
Mohsen Rafighdoost
Mohsen Rafighdoost, ist ein Basarhändler, der als Vertrauter von Chomeini unter ihm zum ersten Minister der Revolutionsgarden (1982-1989) aufsteigen konnte. Anschließend wurde er unter der Regierung von Ali Akbar Hashemi Rafsanjani zum Leiter der Stiftung der Unterdrückten (Bonyad-e Mostazafen va Janbazan) ernannt. Diese Stiftung gilt als das zweitgrößte Wirtschaftsunternehmen im Iran – gleich nach der staatlichen Erdölgesellschaft.
Nach 1999 wurde er Direktor der Noor Foundation, einer Stiftung, die mit Immobilien Geld verdient und jährlich 200 Mio. Dollar Gewinn aus dem Handel mit Pharmazeutika, Zucker und Baumaterial macht. Als Ahmadinejad an die Macht kam, verschärften sich die Konflikte. Ähnlich wie die Anhänger von Rafsanjani aus den einflußreichen Posten und Ämtern vertrieben wurden, ersetzte Ahmadinejad auch die Anhänger von Mohsen Rafighdoost.
Um Ahmadinejad zu schaden, gab Rafighdoost sich als Reformist und half hin und wieder Mirhossein Mussawi und Mehdi Karroubi. Heute sind die Reformisten im Iran abgemeldet und Rafighdoost hat sich auf den Flügel der Prinzipialisten geschlagen, der Ahmadinejad gegenübersteht: die Anhänger von Khamenei .
Die Websites und Blogs aus dem Umfeld der Anhänger von Ahmadinejad veröffentlichen seit einigen Tagen Insiderinformationen über Mohsen Rafighdoost, die ihm schaden sollen. Eine Zusammenfassung dieser Berichte erschien beim „Zentrum zur Verteidigung der Familien der Ermordeten und Gefangenen“.
Demnach leitet Rafighdoost ein Mafianetzwerk, das unter dem Namen eines Logistik-Unternehmens betrieben wird. Dieses verfügt über eine Flotte von Flugzeugen, Schiffen, Bussen und Lastwägen. Mit ihnen werden Drogenpakete aus dem Iran in Länder wie Rumänien, Bulgarien und Albanien verschoben. Von dort aus geht es weiter nach Westeuropa.
Dreihundert Busse eines Tochterunternehmens dieses Netzwerkes verkehren regelmässig zwischen dem Iran und Westeuropa und transportieren neben Personen auch Drogen. Der Leiter dieses Unternehmens heisst Abdullah Araghi und ist zuständig für die Geldwäsche der Drogengelder. Auch er war eine wichtige Figur bei den Revolutionsgarden.
Ein Teil der Drogen wurde aus Afghanistan über einen afghanischen Händler bezogen, der es sich aber mit den Pasdaran verscherzt hatte und daher sein Heil bei den Amerikanern suchte, die ihm Hilfe im Tausch gegen Informationen anboten. Dazu zählte u.a. der Tipp, wie Drogen aus Afghanistan im Flugzeug nach Indien und von dort weiter in den Rest der Welt transportiert wurden. Amerikanische und indische Behörden ermittelten die weitergehenden Transportrouten gemeinsam. Am Ende konnte konnten vier Schiffe voller Drogen auf dem Weg nach Neuseeland beschlagnahmt werden, die iranischen Pasdaran gehören.
Experten schätzen, dass die Mafianetzwerke der iranischen Machthaber jedes Jahr einen Gewinn von vier Milliarden Dollar machen. Ihr Netz ist über die ganze Welt verteilt.
Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an eine Rede von Ahmadinejad, in der er darauf hinwies, dass der Iran ein Paradies für Schmuggler sei und die „Brüder Schmuggler“ 37 geheime Häfen zur Verfügung hätten – gemeint waren seine ehemaligen Mitstreiter und jetzigen Gegner unter den Pasdaran.

