Iran: Ali Akbar Dschawanfekr – Zeuge in eigener Sache

Wir hatten davon berichtet, dass die iranischen Justizorgane versucht hatten, Ali Akbar Dschawanfekr, den Chef der staatlichen Zeitung Iran und Verantwortlichen der Nachrichtenagentur IRNA, der zugleich der Medienberater des Präsidenten Ahmadineschad ist, festzunehmen. Sie waren am Widerstand der Mitarbeiter des Medienkonzerns und Ahmadineschads gescheitert, der sich persönlich auf den Weg machte, um seinem Mitstreiter aus der Patsche zu helfen. Dschawanfekr hat heute, den 28.11.2011, in einem Leitartikel der Zeitung „Iran“ den Vorgang aus seiner Sicht geschildert, wobei freilich nicht die Rede von irgendeinem ergangenen Gerichtsurteil ist. Er kritisiert aber, dass die Justizbeamten keinen Haftbefehl bei sich gehabt hätten und bei der Festnahme Tränengas, Pfefferspray, Knüppel und Taser eingesetzt hätten. Ein Beamter drohte sogar mit seinem Colt. Auch hätten sie die Anwesenden mit sehr vulgären Schimpfwörtern beleidigt. Dschawanfekr meinte, es sei eine Szene gewesen, von der man am liebsten glauben würde, man träume sie nur.
Selbst wenn man seine ausführliche Darstellung als Selbstinszenierung angeblichen Heldenmuts ansieht, die von den dunklen Seiten seines Tuns ablenken soll, ist auch er ein Beispiel dafür, mit welcher Rücksichtslosigkeit die Machthaber mit Medienvertretern umgehen, selbst mit solchen, die gestern noch ihre Verbündete waren.

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