Drastische Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen Iran und China

Heute hat der chinesische Botschafter im Iran, Yuhong Yang, bekannt gegeben, dass das Volumen des Handels zwischen Iran und China im Vergleich zum Vorjahr um 55% gestiegen sei. In den ersten vier Monaten dieses Jahres stieg es auf über 13 Milliarden Dollar. Bis Ende des Jahres wird es nach seinen Schätzungen auf 40 Milliarden Dollar anwachsen.


Ölraffinerie in Parse Jonubi

Hossein Raheri, Leiter der Wirtschaftskooperation zwischen Iran und China, hat im gleichen Interview gesagt, dass in den letzten 20 Jahren das Handelsvolumen um den Faktor 150 gestiegen sei. Öl spielt dabei seit 10 Jahren eine bedeutende Rolle. Ausgehend von 170 Millionen Dollar ist das Volumen in diesem Zeitraum auf 4,575 Milliarden Dollar und damit um den Faktor 27 gestiegen.

Nur 15% der iranischen Exporte beziehen sich auf Waren ohne Öl, der Rest, also 85%, bezieht sich auf Öl und Gas. Laut Handelsabkommen zwischen Iran und China muss der Iran für 40% des Einkommens aus diesen Exporten chinesische Waren importieren.

Der chinesische Botschafter sagte weiter, dass China im Jahr 2010 675 Millionen Dollar im Iran investiert habe. In den letzten vier Monaten dieses Jahres habe sich das Niveau um 48% erhöht. Hossein Raheri ergänzte, dass in diesem Zeitraum 6% des gesamten chinesischen Exports in den Iran gingen und 1,5% des chinesischen Gesamtimports aus dem Iran stammten.

Nach den UN-Sanktionen gegen den Iran mussten viele ausländische Ölfirmen den Iran verlassen. Dadurch wurde der Weg für die chinesischen Firmen geöffnet. Am 21.4.2011 wurde mit Genehmigung von Chamene‘i ein wichtiges Förderabkommen zwischen Iran und China für Öl und Gas aus der Region Parse Jonubi abgeschlossen. Damit sind die Privilegien der Förderung und des Verkaufs verbunden. Ca. 40% der Erlöse aus dem Verkauf gehört laut Vertrag China, der Rest dem Iran.

Laut der Analyse von Wirtschaftsfachleuten besitzen die Waren aus China nur geringe Qualität und sind im Vergleich zu den Produkten im Iran sehr billig. Aus diesem Grund sind in der Vergangenheit nicht nur im Industriesektor sondern auch in der Landwirtschaft viele Betriebe bankrott gegangen. Von dieser Entwicklung sind auch die traditionsreiche Teppichproduktion und selbst die über 400 Jahre alte Miniaturmalerei betroffen.

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