Iran: Explosion – Korrespondent verhaftet


Der iranische Journalist Hassan Fathi

Der iranische Journalist Hassan Fathi, der als Korrespondent für BBC arbeitete, wurde laut einer Meldung vom 13. November 2011 von den iranischen Revolutionswächtern (Pasdaran) verhaftet, weil er in einem Interview mit BBC über die Explosion in Melard bei Schahrijar/Karadsch (Großraum Teheran) berichtet hatte, bei der auch der Pasdar-General Hassan Moqaddam ums Leben kam. In der Regierungslesart lautet der Vorwurf gegen Hassan Fathi, er habe mit der „illegalen Nachrichtenagentur“ BBC zusammengearbeitet, Lügen verbreitet und zur Beunruhigung der Bevölkerung beigetragen. Ihm wurde insbesondere vorgeworfen, „zionistische Behauptungen über den Iran“ verbreitet zu haben.
Hassan Fathi hatte im Interview mit BBC erklärt, dass die Bevölkerung in Teheran wegen der militärischen Drohungen gegen den Iran beunruhigt sei und dass sich nach der Explosion auf dem Pasdar-Stützpunkt in Melard rasch zahlreiche Gerüchte verbreitet hätte. Es sei auffällig, dass vom Ort der Explosion eine weiße Rauchwolke ausging und dass den Erste-Hilfe-Rettern der Zugang zum Ort der Explosion verweigert worden sei, vermutlich, um Augenzeugen fernzuhalten. Die Explosion, die sich in einer Entfernung von 20 km von Teheran ereignete, soll noch in Teheran wahrnehmbar gewesen sein. Der gestorbene Pasdar-General Hassan Moqaddam ist für seine Mitarbeit am militärischen Raketenforschungsprogramm des Irans bekannt, so dass der Verdacht besteht, er könne bei einem missglückten Test ums Leben gekommen sein. So würden sich auch die massive Geheimhaltungsbemühungen der Behörden erklären, die bei einem einfachen Munitionsunfall keinen Grund hätten, Meldungen zu unterdrücken.

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