeamten offensichtlich so bearbeitet, bis sie ihr Wissen preisgeben. Es geht um Folter, nichts anderes.

Sie haben ja doch Weib und Kind…
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Stellungnahme des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i, der auf einmal daran erinnert, dass die Gefangenen ja auch Frau und Kind hätten, und es deshalb nicht in Ordnung sei, ihre Namen nach der Verhaftung, im Prozess oder nach der Verurteilung publik zu machen. Das entehre auch deren Familie. Solche mahnenden Worte waren von ihm nicht zu hören, als es um die Schauprozesse gegen die Grüne Bewegung und gegen die ganzen politischen Gefangenen ging, die als Spione etc. verurteilt wurden.

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