Said Mortazavi – ein Folterer mit Schutzpatron


Richter Said Mortazavi

Said Mortazavi ist ein bekannter Mann im Iran. Er hatte die iranisch-kanadische Journalistin Zahra Kazemi (Kasemi) beim Verhör zu Tode gefoltert. Damals war er Richter. Dann wurde er zum Staatsanwalt von Teheran befördert. Nach der Wahlfälschung vom Juni 2009 war er als Richter beim berüchtigten Kahrisak-Gefängnis tätig, in seinem alten „Metier“. Einige Angehörige der ermordeten Folteropfer haben gegen ihn und weitere Richter geklagt, worauf ein Verfahren eingeleitet wurde. Richter Mortazavi (Mortasawi) wurde daraufhin auf eine andere Stelle versetzt, er ist jetzt für Schmuggler zuständig.
Am 24. Juli 2011 (2. Mordad 1390) wurde Richter Mortazavi von der Zeitung „Dschomhuriye Eslami“ – die einem Flügel der Anhänger von Ajatollah Chamene‘i nahesteht – sinngemäß so zitiert, dass ein Gerichtsbeschluss ergangen sei, wonach weder ihn noch seine anderen Richterkollegen im Fall Kahrisak irgendein Verschulden treffe. Die Zeitung zitiert aber auch die Angehörigen der Ermordeten, die darauf hinweisen, dass die Beschuldigten noch nicht einmal verhört wurden, von einem Beschluss des Gerichts ganz zu schweigen.
Der ehemalige Geheimdienstminister und jetzige Justizsprecher Ezhe‘i (Esche‘i) wies heute, am 25. Juli 2011, in einer Presse-Erklärung darauf hin, dass alle drei Richter im Kahrisak-Fall nach wie vor angeklagt seien und auch keinerlei Freispruch erfolgt sei.
Dass weder die Zeitung noch ein Sprecher von Ajatollah Chamene‘i bis jetzt etwas gegen Said Mortazavi ausrichten konnten und er weiterhin als Richter im Amt ist, zeigt, dass die Pasdaran in diesem Kräftemessen bislang die Stärkeren sind.

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