Archiv für Juli 2011

Islamische Republik Iran: Die nächste Totgeburt

Rat zur Wahrung der Interessen des Systems
Zu Lebzeiten von Ajatollah Chomeini war dieser als Oberster Führer die letzte Instanz für alle Formen staatlicher Gewalt: Justiz, Parlament, Regierung, Militär, Geheimdienste – alle hatten ihm zu gehorchen. Wenn es zu Konflikten zwischen den Gewalten kam, trugen sie dies dem Obersten Führer vor, der dann entscheiden musste. Das Ergebnis war, dass Ajatollah Chomeini immer mehr Zeit zur Schlichtung der Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Gewalten aufwenden musste. Dies führte dazu, dass Ajatollah Chomeini den Rat zur Wahrung der Interessen des Systems (Shoura-ye Maslehat-e Nezam) einführte, dessen Mitglieder er selbst bestimmte und als dessen Vorsitzenden er Rafsandschani einsetzte. Mit dem Tod von Ajatollah Chomeini und der Nachfolge von Ajatollah Chamene‘i änderte sich die Lage.

Beyt-e Rahbar – Das Büro des Führers

Nun wollte Ajatollah Chamene‘i wieder sämtliche Entscheidungen in seine Gewalt bringen, die Fäden sollten in seinem Büro unter Leitung seines Sohns Modschtaba Chamene‘i zusammenlaufen. Für Ajatollah Chamene‘i war der von Rafsandschani präsidierte Rat nur ein lästiger Konkurrent. Da die Aufgabe des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems die gewesen wäre, Probleme der Gewalten zu beraten und Vorentscheidungen zu treffen, um den Führer zu entlasten, bestand der Rat zwar dem Namen nach weiter, aber keiner hörte mehr auf dessen Ratschläge, da der Rückhalt durch den Führer fehlte.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es auch heute unter den verschiedenen Formen der staatlichen Gewalt starke Meinungsunterschiede und Interessenkonflikte gibt, wobei die immer stärker gewordenen Pasdaran auch über Waffen verfügen. Es besteht also die Gefahr, dass die Konflikte zwischen den Staatsgewalten gewaltsam ausgetragen werden.
Bei diesem Konfliktpotential gelangte Ajatollah Chamene‘i letztlich zum selben Resultat wie sein Vorgänger, nämlich dass er die Probleme nicht allein schlichten kann und einen Filter benötigt.

Komitee zur Lösung von Konflikten
Also setzte er ein weiteres Gremium ein: Das Komitee zur Lösung von Konflikten (Hey‘at-e Hall-e Ekhtelafat). Als Vorsitzenden bestimmte er Ajatollah Shahrudi, den ehemaligen Leiter der iranischen Justiz, zugleich Mitglied des Wächterrats und des Expertenrats, als weitere Mitglieder des Rats Morteza Nabavi (Mortesa Nabawi), ein Mitglied des Wächterrats, sowie den Vizepräsidenten des Parlaments Kadchoda‘i und die beiden Richter Mohammadhassan Abutrabi und Samad Mussavi Khoshdel.

Und die Pasdaran?
Dieses Komitee besiegelt zwar das Schicksal des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems, der damit endgültig in die Bedeutungslosigkeit versinkt, es ist aber kein Ausweg aus den Konflikten zwischen den Machthabern. Denn die Pasdaran, die heute in vielen Dingen das letzte Wort haben, sind darin gar nicht vertreten, und Ajatollah Chamene‘i genießt auch nicht bei allen Trägern staatlicher Gewalt das Ansehen und das Durchsetzungsvermögen, das Ajatollah Chomeini besaß.

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Welche Rolle spielen die iranischen Revolutionsgarden im Moment?

Gleich nach der Gründung der Islamischen Republik Iran wurde die Organisation der Revolutionswächter gegründet. In kurzer Zeit konnte sie sich über das ganze Land ausdehnen und Mitglieder oder Anhänger in jeder Stadt und jedem Dorf ausbilden. Um dem regulären unter dem Schah ausgebildeten Militär, dem nach der Revolution kein Vertrauen mehr entgegen gebracht wurde, eine Gegengewicht gegenüberzustellen, wurden die Pasdaran in vollem Umfang militärisch ausgerüstet. Selbst viele Linke sahen darin eine Notwendigkeit um sich von den imperialistischen Mächten (USA) unabhängig zu machen.


Truppenparade letzte Woche mit Religionsführer Chamene‘i sowie Aziz Jafari und anderen Befehlshabern der Pasdaran

Dann kam der Krieg gegen den Irak (1980 bis 1988). Im Verlauf dieses Krieges bauten die Revolutionswächter ihre Mannschaftsstärken stark aus und bildeten eigene Truppenteile bei Heer, Luftwaffe und Marine. Nach Kriegsende wurde bei den Mitgliedern gesiebt und nur die treuesten Anhänger konnten bleiben. Ihre Zahl schrumpfte von ca. 300.000 Mann im Jahr 1988 auf heute etwa 125.000.

Die Revolutionswächter drangen mit den Jahren in den Bereich der Wirtschaft vor. Im Jahr 2004 gelang ihnen mit dem Wahlsieg von Ahmadinejad, in das Feld der Politik einzudringen. Nach und nach kontrollierten sie immer größere Teile des Parlaments. Auch wenn der der iranischen Bevölkerung die Zusammenhänge klar waren, bemühten sich die Pasadran immer darum, im Hintergrund zu bleiben. Scheinbar vollkommen neutral und unbeteiligt positionierten sie ihre Anhänger in Politik und Wirtschaft. Er vor Kurzem ließen die Pasdaran ihre Maske fallen und traten auch in die Öffentlichkeit.

Hatten die Pasdaran mit dem Staatspräsidenten Ahmadinejad eben noch einen bedeutenden Vertreter an der Spitze des iranischen Staates, so wenden sich seit wenigen Wochen die wichtigsten Repräsentanten der Revolutionswächter von ihm ab und distanzieren sich von Ahmadinejad Aziz Jafari, Oberbefehlshaber der Pasdaran, erklärte neulich, dass die Judikative den Pasdaran die Pflicht aufgetragen habe, „Abweichler“ zu kontrollieren (gemeint sind die Personen aus dem Umfeld von Ahmadinejad). Offen wird zugegeben, dass sie verfolgt, festgenommen und gefoltert werden und dass es damit immer noch weitergeht. Die Spaltung zwischen den Anhängern Ahmadinejads und führenden Personen der Pasdaran wurde in zahlreichen Geheimsitzungen ausgefochten und das Ergebnis ist, dass Ahmadinejad nun klein beigeben musste. Nachdem er sich in den letzten Wochen stets kämpferisch gezeigt hatte und gedroht hat auszupacken, falls eine Grenze überschritten würde, schweigt er nun und erklärt, dass es wichtiger sei, die Regierungsgeschäfte zu verfolgen als zu reagieren.

In der Zwischenzeit verkündet Aziz Jafari, dass die Pasdaran nicht nur militärische Pflichten hätten, sondern auch kulturelle, gesellschaftliche und politische. Man werde sich mit aller Kraft auch hier einsetzen. Vor dem Hintergrund des enormen Rückhalts der Pasdaran im Parlament und der Staatsverwaltung bekannte Jafari sich dazu, den Reformisten bei den nächsten Staatspräsidenten-Wahlen keine Chancen zu geben. Sie hätten ihre Chance bei den letzten Wahlen gehabt und dann eine rote Linie überschritten.

Massud Jasayeri, Stellvertreter Kommandeur der regulären Armee und Pasdaran, mischte sich neulich in der Zeitschrift „Sobhesadegh“ (Früher Morgen, Morgengrauen), einem Organ der Pasdaran, sogar in die iranische Außenpolitik ein: Er kritisierte das Verhalten der Türkei in Bezug auf die syrischen Flüchtlinge und syrische Opposition und bedrohte die Türkei. Wenn man sich zwischen Türkei und Syrien entscheiden müsse, dann wäre es ganz klar, dass man sich entsprechend „unserer Strategie und Ideologie“ (Anm.: der der Pasdaran) für Syrien zu entscheiden habe.

Im Moment sieht es zwar so aus, als würde Chamene‘i zusammen mit führenden Pasdaran wieder Kontrolle zurückgewinnen. Dies mag für kurze Zeit auch gegenüber Ahmadinejad der Fall sein. Sobald diese Phase aber vorbei ist, ist es sehr fraglich, ob Chamene‘i, der offiziell ja auch Oberbefehlshaber der Revolutionswächter ist, diese Kontrolle mittelfristig auch wirklich ausüben kann.

Die Iraner und Iranerinnen wissen, dass in der Praxis diese bewaffnete Partei der Revolutionswächter über die Strukturen verfügt, in allen gesellschaftlichen Bereichen, beim Militär, in der Wirtschaft, der Politik, im Parlament, in der Judikative und auch im privaten Bereich massiv Einfluss zu nehmen.

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Said Mortazavi – ein Folterer mit Schutzpatron


Richter Said Mortazavi

Said Mortazavi ist ein bekannter Mann im Iran. Er hatte die iranisch-kanadische Journalistin Zahra Kazemi (Kasemi) beim Verhör zu Tode gefoltert. Damals war er Richter. Dann wurde er zum Staatsanwalt von Teheran befördert. Nach der Wahlfälschung vom Juni 2009 war er als Richter beim berüchtigten Kahrisak-Gefängnis tätig, in seinem alten „Metier“. Einige Angehörige der ermordeten Folteropfer haben gegen ihn und weitere Richter geklagt, worauf ein Verfahren eingeleitet wurde. Richter Mortazavi (Mortasawi) wurde daraufhin auf eine andere Stelle versetzt, er ist jetzt für Schmuggler zuständig.
Am 24. Juli 2011 (2. Mordad 1390) wurde Richter Mortazavi von der Zeitung „Dschomhuriye Eslami“ – die einem Flügel der Anhänger von Ajatollah Chamene‘i nahesteht – sinngemäß so zitiert, dass ein Gerichtsbeschluss ergangen sei, wonach weder ihn noch seine anderen Richterkollegen im Fall Kahrisak irgendein Verschulden treffe. Die Zeitung zitiert aber auch die Angehörigen der Ermordeten, die darauf hinweisen, dass die Beschuldigten noch nicht einmal verhört wurden, von einem Beschluss des Gerichts ganz zu schweigen.
Der ehemalige Geheimdienstminister und jetzige Justizsprecher Ezhe‘i (Esche‘i) wies heute, am 25. Juli 2011, in einer Presse-Erklärung darauf hin, dass alle drei Richter im Kahrisak-Fall nach wie vor angeklagt seien und auch keinerlei Freispruch erfolgt sei.
Dass weder die Zeitung noch ein Sprecher von Ajatollah Chamene‘i bis jetzt etwas gegen Said Mortazavi ausrichten konnten und er weiterhin als Richter im Amt ist, zeigt, dass die Pasdaran in diesem Kräftemessen bislang die Stärkeren sind.

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Iranische Pasdaran greifen im Irak an


Irakische Kurden, von iranischen Pasdaran aus ihrer Heimat vertrieben

Nachdem es im irakischen Kurdistan zu Scharmützeln zwischen iranischen Pasdaran und Anhängern von Pezhak – die als bewaffneter Ableger der PKK bezeichnet wird – gekommen war, starteten die iranischen Pasdaran einen größeren Angriff unter Einsatz von Artillerie auf irakischem Boden. In der Folge der Beschießung mussten laut Angaben des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes etwa 800 Kurden ihre Dörfer im Qandil-Gebirge verlassen und sind dadurch obdachlos geworden. Ein Teil versucht, bei Freunden und Verwandten Unterkunft zu finden.
Die IOM (International Organization for Migration), eine zwischenstaatliche Organisation, hat bekannt gegeben, dass sie für die Flüchtlinge materielle Hilfe geschickt hat.

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Foto aus dem Gefängnis von Radscha‘i-Schahr geschmuggelt


Hofgang im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr (Karadsch, 3o km bei Teheran, Iran)
Solche Fotos bekommt man selten zu sehen, da in Gefängnissen keine Fotoapparate erlaubt sind.
Auf dem Bild sieht man links zwei politische Gefangene, der eine ist Ahmad Zeydabadi (Seidabadi), der andere Majid Tavakkoli (Madschid Tavakkoli). Beide waren in Zusammenhang mit den Protesten gegen die Wahlfälschung vom Juni 2009 verhaftet und verurteilt worden. Diesen Fälschungen verdankt Ahmadineschad sein Amt als Präsident.

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Öffentliche Hinrichtungen in Kermanshah, Iran

Am 19. Juli wurden in der iranischen Stadt Kermanshah drei Hinrichtungen durchgeführt. Sie fanden in aller Öffentlichkeit auf dem zentralen Freiheitsplatz unterhalb einer Brücke statt. Zahlreiche Zuschauer filmten das Ereignis. Selbst kleine Kinder befanden sich unter den Zuschauern.


Drei Hinrichtungen in Kermanshah am 19.7.2011

Amnesty International beklagt die Brutalisierung der iranischen Gesellschaft, die durch solche öffentlichen Hinrichtungen ausgelöst wird. „Dieses öffentliche Zurschaustellen von Hinrichtungen bewahrt eine Kultur der Akzeptanz von Gewalt und Blutrausch, anstelle des Glaubens an Gerechtigkeit.“

Englischer Bericht bei amnesty.org vom 21.7.2011

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Gefechte mit Kurden im irakisch-iranischen Grenzgebiet

Laut der Nachrichtenagentur FARS wurde bei Gefechten auf kurdischem Gebiet an der irakisch-iranischen Grenze ein hoher Kommandeur der Revolutionsgarden namens Abbas Asemi, zusammen mit mindestens fünf weiteren Pasdaran, getötet. Abbas Asemi war in der wichtigen religiösen Stadt Qom der ranghöchste Kommandant der Pasdaran.

Den Gefechten in der irakisch-iranischen Grenzregion in der Nähe der Stadt Sarrdasht waren Bombardierungen von Lagern der kurdischen PJAK (Partei für die Freiheit von Kurdistan) durch iranische Einheiten vorausgegangen. Die Lager befanden sich auf irakischem Territorium. Wiederholt hatte die Regierung der Autonomen Region Kurdistan unter Massoud Barzani verlangt, dass die Grenzverletzungen durch iranisches Militär eingestellt werden.

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Iran: Bildungsziele für die Universitäten


Dr. Ramescht, Rektor der Universität von Isfahan

Aus einer Rede von Dr. Ramescht, Rektor der Universität von Isfahan, vor den Hochschuldozenten im vergangenen Fastenmonat Ramadan:

„Wer hat gesagt, dass wir nicht parteiisch vorgehen? (…) Wer immer sagt, dass er unparteiisch vorgeht, lügt. (…) Wir können gar nicht anders als parteiisch vorzugehen, das ist völlig unmöglich.

Wir haben sechs Jahre lang eine harte Zeit gehabt, wir haben Untergrundorganisationen aufgebaut, wir haben die Menschen zusammengeschweißt, wir haben uns vom Volk die Stimme geben lassen, und jetzt wollen wir regieren.

Wir bestimmen, wer eingesetzt wird und wer gehen muss. (…)

Wir lassen nicht zu, dass jemand Direktor wird, der nicht unserer Meinung ist. (…) Ein sollt ihr wissen, ich sage das ganz offen: Ich, als Rektor der Universität bin gekommen, um hier eine Moschee zu errichten.

Ich bin gekommen, um hier ein Komitee für das schiitische Trauerfest zu gründen (gemeint: mit Leuten, die sich dann auf die Brust schlagen und mit Ketten auspeitschen…). Ich bin gekommen, um hier ein Gebetshaus einzurichten und Koranvereine.

Ich bin gekommen, um an der Uni Menschen auszubilden, die bei den Trauerfeiern Klagelieder anstimmen.

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Iranisches Hochschulwesen


Das Ewin-Gefängnis: Hochschule des Islams

So manches politische System wollte im Gefängnis den „Neuen Menschen“ erziehen, auch die Islamisten unter der Führung von Ajatollah Chomeini hatten diesen Anspruch. Ihre bevorzugten Erziehungsmethoden führten dazu, dass viele Menschen im Gefängnis starben, zum Krüppel wurden oder psychisch schwer erkrankten.
Das hat sich bis heute nicht geändert. So beschweren sich die Angehörigen der politischen Gefangenen, die nach den Protesten gegen Ahmadineschads Wahlfälschung vom Jahre 2009 verhaftet wurden, dass diesen Gefangenen selbst ein kurzer Hafturlaub zum iranischen Neujahrsfest verweigert wurde. Selbst Telefonanrufe der Gefangenen bei ihrer Familie werden verweigert, Haftbesuche verwehrt oder wenn, nur hinter Trennscheibe und mit Telefon.
Die einzigen, die jetzt von Hafterleichterungen profitieren, sind Gefangene, die zwar Gegner von Ahmadineschads sind, aber für das islamistische System eintreten.

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Generalstreik in Kurdistan – Erinnerung an Ghassemlou


Streik in Bukan

Am 13. Juli 1989 war der 1930 in Urumije (Iran) geborene kurdische Politiker und Vorsitzende der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran bei einem Vermittlungstreffen mit Vertretern des iranischen Regimes zusammen mit zwei weiteren Kurden in Wien ermordet worden. Die Täter besaßen Diplomatenpässe, einer von ihnen, ein hochrangiger Pasdar, wurde nach dem Mord sogar unter dem Schutz der Polizei zum Wiener Flughafen eskortiert, damit er ungestört ausreisen konnte. Der damalige österreichische Bundeskanzler war Franz Vranitzky (SPÖ), der Innenminister Franz Löschnak (SPÖ). Sie stuften offensichtlich die Beziehungen zu den iranischen Machthabern für wichtiger ein als die Verfolgung der Verbrecher.

Die Wandbeschriftung erinnert an die Ermordung von Dr. Ghassemlou

Anlässlich des 22. Jahrestags dieses Mordes fand im iranischen Kurdistan ein Generalstreik statt, der das Leben in zahlreichen kurdischen Städten zum Stillstand brachte. Zu den beteiligten Städten gehörten:

Streikende Schule im Dorf Sar-Huje

Piranschahr, Bukan, Sanandadsch, Urumije, Saqqes, Oschnawije, Mahabad. Auch in zahlreichen Dörfern wurde gestreikt. In Kermanschah und Mariwan war das Aufgebot an staatlichen Unterdrückungskräften so groß, dass die Ladenbesitzer sich nicht trauten, dem Streikaufruf zu folgen.

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Liebherr und Co. im Iran

Die Firmengruppe Liebherr ist unter anderem auch für ihre Baumaschinen bekannt, manch einer wird schon Kräne mit dieser Aufschrift gesehen haben. Daran ist nichts Verwerfliches. Wer nicht obdachlos sein will, braucht Häuser, und für den Hausbau werden auch Kräne benötigt. Tückisch ist ein solches Geschäft nur mit dem Iran. Denn im Iran verwendet das Regime Kräne dazu, Menschen öffentlich hinzurichten. Amnesty International berichtete von 252 Hinrichtungen im Iran im Jahr 2010, davon nachweislich 14 öffentliche Hinrichtungen mit Kran. In den ersten vier Monaten des Jahres 2011 waren es 13 öffentliche Hinrichtungen mit Kran.
Die Kampagne United Against Nuclear Iran (UANI) ist deshalb an verschiedene betroffene Kranhersteller herangetreten und hat sie gebeten, ihre Lieferungen an den Iran einzustellen. Die japanische Firma Tadano hat sich verantwortungsbewusst gezeigt und jetzt die Einstellung der Lieferungen bekannt gegeben, die Firma Komatsu hat die Kontakte zum Iran schon früher abgebrochen, ebenfalls Terex Corp. und Caterpillar.
Details hierzu finden sich in einem Artikel der Los Angeles Times.
UANI nennt auch die Firma Liebherr als Lieferant für Kräne in den Iran. Ob sich die Verantwortlichen dort ebenfalls zu einem Entschluss durchringen werden wie bei Tadano?
Natürlich wird das die Zahl der Hinrichtungen im Iran nicht verringern, aber niemand kann eine Firma zwingen, mit ihrem Namen die staatliche Terrorpolitik zu unterstützen. Und der Name auf dem Kran ist weithin sichtbar, wie man sieht…

Öffentliche Hinrichtung mit Kran

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China erobert den iranischen Devotionalien-Markt


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Findige chinesische Geschäftsleute haben im Iran und anderen islamischen Staaten lukrative Geschäftslücken entdeckt.
Sehen Sie, was ein moderner Moslem heute alles benötigen sollte:


Salawat-shomar: Ein Zähler für die Zahl der Lobrufe, die man auf Mohammad und diverse Märtyrer anstimmt
Dieses mechanische Exemplar gehört zur billigen Sorte und ist für 5000 Tuman (etwas über 3 Euro) zu haben


Für dieses digitale Exemplar muss man den schon nicht mehr so billigen Preis von 48.000 Tuman (30 Euro) hinblättern


Rak‘at-shomar: Bei den Pflichtgebeten muss der praktizierende Moslem auch eine bestimmte Zahl von Verbeugungen machen. Damit er beim Zählen nicht durcheinander kommt, kann er sich einen Verbeugungszähler wie diesen zulegen.


Und wer den Gebetsruf vom Minarett vermisst, kann sich einen elektronischen Adhan-Gu (Gebetsrufer) kaufen – wäre das nicht eine Alternative für die schweizer Muslime?


Auch das Handy darf nicht fehlen: Mobaile eslami, das islamische Handy. Man klickt die entsprechende Taste, und schon wird die gewünschte Koransure gesungen.


Im mehrheitlich traditionell schiitischen Iran darf man auch die Passionsspiele für die islamischen Märtyrer wie Imam Hossein nicht vergessen. Bei den Trauerprozessionen peitschen sich Männer mit Ketten aus. China liefert auch diese preisgünstig.


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Wie lautete doch das Credo der Exportnation Deutschland? Wandel durch Handel.


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China hat sich diese Devise zu eigen gemacht und Deutschland im Außenhandelsvolumen schon längst überholt…

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Handy-Aufladen nur für Männer


Hier sieht man Aufladestationen für Handys. Der Text heißt: Aufladen der Handys nur für Brüder (d.h. für Männer)

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Ein Mann – ein Wort

Gestern hatten wir von der Ankündigung des obersten Polizeichefs von Teheran berichtet, dass sich in Cafés, Teehäusern und Restaurants, in denen Wasserpfeife geraucht wird, keine Frauen aufhalten dürfen. Wenn eine solche Einrichtung dabei erwischt werde, werde sie amtlich versiegelt.
Während die Ankündigung Ahmadineschads, jedem Iraner eine Villa zu bauen, noch der Verwirklichung harrt, wurde diese Ankündigung sofort umgesetzt, wie man an folgenden Bildern sieht:


eine ausgesprochen höfliche Form des Ausschlusses des weiblichen Geschlechts:
„Zur Wahrung der erhabenen Würde und Persönlichkeit der geehrten Damen möge man uns verzeihen, dass wir diese im Cafe nicht empfangen“


Drei Polizisten von zwei Einheiten vor einem Café


Die Kontrolle beginnt


Die Polizei in Aktion – hier wird gerade gecheckt, ob nur männliche Wesen Wasserpfeife rauchen


Dieser Laden wurde gerade versiegelt…

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Drastische Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen Iran und China

Heute hat der chinesische Botschafter im Iran, Yuhong Yang, bekannt gegeben, dass das Volumen des Handels zwischen Iran und China im Vergleich zum Vorjahr um 55% gestiegen sei. In den ersten vier Monaten dieses Jahres stieg es auf über 13 Milliarden Dollar. Bis Ende des Jahres wird es nach seinen Schätzungen auf 40 Milliarden Dollar anwachsen.


Ölraffinerie in Parse Jonubi

Hossein Raheri, Leiter der Wirtschaftskooperation zwischen Iran und China, hat im gleichen Interview gesagt, dass in den letzten 20 Jahren das Handelsvolumen um den Faktor 150 gestiegen sei. Öl spielt dabei seit 10 Jahren eine bedeutende Rolle. Ausgehend von 170 Millionen Dollar ist das Volumen in diesem Zeitraum auf 4,575 Milliarden Dollar und damit um den Faktor 27 gestiegen.

Nur 15% der iranischen Exporte beziehen sich auf Waren ohne Öl, der Rest, also 85%, bezieht sich auf Öl und Gas. Laut Handelsabkommen zwischen Iran und China muss der Iran für 40% des Einkommens aus diesen Exporten chinesische Waren importieren.

Der chinesische Botschafter sagte weiter, dass China im Jahr 2010 675 Millionen Dollar im Iran investiert habe. In den letzten vier Monaten dieses Jahres habe sich das Niveau um 48% erhöht. Hossein Raheri ergänzte, dass in diesem Zeitraum 6% des gesamten chinesischen Exports in den Iran gingen und 1,5% des chinesischen Gesamtimports aus dem Iran stammten.

Nach den UN-Sanktionen gegen den Iran mussten viele ausländische Ölfirmen den Iran verlassen. Dadurch wurde der Weg für die chinesischen Firmen geöffnet. Am 21.4.2011 wurde mit Genehmigung von Chamene‘i ein wichtiges Förderabkommen zwischen Iran und China für Öl und Gas aus der Region Parse Jonubi abgeschlossen. Damit sind die Privilegien der Förderung und des Verkaufs verbunden. Ca. 40% der Erlöse aus dem Verkauf gehört laut Vertrag China, der Rest dem Iran.

Laut der Analyse von Wirtschaftsfachleuten besitzen die Waren aus China nur geringe Qualität und sind im Vergleich zu den Produkten im Iran sehr billig. Aus diesem Grund sind in der Vergangenheit nicht nur im Industriesektor sondern auch in der Landwirtschaft viele Betriebe bankrott gegangen. Von dieser Entwicklung sind auch die traditionsreiche Teppichproduktion und selbst die über 400 Jahre alte Miniaturmalerei betroffen.

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