Iran: Der Führer sitzt im Glaskäfig

Kermanschah ist eine iranische Großstadt mit fast 1 Mio. EinwohnerInnen. Sie liegt im Westiran, in der Nähe zum Irak und wird vornehmlich von iranischen Kurdinnen und Kurden bewohnt. Es wird hier kurdisch und persisch gesprochen – mit einem eigenen Kermanschi-Dialekt. Die Mehrzahl der EinwohnerInnen sind Schiiten.

Seitdem die islamische Regierung an die Macht gekommen ist, wurde viel Geld in die Förderung der Schiiten gesteckt. Zahlreiche gut ausgebildete KurdInnen aus Kermanschah wurden gezielt über den iranischen Teil von Kurdistan verteilt und dort in der Verwaltung eingesetzt.

Zwei Gerüchte machen derzeit die Runde:

Das eine besagt, dass die Opposition in der Region von Kermanschah einen bewaffneten Kampf gegen die Zentralmacht in Teheran lostreten wird. In diesem Zusammenhang stehen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der kurdischen Organisation PJAK (Partei für die Freiheit von Kurdistan) und den Pasdaran während des letzten Jahres.

Das andere Gerücht besagt, dass die USA im Fall eines Angriffs auf den Iran diese Region als Einfallstor benutzen würde.

Als Antwort auf diese Gerüchte zog die iranische Regierung im Verlauf der letzten beiden Monate tausende Pasdaran, Bassidjis und Geheimdienstler in der Region zusammen. Sie wurden in Kasernen, Moscheen und Schulen stationiert. All dies galt der Vorbereitung eines Besuchs von Chamenei, der dann letzte Woche statt gefunden hat. Wie der Papst in seinem Papamobil fuhr er durch die jubelnden Massen.

Allerdings bestanden diese Massen eben aus jenen, mit großem Aufwand herbeigekarrten Bassidjis und Anhängern der Regierung. Die Frage ist, warum er in einem speziellen Panzerwagen geschützt werden muss, wenn er angeblich so beliebt ist?

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