Iranisch-Kurdistan: PJAK-Hinterhalt


PJAK-Kämpfer, AFP-Foto von der Website Radiofarda

Wie die vom US-Kongress finanzierte Website www.radiofarda.com (Teil von Radio Free Europe/Radio Liberty) berichtet, hat der Gouverneur von Maku (Nordwestiran) Hamid Ahmadiyan am Dienstag (09.08.2011) gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur FARS erklärt, dass fünf Angehörige der iranischen Sicherheitskräfte in der Gegend von Chaldaran in einen Hinterhalt der kurdischen PJAK geraten und dabei ums Leben gekommen seien.

Mit Bomben gegen Strom und Gas
Die Website Ayande (www.ayandenews.com) gab weitere Details zu diesem Vorfall bekannt, der sich am Montag Nachmittag ereignete. Ahmadiyan erklärte, dass die fünf Getötenen Ingenieure gewesen seien, die die Stromversorgung in der Gegend wiederherstellen sollten.
Am 29. Juli 2011 (7. Mordad 1390) wurde eine Gasleitung vom Iran in die Türkei gesprengt, die den iranischen Gasexport auf dieser Route stilllegte. Der Abgeordnete von Chaldaran im iranischen Parlament beschuldigte die PJAK, diese Bombe gelegt zu haben.


PJAK-Schütze, Foto von der Website yeni özgür politika

In den vergangenen Monaten waren wiederholt bewaffnete Aktionen der PJAK im Westen und Nordwesten des Irans zu verzeichnen. Die iranischen Sicherheitskräfte, die Pasdaran, haben ihrerseits in den vergangenen drei Wochen wiederholt irakisches Gebiet beschossen, angeblich, um Stellungen der PJAK zu zerstören. Dabei seien laut Angaben der iranischen Agentur PARS acht iranische Pasdaran und ein Kommandant der Pasdaran ums Leben gekommen, Dutzende von „Banditen und Terroristen“ seien getötet worden. Die Angriffe der Pasdaran löste mehrfache Fluchtbewegungen in der kurdischen Bevölkerung aus. Die irakischen Behörden protestierten gegen die Angriffe der iranischen Einheiten und forderten den Iran auf, die Attacken einzustellen. Die Führer der irakischen Kurden protestierten ebenfalls gegen die iranischen Angriffe, die viele Dörfer zerstört und Felder ruiniert hätten.


PJAK-Führer Abdurahman Haji Ahamdi

Der in Deutschland lebende PJAK-Führer Abdurahman Haji Ahamdi erklärte in einem am 8. August 2011 veröffentlichten Interview mit der kurdischen Agentur Rudaw, dass die Kurden bereit seien, sich mit der iranischen Seite zu Verhandlungen an einen Tisch zu setzen. Er wird in Rudaw.net darüber hinaus mit den Worten zitiert:
“We (PJAK) may become a factor for (the regime) to be ousted but we have never called for the overthrow the regime,” he said. “This problem will only be solved through dialogue and peaceful means.” (Wir – die PJAK – können ein Faktor werden, der zur Ächtung des Regimes führt, aber wir haben nie zu einem Sturz des Regimes aufgerufen. (…) Dieses Problem wird nur durch Dialog und mit friedlichen Mitteln gelöst.)


Dieses Problem wird nur durch Dialog und mit friedlichen Mitteln gelöst“ (Foto aus yeni özgür politika)

Die aus der PKK-Perspektive berichtende türkische Webseite Yeni Özgür Politika berichtet derzeit noch nichts von den jüngsten Ereignissen, offensichtlich hat die Redaktion eine lange Leitung, bis ihre Artikel von den Entscheidenden abgesegnet werden. Die neuesten Berichte zur PJAK sind vom 19. und 20. Juli 2011, und zu den Pasdaran-Angriffen auf die Kurden im Nordirak weiß die Zeitung nur unter dem Titel zu berichten: „Iran da kim?“ (Wer ist schon der Iran?)

Diesem Artikel zufolge fliehen die bombardierten Kurden keineswegs aus den Dörfern im Kandil-Gebirge, sondern leisten heldenhaft Widerstand, hier in Gestalt einer weißhaarigen Kurdin, die sich mit beiden Händen auf ihren Stock abstützt.

Quellen:
http://www.radiofarda.com/content/f4_pajak_killing_five_iran_police_chaldoran/24291510.html
http://www.ayandenews.com/news/34259/
http://www.rudaw.net/english/news/iran/3878.html
19. Juli 2011
http://www.yeniozgurpolitika.org/index.php?rupel=nuce&id=121
20. Juli 2011
http://www.yeniozgurpolitika.org/index.php?rupel=nuce&id=153
09. August 2011
http://www.yeniozgurpolitika.org/index.php?rupel=nuce&id=815

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