Islamisches Banking im Iran: das Vorbild des Großen Teufels


Iranische Exportbank

Die von den Banken verursachten Wirtschaftseinbrüche in Japan, den USA oder Europa sind allseits bekannt. Bekannt auch die Art, wie der österreichische Politiker Jörg Haider die Hypo Alpe-Adria-Bank für seine persönlichen Zwecke in den Bankrott trieb, die Rechnung ging wie üblich an die Bürger.

Wie sieht es nun in einem Land aus, das behauptet, ein „moralisches Bankensystem“ installiert zu haben, in dem es keinen Wucherzins mehr gibt und sich das Handeln an angeblich islamischen Werten orientiert?

Ein solches Land ist Iran, seit Ajatollah Chomeini vor über 30 Jahren an die Macht kam. Dort ist jetzt bekannt geworden, dass sieben Banken – Bank-e Saderat-e Iran (Iranische Exportbank), Bank-e Melli (Iranische Nationalbank), Bank-e Refah-e Kargaran (Arbeiterwohlfahrtsbank), Bank-e Parsiyan (Bank der Perser), Bank-e Saman (Saman-Bank), Bank-e Sepah (Sepah-Bank) und eine ungenannte Bank – es geschafft haben, circa 3 Milliarden US-Dollar zu veruntreuen. Die Gelder wurden unter anderem dafür eingesetzt, 19 staatliche Firmen zu kaufen, darunter „Sherkat-e Karkhanejat-e Naward-e Iran“ (Firma der Walzen- und Röhrenfabriken des Iran), „Sherkat-e Karkhanejat-e Puladsazi-ye Iran“ (Firma der stahlerzeugenden Fabriken des Iran), „Sherkat-e karkhanejat-e Lulesazi Shahryar“ (Firma der Röhrenfabriken von Schahriyar).

Wer die Nutznießer dieser Art von Privatisierung sind, wurde bis jetzt nicht bekannt. Jedenfalls scheint die gesamte Regierungsspitze von Ahmadineschad bislang erfolgreich verhindert zu haben, dass die Täter und Auftraggeber vor Gericht kommen. So beklagte der Parlamentsabgeordnete Hossein Ebrahimi, der im Innenausschuss und Außenausschuss sitzt, dass es kein Wunder sei, dass solche Praktiken sich ausbreiteten, wenn der Staatschef verhindere, dass gegen die Beschuldigten ermittelt werde.


Zentrale der Bank Melli Iran, Teheran

Der Fisch stinkt vom Kopf her
Soweit bekannt wurde, haben die Banken zwar das Geld bereit gestellt, aber angeblich auf Anweisung aus politischen Kreisen. Wie weit der Staatsapparat in diese Betrugsmanöver verwickelt ist, zeigt sich auch daran, dass über die Projekte, für die die 3 Milliarden Dollar scheinbar bewilligt wurden, regelmäßig an den Religionsführer Ajatollah Chamene‘i Bericht erstattet wurde. Einer der Berichterstatter war Herr Bagha‘i, der im Auftrag von Präsident Ahmadineschad Ajatollah Chamene‘i über den angeblichen Fortgang der Projekte unterrichtete. Er wurde später selbst wegen Veruntreuung hoher Geldbeträge festgenommen, kam aber Dank der Intervention von Ahmadineschad rasch wieder frei. Mehr noch, Präsident Ahmadineschad schlug ihn sogar als Erdölminister vor.
Natürlich war auch Ajatollah Chamene‘i im Bilde – über seine Leute im Geheimdienst wusste er sehr wohl, dass die Berichte von Herrn Bagha‘i erfunden waren. Aber auch er ließ die Diebe gewähren…

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