Archiv für Februar 2012

Wahlen im Iran: die Kleinstädte haben’s in sich

Der Oberbefehlshaber der iranischen Polizeikräfte, General Esmail Ahmadi-Moqaddam, hat gegenüber der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärt, dass die Polizeikräfte sich auf alle Eventualitäten im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen am Freitag, 2. März 2012, vorbereitet hätten. Mit anderen Worten, Millionenproteste wie nach der Wahlfälschung 2009 sollen sich nicht noch einmal wiederholen.
Interessant ist aber eine kleine Anmerkung von ihm, die es verdient, übersetzt zu werden:
„In den kleinen Städten ist die Sensibilität gegenüber den Parlamentswahlen größer, und mitunter ist es so weit gekommen, dass sogar Steine auf das Auto des Abgeordneten (AdÜ: evtl. auch des Kandidaten) geworfen wurden, wobei freilich niemand verletzt wurde und die Lage durch Verhandlungen in Gegenwart der (Polizei)Beamten unter Kontrolle gebracht wurde.“
Wer General Esmail Ahmadi-Moqaddam kennt – er wurde für seine Verbrechen in Zusammenhang mit der Unterdrückung nach den Wahlen 2009 auf eine Sanktionsliste der EU gesetzt, mag sich darüber wundern, dass seine Beamten die Lage „durch Verhandlungen“ unter Kontrolle gebracht haben sollen. Entweder lügt er, und sie haben drauf los geknüppelt, oder er sagt die Wahrheit, dann heißt das, dass die Menschenmenge so groß war, dass die Polizei sich nicht dagegen durchsetzen konnte und deshalb nur ein Ausweg durch Verhandlungen möglich war. Für die letztere Deutung spricht, dass er dies als Besonderheit der kleinen Städte bezeichnet hat. Dort kennt jeder jeden, viele Menschen sind verwandt und der Zusammenhalt ist entsprechend groß.
Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=45233

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Iran: O tempora, o mores!


Für ihren Namen sieht der Generaldirektor vom Standesamt schwarz

Mohsen Esma‘ili, der Generaldirektor für Personalausweise bei der Oberbehörde der iranischen Standesämter, beklagt sich über den Verfall der Sitten im Iran.
So sei es unter Iranern Mode geworden, Kindern keine einheimischen, religiösen Namen mehr zu geben, sondern ausländische, importierte.
Unter den 50 häufigsten Namen für Mädchen finden sich:
Sarina, Elina, Melika, Yalda, Hulya, Baran, Narges, Mahsa, Assal, Haniye, Nasanin, Aynas, Kiyana, Aida, Sougand und Parya.
Unter den 50 häufigsten Namen für Jungen führt er folgende auf:
Perham, Parsa, Ariyan, Arasch, Mahan, Schayan, Ilya, Benyamin und Daniel.
Besonders erschüttert hat ihn wohl, dass Ruhollah, der Vorname des verstorbenen Religionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini, der vor der Revolution etwa 400 Mal im Jahr vergeben wurde und danach auf 9.000 bis 20.000 jährlich anstieg, heute ganz außer Gebrauch gekommen ist.

Zurück zur Tradition? Zu welcher denn?
Mohsen Esmai‘li hat allerdings einen Knick in der Optik: Denn Mohsen, Hassan, Hossein, Ali oder Mohammad sind ja auch keine iranische Namen, sondern arabische, und wenn er so auf traditionelle Religion bestünde, müsste er sich über Namen wie Ahura oder Benjamin freuen, denn das Judentum waren viel früher Teil der iranischen Kultur als der Islam der Araber und vor dem Islam gab es auch schon Religionen im Iran, wie die Geschichte der Zoroastrier, der Anhänger Zarathustras, belegt.
Zumal sind Namen wie Yalda, Baran, Narges, Nasanin, Sougand und Parya oder Perham, Parsa, Ariyan oder Arasch alte iranische Namen, von Import kann da keine Rede sein.

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Iran: Unterdrückung vor den Wahlen – ein ai-Bericht

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat einen aktuellen Bericht über die Unterdrückung im Iran im Vorfeld der Wahlen veröffentlicht. Der Bericht liegt auf Englisch und Persisch vor. Die englische Version ist unter der Adresse
http://www.amnesty.org/en/library/asset/MDE13/009/2012/en/005207a7-1c89-40d9-924c-39d343f04bb7/mde130092012en.pdf
zu finden. Wenn die Seite nicht zu öffnen ist, sollte man es später noch einmal versuchen.

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Oscar für „Nader und Simin – eine Trennung“ – die iranische Regierung tobt

Die Verleihung des „Oscar“ an Asghar Farhadi für den besten ausländischen Film für „Nader und Simin – Eine Trennung“ ist der iranischen Regierung schwer aufgstoßen. Das sei ja nur der Preis der Zionisten und so weiter… Während die Pasdaran und die Ajatollahs wettern, feiert das Volk. So verteilten die Menschen Süßigkeiten untereinander, als sie von der Preisverleihung erfuhren, und selbst der ehemalige Präsident Chatami ließ es sich nicht nehmen, Asghar Farhadi namentlich zu gratulieren. Der bekannte iranische Sänger Homayun Schadscharijan widmete sein jüngstes Konzert im Lande ebenfalls dem Gewinner des Oscars. Viele Familien versammelten sich vor dem Fernseher, um gemeinsam die Preisverleihung anzuschauen. Das sind die Dinge, die die normalen Iraner bewegen, nicht die Atombombe und auch nicht der Tschador.

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Iran: Unter Brüdern


Kamran Daneschdschu, der Wissenschaftsminister


Farhad Daneschdschu, der neue Vorsitzende der Freien Universitäten des Irans
(laut Angaben eines iranischen Parlementariers stammt sein britischer Studienabschluss von einer Uni, die es gar nicht gibt)

Wie berichtet, wurde Ajatollah Rafsandschani als Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Freien Universitäten des Irans entmachtet. Rafsandschani konterte die feindliche Übernahme mit der Verweigerung der Unterschrift unter die Ernennungsurkunde seines Nachfolgers. Das scherte Präsident Ahmadineschad nicht. Sein Wissenschaftsminister Kamran Daneschdschu hat jetzt die Ernennungsurkunde des neuen Vorsitzenden unterschrieben. Er heißt Farhad Daneschdschu und ist sein Bruder! Dass die Privatuniversitäten nicht dem Staat gehören, interessiert offensichtlich keinen.

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Größte iranische Studentenorganisation boykottiert Wahlen


Studenten weisen in ihren Plakaten auf die gefangenen KommilitonInnen hin und kritisieren ein „Märtyerbegräbnis“ auf Hochschulgelände

Im Vorfeld der iranischen Parlamentswahlen hat die größte iranische Studentenorganisation, Daftare Tahkime Wahdat (Büro zur Festigung der Einheit), eine öffentliche Erklärung herausgegeben. Darin bezeichnet sie die Wahlen als unfrei, unfair und unnütz. Die Organisation erklärt, dass sie an den Wahlen nicht teilnehmen werde, da das Parlament ohnehin nur tue, was ihm befohlen werde, und erinnert an die zahlreichen Studenten, die nach den Präsidentschaftswahlen von 2009 inhaftiert wurden und noch immer in Haft sind, z.B. die Studentin Bahare Hadayat, die dem Zentralvorstand der Studentenorganisation angehörte und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Vor dem Hintergrund der zahlreichen politischen Gefangenen könne von einer freien Wahl nicht die Rede sein. Auch wenn die Organisation die Wahlen selbst boykottieren will, wird sie den vor den Wahlen erweiterten Freiraum dazu nutzen, um ihre Position zur iranischen Atombombenpolitik, zur Wirtschaftsmisere und anderen Themen darzulegen.

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Iran: Geheimanweisung an Schuldirektoren

Aus dem Kreis Schahrjar (in der Nähe von Teheran) ist ein Rundschreiben des iranischen Kultusministeriums bekannt geworden, in dem die Schuldirektoren innerhalb gesetzter Frist aufgefordert werden, heimlich mitzuteilen, welche Schülerinnen und Schüler ihrer Schule der Religion der Baha‘is angehören. Selbst Kinder, die noch in den Kindergarten gehen, müssen mitgeteilt werden. Die Direktoren müssen dazu ein Formular ausfüllen und an die Geheimpolizei im Kultusministerium schicken. Im Rundschreiben wird betont, dass diese Nachforschungen unauffällig erfolgen sollen, d.h., die Familien der Baha‘is sollen von dieser Erfassung nichts mitbekommen.
Hier ist der persische Originaltext:

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Teheran: Zwei Fotos von einem Hochzeitsfest


Wir sehen vielleicht nicht das, was wir uns unter Hochzeit vorstellen, und auch iranische Mädchen haben eine andere Vorstellung davon. Was wir aber sehen, ist die Hochzeit eines 150-Prozentigen, wie er auch unter den Regimeanhängern selten zu finden ist. Der Mann auf dem Bild ist Leiter der Sittenpolizei an einer Universität in Teheran, also einer von denen, die das Schikanieren von „unislamisch“ gekleideten Frauen zu ihrem Beruf gemacht haben. Selbst unter den iranischen Islamisten hat die Frau bei der Hochzeit in 99% der Fälle ein weißes Kleid und zumindest das Gesicht frei.
Nicht so bei ihm. Und dass das Kommandieren ihm zur zweiten Natur geworden ist, macht seine Fingergestik im unteren Foto deutlich.
Warum die halbstaatliche Nachrichtenagentur Mehr so etwas veröffentlicht? Wohl, um den Iranern zu zeigen, wie eine „anständige“ Hochzeit aussehen soll.

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Iran: Kalte Verstaatlichung der Privatunis

Der iranische Präsident Ahmadineschad tritt gern als Kritiker der Pfründewirtschaft der Geistlichkeit auf. Darum sei die Frage erlaubt, wie er es denn selbst damit hält. Schon in seiner ersten Amtszeit hat er die Gelegenheit genutzt und alle Posten an den staatlichen Universitäten mit seinen Leuten besetzt, Qualifikation spielte dabei keine Rolle. Aber das genügte ihm nicht. Schon damals versuchte er, auch die privaten Universitäten im Iran unter seine Kontrolle zu bringen. Diese Privatunis waren nach der iranischen Revolution 1979 entstanden und wurden von den religiösen Stiftungen finanziert. Für diejenigen, die sich die Studiengebühren leisten konnten, waren sie eine Chance, zu einem Studienplatz zu kommen, denn die Studienplätze an den staatlichen Unis reichten bei weitem nicht aus. Diese privaten Hochschulen haben ein Leitungsgremium, nennen wir es Rektorenrat, dessen Vorsitz Ajatollah Rafsandschani innehat. Und das ist Ahmadineschads Problem. Solange er Rafsandschani nicht loswird, kann er auch die Posten im Bereich der Privatuniversitäten nicht verschachern. Also ging er hin, berief den Rektorenrat ein, schüchterte die Teilnehmer so ein, dass sie sich nicht mehr trauten, anders abzustimmen als ihm genehm war, und ließ einen Nachfolger für den Vorsitzenden Rafsandschani wählen. Coup geglückt, Unis verstaatlicht, könnte man meinen. Die Sache hat nur einen Haken. Die Ernennungsurkunde des Nachfolgers benötigt die Unterschrift von Rafsandschani. Und der gibt sie nicht, sondern verlangt eine neue Versammlung in einer freien Atmosphäre.
Der Streit geht in die nächste Runde.

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Iran – Aserbaidschan: am Grenzfluss Aras

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Iran: Todesstrafe für eine anonyme e-mail

Mehdi Chas‘ali, ein Anhänger der Islamischen Republik und zugleich einer ihrer Kritiker, wird derzeit im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft gehalten. Aus Protest gegen die illegale Inhaftierung hat er einen Hungerstreik eröffnet. Kürzlich hat er einen Brief von Ahmad Montaseri, dem Sohn des verstorbenen Großajatollahs Montaseri erhalten. Jetzt ist seine Antwort auf diesen Brief im Internet veröffentlicht. Mehdi Chas‘ali schreibt darin, dass er erst jetzt allmählich versteht, was man den Gefangenen in den 1980-er Jahren alles angetan hat. Das, was er jetzt erleiden muss, ist nicht ein Hundertstel von dem, was andere Mitgefangene durchmachen müssen. Von Mithäftlingen, die die Folterungen der 1980-er und das Gefangenenmassaker von 1988 miterlebt und überlebt haben, hat er auch erfahren, dass die Zelle, in der Mehdi Chas‘ali anfänglich in Einzelhaft gehalten wurde, in jener Zeit nicht mit einer Person, sondern mit dreißig (!) belegt wurden. Damals wurden drei Betten übereinander aufgestellt, auf jeder Etage mussten 9 Gefangene kauernd Platz nehmen, und die restlichen drei kauernd im Abschnitt an der Tür. Es war so eng, dass sie nicht einmal ihre Knie auseinanderspreizen konnten, um aufzustehen und aufs Klo zu gehen. Mehdi Chas‘ali schreibt, es sei Ahmads Vater, dem inzwischen verstorbenen Großajatollah Montaseri, zu verdanken, dass wenigstens die schlimmsten Auswüchse des Systems etwas zurückgenommen wurden.
Mehdi Chas‘ali schreibt aber auch von der Willkür der Gegenwart. So wurden drei seiner Mitgefangenen von Richter Pir-Abbassi nach einer zweiminütigen Gerichtsverhandlung zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie haben sich jetzt seinem Hungerstreik angeschlossen. Ein anderer wurde wegen einer e-mail, die nur anderthalb Zeilen lang war und die er von einer anonymen Person erhalten hat, zum Tode verurteilt!
Am Vortag wurde ein Mitgefangener, der von Richter Salawati ohne Beweis und ohne Geständnis zu einer zweifachen Todesstrafe verurteilt wurde, in der Berufungsinstanz freigesprochen und aus der Haft entlassen.
Das war einer der glücklichsten Momente aller Gefangenen, wie Mehdi Chas‘ali schreibt.

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Irak: Iranische Modschahedin in der Sackgasse

Rund 3400 iranischen Volksmudschahedin sind derzeit noch immer im Aschraf-Lager im Irak interniert. Wie berichtet wird, sollen sogar Raketenangriffe gegen das Lager ausgeführt worden sein, die viele Todesopfer und Verwundete forderten. Durch die Nähe des Lagers zum Iran haben die Internierten keine Sicherheit. Das Vorhaben einer Verlegung in eine weiter entferntes Lager namens Camp Liberty ist ins Stocken geraten. Die Volksmudschahedin kritisieren, dass dieses Lager weder über Trinkwasser noch über ein Abwassersystem verfügt. Auch sind sie beunruhigt, dass die Aufsicht über das Camp Liberty bei den irakischen Behörden liegen soll, die sie der Zusammenarbeit mit dem iranischen Regime beschuldigen. Sie fordern, dass das Camp Liberty vom UNHCR betrieben werden soll.
Die Internierten bitten darum, dass das UN-Flüchtlingskommissariat Anwälte – irakische oder ausländische – damit beauftragt, die Lage im Camp Liberty zu untersuchen und sich um eine Lösung für die iranischen Internierten kümmert, damit sie ein Leben in Sicherheit führen können.

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Iran: Die Öltanker laden nicht mehr

Das EU-Embargo auf den iranischen Erdölexport beginnt allmählich zu greifen. Die größten Reedereien von Erdöltankern fahren den Iran nicht mehr an. Während frühere Embargos wenig Wirkung zeigten, da die Reedereien sich auf den Öl-Transport zwischen dem Iran und nicht-europäischen Staaten konzentrierten, hat sich das Blatt jetzt gewendet. Das EU-Embargo bezieht nämlich auch die Versicherungen mit ein, und die meisten dieser Schiffe sind bei europäischen Versicherungen versichert. Das führt dazu, dass die Schiffe ihre Versicherung verlieren, wenn sie trotz des Embargos iranische Häfen anfahren. Und bei so teuren Schiffen will das keiner riskieren, erst recht nicht, wenn Kriegsdrohungen in der Luft liegen.

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Iran: Demos zum 25. Bahman

Zum 25. Bahman, als dem 14.02.2012, hatte die Grüne Bewegung im Iran um Mussawi und Karubi zu Demonstrationen für die Freiheit aufgerufen. Die Regierung bereitete sich entsprechend vor, und so waren an wichtigen Kreuzungen und Plätzen in Teheran Polizei und Pasdaran postiert, in Esfahan und Schiras wurde auch Militär eingesetzt. Außerdem erhielten verschiedene Leute Drohbriefe per e-mail, sie sollten keine Propaganda für diese illegale Aktion machen, und sie wurden darüber belehrt, welches reichhaltige Spektrum an Paragraphen das islamische Strafrecht aufweist, um sie dafür zu bestrafen. Zudem hat die Regierung am 14. Februar die Geschwindigkeit des Internets drastisch herabgesetzt, so dass man selbst seine e-mails nicht öffnen kann, auf diesem Weg also keine spontane Mobilisierung möglich ist. Handys haben im Umkreis der Plätze, an denen Kundgebungen angekündigt wurden, keinen Empfang.
Im übrigen hat die Bevölkerung natürlich nicht vergessen, wie die Millionenkundgebungen nach der Wahlfälschung vom Juni 2009 niedergeschlagen wurden, so dass sie die Begeisterung in Grenzen hält. Das Ergebnis war entsprechend: An manchen Orten haben sich zwar einige Hundert bis Tausend Personen versammelt, sie mussten aber rasch fliehen, da die Staatsorgane Tränengas und Knüppel einsetzten.

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Valentinstag im Iran

Während die iranische Geistlichkeit das Feiern des Valentinstags als unislamisch verurteilt und als Verwestlichung des Irans geißelt, lassen sich die wohlhabenderen Iranerinnen und Iraner diese Gelegenheit nicht entgehen, sich zu beschenken. Da hilft auch nicht das im letzten Jahr erlassene Verbot, entsprechende Waren zu verkaufen. Den Handel freut es, was ja auch der Grund für die Einführung dieses Fests im Westen war…
Interessant ist, dass sich hier ganz verschiedene Diktaturen begegnen: Auch in Usbekistan führt die Regierung derzeit eine Kampagne gegen den Valentinstag, dort, um sich als Kämpfer für islamische Werte zu präsentieren. Das vor dem Hintergrund, dass gläubige Muslime in Usbekistan mit drakonischer Verfolgung rechnen müssen, und da will der Diktator sein Image ein bißchen aufpolieren, indem er nun auch gegen diese unislamische Fest hetzen lässt.

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