Wahlen im Iran: die Kleinstädte haben’s in sich

Der Oberbefehlshaber der iranischen Polizeikräfte, General Esmail Ahmadi-Moqaddam, hat gegenüber der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärt, dass die Polizeikräfte sich auf alle Eventualitäten im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen am Freitag, 2. März 2012, vorbereitet hätten. Mit anderen Worten, Millionenproteste wie nach der Wahlfälschung 2009 sollen sich nicht noch einmal wiederholen.
Interessant ist aber eine kleine Anmerkung von ihm, die es verdient, übersetzt zu werden:
„In den kleinen Städten ist die Sensibilität gegenüber den Parlamentswahlen größer, und mitunter ist es so weit gekommen, dass sogar Steine auf das Auto des Abgeordneten (AdÜ: evtl. auch des Kandidaten) geworfen wurden, wobei freilich niemand verletzt wurde und die Lage durch Verhandlungen in Gegenwart der (Polizei)Beamten unter Kontrolle gebracht wurde.“
Wer General Esmail Ahmadi-Moqaddam kennt – er wurde für seine Verbrechen in Zusammenhang mit der Unterdrückung nach den Wahlen 2009 auf eine Sanktionsliste der EU gesetzt, mag sich darüber wundern, dass seine Beamten die Lage „durch Verhandlungen“ unter Kontrolle gebracht haben sollen. Entweder lügt er, und sie haben drauf los geknüppelt, oder er sagt die Wahrheit, dann heißt das, dass die Menschenmenge so groß war, dass die Polizei sich nicht dagegen durchsetzen konnte und deshalb nur ein Ausweg durch Verhandlungen möglich war. Für die letztere Deutung spricht, dass er dies als Besonderheit der kleinen Städte bezeichnet hat. Dort kennt jeder jeden, viele Menschen sind verwandt und der Zusammenhalt ist entsprechend groß.
Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=45233

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