Größte iranische Studentenorganisation boykottiert Wahlen


Studenten weisen in ihren Plakaten auf die gefangenen KommilitonInnen hin und kritisieren ein „Märtyerbegräbnis“ auf Hochschulgelände

Im Vorfeld der iranischen Parlamentswahlen hat die größte iranische Studentenorganisation, Daftare Tahkime Wahdat (Büro zur Festigung der Einheit), eine öffentliche Erklärung herausgegeben. Darin bezeichnet sie die Wahlen als unfrei, unfair und unnütz. Die Organisation erklärt, dass sie an den Wahlen nicht teilnehmen werde, da das Parlament ohnehin nur tue, was ihm befohlen werde, und erinnert an die zahlreichen Studenten, die nach den Präsidentschaftswahlen von 2009 inhaftiert wurden und noch immer in Haft sind, z.B. die Studentin Bahare Hadayat, die dem Zentralvorstand der Studentenorganisation angehörte und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Vor dem Hintergrund der zahlreichen politischen Gefangenen könne von einer freien Wahl nicht die Rede sein. Auch wenn die Organisation die Wahlen selbst boykottieren will, wird sie den vor den Wahlen erweiterten Freiraum dazu nutzen, um ihre Position zur iranischen Atombombenpolitik, zur Wirtschaftsmisere und anderen Themen darzulegen.

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