Iran: O tempora, o mores!


Für ihren Namen sieht der Generaldirektor vom Standesamt schwarz

Mohsen Esma‘ili, der Generaldirektor für Personalausweise bei der Oberbehörde der iranischen Standesämter, beklagt sich über den Verfall der Sitten im Iran.
So sei es unter Iranern Mode geworden, Kindern keine einheimischen, religiösen Namen mehr zu geben, sondern ausländische, importierte.
Unter den 50 häufigsten Namen für Mädchen finden sich:
Sarina, Elina, Melika, Yalda, Hulya, Baran, Narges, Mahsa, Assal, Haniye, Nasanin, Aynas, Kiyana, Aida, Sougand und Parya.
Unter den 50 häufigsten Namen für Jungen führt er folgende auf:
Perham, Parsa, Ariyan, Arasch, Mahan, Schayan, Ilya, Benyamin und Daniel.
Besonders erschüttert hat ihn wohl, dass Ruhollah, der Vorname des verstorbenen Religionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini, der vor der Revolution etwa 400 Mal im Jahr vergeben wurde und danach auf 9.000 bis 20.000 jährlich anstieg, heute ganz außer Gebrauch gekommen ist.

Zurück zur Tradition? Zu welcher denn?
Mohsen Esmai‘li hat allerdings einen Knick in der Optik: Denn Mohsen, Hassan, Hossein, Ali oder Mohammad sind ja auch keine iranische Namen, sondern arabische, und wenn er so auf traditionelle Religion bestünde, müsste er sich über Namen wie Ahura oder Benjamin freuen, denn das Judentum waren viel früher Teil der iranischen Kultur als der Islam der Araber und vor dem Islam gab es auch schon Religionen im Iran, wie die Geschichte der Zoroastrier, der Anhänger Zarathustras, belegt.
Zumal sind Namen wie Yalda, Baran, Narges, Nasanin, Sougand und Parya oder Perham, Parsa, Ariyan oder Arasch alte iranische Namen, von Import kann da keine Rede sein.

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