Iran: Bald keine Apartheid mehr an den Unis?

Der Wahlkampf im Iran hat begonnen. Um sich gegenüber der Geistlichkeit abzugrenzen, hat Ahmadineschad dem Hochschulminister Daneschdschu angeordnet, die Geschlechtertrennung an den Universitäten aufzuheben. Minister Daneschdschu weigerte sich zuerst, diese Anweisung auszuführen, und berief sich darauf, dass er den Anweisungen des vom Religiösen Führer eingesetzten Rats der Kulturrevolution (Shouraye Enqelabe Farhangi) folgen müsse. Nach ein paar Tagen besann er sich aber und stellte in Aussicht, die Anweisung zur Eröffnung des neuen Semesters im September umzusetzen. In der Geistlichkeit stieß diese Anweisung auf große Entrüstung, sie empfindet dieses Vorgehen als Einmischung eines Ignoranten in ihre Autorität als islamische Gelehrte. Ahmadineschad erwiderte darauf, je mehr sich die Geistlichen dagegen wehrten, desto unbeliebter würden sie beim Volk und desto besser sei es für ihn. Offenkundig spekuliert er darauf, Anhänger unter den Studenten zu bekommen, die immer wieder gegen die Geschlechtertrennung protestieren.

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