Wasserschlacht keine Straftat


Eine Straftat im Iran?

Vor anderthalb Wochen fand im Teheraner Park „Park-e Ab wa Atasch“ eine große Wasserschlacht mit Spritzpistolen statt, zu der Jugendliche über Facebook aufgerufen hatten. Es waren vielleicht 800 Kinder und Jugendliche gekommen.
Dies führte zu einer heftigen Reaktion der Geistlichkeit und ihrer staatlichen Organe. Sie unterstellten den Akteuren, vom Ausland angestachelte Unruhestifter zu sein. Mindestens 10 Personen wurden festgenommen. Ihnen wurde Propaganda gegen das System vorgeworfen. Jetzt wurden diese zehn gegen Kaution wieder von der Staatsanwaltschaft in der Chiyaban-e Bocharest (Bukarest-Straße) freigelassen.
Der Leiter des Medienzentrums des Polizeikommandos der Groß-Teheran erklärte öffentlich, dass Berichte in einigen Medien, wonach Feinde und ausländische Gruppen hinter dieser Aktion steckten, auch die Mitarbeiter bei der Polizei erstaunt hätten.
Gegenüber der im Iran erscheinenden Tageszeitung „Sharq“ (Osten) erklärte der Jurist Kambiz Nouruzi (Kambis Nourusi), dass diese Spiele mit der Spritzpistole überhaupt keinen Straftatbestand erfüllen und folglich auch gar keine Anklageschrift erhoben werden könne.
Bei einer ähnlichen Aktion in Abadan griff die Polizei erst gar nicht ein. Ihre Begründung: Die beteiligten Frauen seien alle islamisch bekleidet gewesen, es habe keinen Grund zum Eingreifen gegeben.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email