Iran auf dem Energiemarkt Zentralasiens


Der rote Kreis markiert die Lage von Sangtuda-2 am Wachsch-Fluss in Tadschikistan

Sangtuda
Der Wachsch-Fluss entspringt im Süden Kirgisistans und mündet schließlich in den Pandsch-Fluss. Der durch den Zusammenfluss der beiden entstehende Fluss heißt Amudarya und fließt weiter durch Usbekistan. Schon zu Sowjetzeiten waren an diesem Fluss Staudammprojekte geplant und begonnen worden, die bekanntesten Flusskraftwerke am Wachsch tragen die Namen Nurek, Rogun (im Bau) und Sangtuda.


Sangtuda-2

Der Bau der Wasserkraftwerke Sangtuda-1 und Sangtuda-2 war Ende der 1980er Jahre begonnen aber wegen des tadschikischen Bürgerkriegs in den 1990er Jahren abgebrochen worden. 2005 wurde ein Abkommen zwischen Russland, Tadschikistan und Iran unterzeichnet, das Kraftwerk Sangtuda-2 zu Ende zu bauen. Auf iranischer Seite ist das Unternehmen „Sangob“ federführend. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 220 Mio US-Dollar, wovon der Iran 180 Mio. übernimmt, Tadschikistan 40 Mio. Um die iranischen Investitionen zu amortisieren, soll das Kraftwerk nach Inbetriebnahme 12 Jahre lang im Besitz des Irans bleiben, dann übergehen die Eigentumsrechte an Tadschikistan. Das Kraftwerk hat eine geplante Leistung von 220 Megawatt.


Dementi einer Blockade von usbekischer Seite – nur „Reparaturarbeiten“

Usbekische Regierung als Gegner
Die usbekische Regierung hatte zu verschiedenen Mitteln gegriffen, den Bau des Kraftwerks zu verhindern. So hatte ursprünglich China Interesse am Bau der Anlage, aber auf usbekischen Druck davon abgelassen. Im Jahr 2010 wurden durch Usbekistan reisende Güterwaggons mit Anlagenteilen für den Bau des tadschikischen Kraftwerks blockiert, was laut Angaben des Direktors der iranischen Firma Sangab zu einer Verzögerung der Bauarbeiten führte. Vermutlich dürfte das auch der Grund sein, warum die Firma 120 Tonnen schwere Anlagenteile in diesem Jahr per Flugzeug nach Duschanbe transportierte.

Das liebe Geld
Behsad Eslahtschi, Executive Director der iranischen Firma Sangab erklärte, dass das iranische Energieministerium sich vertraglich gegenüber Tadschikistan verpflichtet hatte, mit Anteilen der beteiligten iranischen Firmen die Gründung einer Firma namens „Projekt Sangtude 2″ (Prozhe Sangtude 2) zu betreiben.
Die Bauarbeiten begannen mit der Überweisung der ersten Rate durch die iranische Außenhandelsbank „Bank-e Touse‘e-ye Saderat-e Iran“ (Bank zur Entwicklung der Exporte des Irans / Export Development Bank of Iran (EDBI)), die auch der Hauptfinancier dieses Projekts ist.
Auf die Frage, ob sich das Projekt für den Iran lohne, antwortete Eslahtschi: „Beim Verkauf von jeder Kilowattstunde Strom ist ein Preis von 3 Cent anvisiert, damit wird der Stromverkauf innerhalb von 12 Jahren die Kosten des Irans decken.“
In der Überschrift des iranischen Artikels ist von 932 Gigawattstunden aus Sangtude-2 die Rede. Das ergäbe bei einem Strompreis von 3 Cent pro Kilowattstunde Einnahmen von rund 28 Millionen Dollar. Falls das jährliche Einnahmen sind, wären die 180 Millionen Dollar, die vom Iran bis 2011 investiert wurden, über den vereinbarten Zeitraum von 12 Jahren mit 336 Millionen Dollar entgolten, vorausgesetzt, die Anlage leistet, was sie soll.

Die Tadschiken haben 12 Jahre nichts von dem Strom
Tadschikistan selbst hat sich zwar eine Liefergarantie für Strom geben lassen, aber Eslahtschi geht davon aus, dass das Land nicht die Kaufkraft hat, um den Strom aus diesem Kraftwerk zu kaufen. „Laut Vertrag dürfen wir den Strom von Sangtude-2 an die anderen Nachbar-Länder verkaufen.“
http://sabainfo.ir/newsdetail-10289-fa.html


Export Development Bank of Iran (EDBI)

Und wohin werden die Einnahmen fließen?
Da der Hauptinvestor von Sangtude-2 eine iranische Staatsbank ist (Direktoren: Bahman Vakili, Dr. Mojtaba Harati Nik, Dr. Hossein Eyvazlou, Dr. Mirsaeed Nikzad Larijani, Naser Seifollahi), bleibt die Frage, wohin die Einnahmen aus dem Stromgeschäft der nächsten 12 Jahre gehen werden. Werden sie jemals im iranischen Staatshaushalt als Einnahmen auftauchen? Werden sie dazu dienen, Ahmadineschad und Co. auch noch nach ihrem Abgang einen geruhsamen Lebensabend zu sichern? Hat sich auch die tadschikische Regierung einen Anteil daran gesichert?

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