Archiv für Februar 2012

Bascher Assad und Qassem Soleimani – Blutsbrüder


Brigadegeneral Qassem Soleimani, Führer der Pasdaran-Spezialeinheit „Qods“

Brigadegeneral Qassem Soleimani, Führer der Pasdaran-Spezialeinheit „Qods“ (Jerusalem), die bei Auslandseinsätzen aktiv ist – u.a. auch um Morde im Ausland zu verüben, ist wieder in Syrien. Direkt nach dem Veto Russlands und Chinas gegen geplante Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen das syrische Regime ist Brigadegeneral Qassem Soleimani wieder in Syrien eingetroffen. Dort koordiniert er gemeinsam mit dem syrischen Präsidenten und seinen Verwandten die blutige Niederschlagung des Aufstands im Lande. Erfahrungen aus dem Iran bringt er ja mit…

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Iran: Bald sind Wahlen


links: Dr. Welajati, ehemaliger Außenminister, rechts: Haddad Adel, ehemaliger Parlamentspräsident, beides einflussreiche Berater von Ajatollah Chamene‘i

In knapp drei Wochen sind im Iran Parlamentswahlen. Die demokratische Opposition ist sowieso ausgeschlossen, die Reformisten sind ohnehin nicht zugelassen, so dass nur die Fundamentalisten mit ihren Kandidaten antreten können. Wer glaubt, dass das keine große Wahl ist, unterschätzt, wie stark sich die Herren an der Macht zerstritten haben. Sie sind gleich mit fünf Listen angetreten, und als würde das nicht reichen, wurden so kurz vor den Wahlen noch drei weitere gegründet. Mahnende Worte des Religionsführers Ajatollah Chamene‘i zur Einigung halfen nichts, die Zersplitterung hält an, und viel zu sagen hat der Ajatollah offenkundig nicht mehr. Genauer – reden darf er noch, aber es hört keiner auf ihn. Lediglich in einem Punkt hatte er noch Erfolg – da die meisten Listen nicht genug eigene Kandidaten besitzen, nehmen sie auch noch Fremdkandidaten in ihre Listen auf. Und dort steht an führender Stelle Haddad Adel, ehemaliger Parlamentspräsident, enger Berater von Ajatollah Chamene‘i und Schwiegervater von Modschtaba Chamene‘i, also dem Sohn des Ajatollahs. Er steht wohl gemerkt nicht nur auf einer Liste, sondern auf den meisten. Er, sowie Dr. Welajati, der ehemalige iranische Außenminister, ebenfalls ein einflussreicher Berater von Ajatollah Chamene‘i, zählen zu den Drahtziehern der Politik des Religionsführers.
Kommen wir nun zur Aufzählung der antretenden Formationen:

  • Dschebheje mottahede ossulgerajan – Vereinigte Front der Prinzipialisten, unter der Führung von Ajatollah Mohammad-Resa Mahdawi-Kani, dem Vorsitzenden des Expertenrats
  • Dschebheje pajdarije enqelab – Front des Fortbestands der Revolution, unter der Führung von Ajatollah Mohammad-Taqi Mesbah-Jasdi,
  • Dschebheje istadegi – Front des Ausharrens, unter der Führung von Mohsen Resa‘i, ehemaliger Oberbefehlshaber der Pasdaran und jetzt Sekretär des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems,
  • Sedaje Mellat – Stimme des Volks, unter dem Parlamentsabgeordneten Ali Mottahari, Sohn des bekannten, verstorbenen Ajatollahs Mottahari,
  • Dschebheje bassirat wa bidari – Front der Scharfsicht und der Wachsamkeit, unter Schahabe d-Din Satr, Parlamentsabgeordneter.

Jetzt sind noch drei dazugekommen:

  • Dschebheje hamijane welajat – Front der Verteidiger der Herrschaft des Rechtsgelehrten
  • Dschebheje hamijane doulat – Front der Verteidiger der Regierung (gemeint ist Ahmadineschad)
  • Dschebheje touhid wa edalat – Front der Vereinigung und der Gerechtigkeit.

Wie wir sehen, an „Front“ ist die häufigste Bezeichnung dieser Parteien, und das ist wohl zutreffend.
Front heißt Krieg, und der Krieg, den die Herren untereinander austragen wollen, wird wohl blutig verlaufen.
Beeindruckend ist auch, dass hier für den „Bestand“ der Revolution gekämpft wird, um nicht zu sagen, für den Stillstand, was wohl das Gegenteil von Revolution ist.
Für das Volk heißt es in so einer Situation, dass es am besten ist, sich vom Geschehen fernzuhalten, um nicht unter die Räder einer dieser Fronten zu geraten.

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Iran: 33. Jahrestag der Revolution

Am 22. Bahman, also am 11. Februar, war der 33. Jahrestag der iranischen Revolution von 1978. Damals übernahm die Geistlichkeit unter Führung von Ajatollah Chomeini die Staatsgewalt. Vor 33 Jahren, in den Tagen der Revolution, gingen die Menschen zu Millionen auf die Straßen, es mögen in Teheran 6 Millionen gewesen sein.
Die Zeiten sind vorbei. Heute schafft der Staat es gerade noch, vielleicht 100.000 Menschen auf die Beine zu kriegen. Wer kommt, bekommt sein Sandwich-Paket, am besten auch zum Mitnehmen für die Familie daheim, und den Bustransport bekommt man auch nicht bezahlt, auch die Metro ist umsonst, da knausert der Staat nicht.
Hier ein Foto vom zentralen Freiheitsplatz, von oben.

Die Regimezeitungen bemühen sich natürlich, die Menge größer erscheinen zu lassen, da sind Luftaufnahmen nicht erwünscht. Man geht nah genug ran, damit der leere Platz hinter dem Fotografen nicht sichtbar ist, und siehe da, schon sieht die versammelte Menge gar nicht so wenig aus, 100.000 ist ja auch etwas.

Überhaupt ist das Ausland gemein und will nur alles madig machen, schaut nur, wie locker diese Frauen hier mit dem Kopftuch umgehen:

Die Frau in der Mitte ist auf dem Kopf ja geradezu nackt, wenn man von den Haaren absieht. Wenn das die Sittenstreife sähe! Aber die sieht es nicht, weil in den Wochen vor den Wahlen die weibliche Hälfte der Sittenpolizei nach Hause geschickt wurde, die männliche wurde in die Polizeieinheiten gesteckt, so dass die Bevölkerung ein bißchen Ruhe hat. Sonst bleiben die ja gleich zu Hause und gehen gar nicht zu den Wahlen, ein bißchen Freiheit muss schon sein, und sei es nur für zwei Wochen.
Aber seltsam ist es schon, wieso der junge Mann rechts neben der stolzen Frau seinen Kopf senkt und den Blick abwendet.
Und es scheint kein Einzelfall. Hier schon wieder:

Ist den Männern der Kopf zu schwer? Sollen sie gehenkt werden? Zuzutrauen wäre es dem Regime ja. Oder denken sie einfach ein bißchen weiter als Ajatollah Chamene‘i und Compagnon? Sie scheinen nicht zu glauben, dass das Regime noch lange steht, und so ein Foto, das kann man immer aus den Archiven holen. Wer heute die Dreckarbeit macht, wird morgen der Sündenbock sein. Die Frauen scheinen da unbekümmerter, Hauptsache, sie sind das Scheiß-Kopftuch los.

Das scheint diese Dame jedenfalls zu denken, da ist man dann auch bereit, ein Poster mit so einem bärtigen Typ zu halten. Und für den Fall eines Falles trägt man Sonnenbrille, das ist die elegante Form der Vermummung.
Tja, das war’s dann wohl mit der Revolution. Mal schauen, was nächstes Jahr zur gleichen Zeit gefeiert wird.

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China halbiert seine Erdölimporte aus dem Iran

China war im Jahr 2011 Großkunde für iranisches Öl. In den Monaten Januar und Februar des laufenden Jahres hat China seine Ölimporte aus dem Iran halbiert.

Laut der Nachrichtenagenur Reuters gab eine chinesische Quelle an, dass China im Jahr 2011 20% des vom Iran exportierten Öls importiert hat. Im Jahr 2011 importierte China 555.000 Barrel Öl pro Tag. Im Vergleich dazu hat China seit Januar täglich 285.000 Barrel Öl weniger importiert. Das wird sich auch im März fortsetzen.

Ursache für diese Entwicklung soll laut offizieller Stellen im Iran sein, dass China den Preis für das Öl weiter reduzieren wollte, obwohl sie bereits 8 Dollar pro Barrel weniger bezahlen müssen als üblich. Ausserdem wollte China laut dieser Quelle den Preis mit chinesischen Warenexporten verrechnen, anstatt Cash zu bezahlen.

Der Mineralölkonzern Sinopek hat im Jahr 2011 75.000 Barrel Flüssiggas pro Tag aus dem Iran importiert. Für die Monate Januar bis bis April 2012 ist der Import gänzlich gestoppt worden.

China versucht seine Ölnachfrage nun vermehrt bei Ländern wie Irak, Russland, Australien und Saudi-Arabien zu decken.

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Sanktionen gegen den Iran zeigen ihre Wirkung

Aufgrund der Sanktionen hat sich die wirtschaftliche Situation im Iran zunehmend verschlechtert. Unter anderem drückt sich das bei den aktuellen Schwierigkeiten aus, Reis-Importe zu bezahlen.

Indische Reisexporteure beklagen, dass gelieferter Reis von 200.000 Tonnen un dim Wert von 144 Mio. US-Dollar nicht bezahlt worden sei. Sie mussten sich an ihre Regierung wenden, mit der Bitte, dass die in diesem Konflikt vermittelt. Die indischen Reisexporteure haben angekündigt, vorerst keinen weiteren Reis mehr zu liefern.

Auch andere Länder wie Pakistan, Vietnam und die Philippinen vermeiden derzeit Reislieferungen an den Iran.

Am heutigen Dienstag, den 7.2.2012, hat die Zeitung Dschahane San-at (Welt der Industrie) geschrieben, dass im Verlauf der letzten drei Wochen die Handelsbanken von Dubai Zahlungen an Exportfirmen gestoppt haben. Daher konnten 20 Schiffe mit Reis- und Getreidefracht in iranischen Häfen nicht entladen werden.

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Unterdrückung eines sunnitischen Freitagsimams im Iran

Zwei Schwiegersöhne von Moulavi Abdolhamid Esmail-Zahi, dem Freitagsimam der sunnitischen Makki-Moschee in Zahedan, wurden letztes Jahr verhaftet. Die Regierung klagte beide wegen angeblicher Spionage an, um den Kritiker Abdolhamid zum Schweigen zu bringen. Vor kurzem äußerte er wieder scharfe Kritik an der Regierung und Chamenei. Deswegen wurde nun sein Sohn am Zahedan-Flughafen festgenommen.

In Belutschistan besteht die Bevölkerung überwiegend aus Sunniten. In der ganzen Region herrscht Armut und Arbeitslosigkeit. Schiiten haben hier ihre eigenen Moscheen und genießen eine Reihe von Privilegien. Die gesamte Verwaltung liegt in der Hand der schiitischen Pasdaran oder schiitischen Bassidschi.

Vgl. Zahedan (Balutschistan): Freitagsprediger kritisiert Hinrichtungen

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Iran adé: Der Seitenwechsel der Hamas

Die palästinensische Organisation Hamas, die lange Zeit von der iranischen Regierung finanziell und militärisch massiv unterstützt wurde, hat die Zeichen der Zeit verstanden. Sie geht davon aus, dass die Tage des syrischen Herrschers Bascher al-Asad gezählt sind und danach möglicherweise auch in Syrien die Muslimbrüder mehr zu sagen haben. Die Tatsache, dass die Muslimbrüder in Ägypten und in Tunesien in den Wahlen so gut abgeschnitten haben, die Tatsache, dass Palästina wirtschaftlich auf Ägypten angewiesen ist, und die Tatsache, dass die Hamas ein ideologischer Ableger der Muslimbrüder sind, haben ein Umdenken gefördert. So hat der Parteiführer der Hamas, Chaled Masch‘al, jüngst den jordanischen König besucht – es ist das erste Mal, dass die Hamas ihn trifft, seit ihre Vertretung in Jordanien 1999 geschlossen wurde. Der palästinensische Präsident Ismail Hanija war kürzlich zu Besuch in Qatar, wo er feierlich empfangen wurde, und flog dann weiter nach Teheran, wo der Empfang nicht mehr so feierlich ausfiel, man merkt, was gespielt wird. Auch mit Israel scheint es Verhandlungen gegeben zu haben, die letztes Jahr zur Freilassung eines über 5 Jahre in palästinensischer Gefangenenschaft gehaltenen israelischen Soldaten im Austausch gegen über 1000 in Israel inhaftierten Palästinensern führte. Die Hoffnung ist wohl, dass ein gemäßigteres Auftreten zu Investitionen aus den reichen Golfstaaten führt.
Der Iran hat ausgespielt.

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Irans Mollas: Vom Papier-Tiger zum Pappkameraden?

In verschiedenen iranischen Städten waren kürzlich seltsam anmutende Gedenkfeiern zu sehen. Am 1. Februar 2012 war der 33. Jahrestag der Ankunft von Ajatollah Chomeini aus seinem Pariser Exil. Jahr für Jahr wurde das mit Paraden und Reden gefeiert. Diesmal war es anders. Die Regierung Ahmadineschad ließ übergroße Pappbilder von Ajatollah Chomeini anfertigen und stellte mit diesen Pappbildern verschiedene Stationen der Ankunft von Ajatollah Chomeini dar.


Hier steigt er aus dem Flugzeug aus und wird von einer Ehrengarde empfangen. Die beiden Offiziere, die ihn damals stützten, wurden wenig später von Chomeinis Regime umgebracht.


Sprechblase: „Das stimmt. Damals, 1979, war der Empfang genau so. Nur, die Leute, die hinter ihm standen oder in der Nähe der Treppe standen, sind hingerichtet worden, mussten fliehen oder sind im Gefängnis.“


Hier sieht man den Papp-Chomeini in der Alawi-Oberschule (Dabirestan-e Alawi), wo er nach dem Besuch des Beheschte-Sahra-Friedhofs, des allerersten Ziels seiner Ankunft im Iran nach zehn Jahren Exil, Audienz hielt und diverse Politiker empfing. Auch diese Politiker überlebten diesen Empfang nicht lang. Frauen, wie auf dieser von der Regierung nachgestellten Szene zu sehen, waren damals natürlich nicht zugegen.

Nun wird im Iran das Wort Pappe (Moqawaa) nicht immer in schmeichelhaften Zusammenhängen verwendet. Wenn man sagen will, dass ein Kühlschrank nichts taugt, sagt man, er ist aus Pappe. Wenn ein schnell gebautes Hochhaus schlampig und mit schlechtem Material hochgezogen wurde, sagt man auch, das ist aus Pappe, das hält höchstens zehn Jahre. Und Ahmadineschad ließ den Ajatollah ausgerechnet aus Pappe anfertigen. Auch der „Papier-Tiger des Imperialismus“, von dem Mao Tse Tung einst sprach, ist ein geflügeltes Wort geblieben. Sprich – vor den Geistlichen muss man sich nicht fürchten. Wenn man sieht, wie beharrlich Ahmadineschad die Geistlichen als korrupt darstellt und sich als angeblich unbestechlich präsentiert, wenn man hört, wie Ahmadineschads Vertreter öffentlich erklärt, dass Massaker nach den Protesten gegen die gefälschten Präsidentschaftswahlen sei von Ajatollah Chamene‘i zu verantworten („Wir haben den Schießbefehl nicht erteilt“), und wenn man sieht, wie Ahmadineschad auf die nationalistische Karte gegenüber der religiösen Machtansprüche setzt, erscheint diese seltsame Art von Gedenkfeier mehr als geschickte Vorlage für den spöttischen Volksmund als eine ernst gemeinte Angelegenheit.

Und der Volksmund bedankt sich: Überall macht man Witze, bei denen die zahllosen Parolen des Ajatollah-Regimes dankbar recyclet werden.

Hieß es früher:
Ruh-e mani Chomeini, Bot-shekani, Chomeini!
Du bist meine Seele, Chomeini, du bist derjenige, der den Götzen (=Schah) zerschlägt, Chomeini!

So heißt es heute:
Ruh-e mani Moqawaa, Bot-shekani, Moqawaa!
Du bist meine Seele, Pappe, du bist derjenige, der den Götzen (=Schah) zerschlägt, Pappe!
Im Persischen reimt sich das schön.

Oder:
Taa chun dar rage maast, Chomeini rahbare maast!
Solange Blut in unseren Adern fließt, ist Chomeini unser Führer!

Heute:
Taa chun dar rage maast, Moqawaa rahbare maast!
Solange Blut in unseren Adern fließt, ist Pappe unser Führer!
(In Deutschland wäre daraus bestimmt Pappnase geworden…)

Oder der Witz:
Was ist der Unterschied zwischen einer Pappe, die iranischen Boden betritt, und Chomeini? Antwort: Keiner – beide fühlen nichts dabei.
(Dies spielt auf eine Episode im Flugzeug Paris-Teheran an, als ein Journalist Chomeini fragte, was er denn fühle, jetzt, wo er nach zehn Jahren im Exil wieder in den Iran zurückkehre. Chomeini antwortete damals: „Nichts.“)

Ajatollah Chamene‘i hat bislang nicht dagegen protestiert, Ajatollah Rafsandschani sehr wohl, und die Reformisten genauso. Denn Leute wie Mussawi, die von den „Goldenen Zeiten Chomeinis“ schwärmen, fühlen sich natürlich nicht sehr wohl, wenn jetzt ihr Heiliger zum Volksgespött wird.

Wie wir sehen, beherrscht Ahmadineschad sein politisches Handwerk – von der Wahlfälschung, zur Folter, zum politischen Mord und zum Militärputsch, aber im Gegensatz zu so manchen verkalkten Turbanträgern nutzt er auch den Spott geschickt für seine Zwecke.

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Iran: 14 Jahre Gefängnis und 90 Peitschenhiebe für Mehdi Chas‘ali

Mehdi Chas‘ali, der Sohn von Abu l-Qassem Chas‘ali, eines Mitgliedes des Expertenrates und energischen Anhängers von Ahmadineschad und Ajatollah Chamene‘i, wurde jetzt zu 14 Jahren Gefängnis, 10 Jahren Verbannung und 90 Peitschenhieben verurteilt. Mehdi Chas‘ali, der in seinem Weblog vieles über das Innenleben der Islamischen Republik veröffentlicht hat und sich deshalb bei den Herrschenden unbeliebt gemacht hat, steht im Hungerstreik und hat deshalb schon Magenblutungen erlitten. Er ist derzeit im Ewin-Gefängnis in Teheran in Haft.

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Luristan: Bassidschis als Waffenhändler

Die Region Luristan im Süden des Irans ist bekannt für die dort lebenden Nomadenstämme, für die der Besitz einer Waffe wichtig ist und die für Staatsgrenzen wenig übrig haben. Die ständige Verschlechterung der politischen Lage im Iran führt auch dazu, dass die Menschen sich unsicher fühlen und für die unsichere Zukunft gerüstet sein wollen. Da schlägt die Stunde der Waffenhändler. Das ist freilich nicht so einfach, es sei denn man wird Bassidschi. Wer eine Mitgliedskarte der Bassidschi besitzt, hat nicht nur einen leichteren Zugang zu Jobs im staatlichen Sektor, er bekommt einen höheren Lohn und hat das Recht G3-Gewehre und Kalaschnikoff-Gewehre zu kaufen. Natürlich wird dann auch weiter verkauft. So ist ein Bassidschi unter den Luren nicht unbedingt ein Vertreter des Regimes, sondern jemand, der die Bevölkerung gegen Möchtegern-Herrscher aller Art aufrüstet. Ob sich dann allerdings unter diesen Aufgerüsteten wiederum Möchtegern-Herrscher finden, wird die Zukunft weisen.

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Mitbegründer der Islamischen Republik Iran entschuldigt sich beim Volk


Doktor Ahmad-Sadr Hadsch-Seyyed Dschawadi

Doktor Ahmad-Sadr Hadsch-Seyyed Dschawadi, Mitglied des Revolutionsrats und der Provisorischen Regierung nach dem Sturz des Schahs, ein einflussreicher Berater von Ajatollah Chomeini, bereut heute seine Unterstützung für die Gründung der Islamischen Republik. Er bedauert, dass diese drei Jahrzehnte lang dem Volk ihre Herrschaft aufgezwungen hat, und entschuldigt sich beim Volk dafür, dass er bei der Gründung dieses Systems mitgewirkt hat, das dem Volk so viele materielle und moralische Schäden zugefügt hat.

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Iran: Verhaftungswelle in Chusestan


Ahwas – das Zentrum der Araber im Iran und Erdölregion

Ebenfalls im Westen des Irans, aber viel weiter im Süden, in den von Arabern besiedelten Gebieten, haben vor zwei Wochen ebenfalls umfangreiche Verhaftungen begonnen. Sie richteten sich gegen Personen, die im Zusammenhang mit den bevorstehenden Parlamentswahlen Parolen zum Boykott der Wahlen an die Wände schrieben. Die ersten Verhaftungen begannen in der Stadt Schusch.
Nach Angaben von Hamed Kanani, einem Mitglied der Menschenrechtsorganisation von Ahwas, wurden in den letzten zwei Wochen in Schusch, Hamidije und Ahwas mindestens 49 Aktivisten verhaftet, drei von ihnen wurden in der Haft zu Tode gefoltert. Die Opfer: Nasser Albuschuke Darafschan, Mohammad Ka‘bi und Resa Maghamessi.
Resa Maghamessi wurde im Gefängnis von Desful zu Tode gefoltert. Die Angehörigen des 20-jährigen Nasser Albuschuke Darafschan, der in der Naderi-Strasse in Ahwas verhaftet worden war, erfuhren zwei Tage später von den „Sicherheitsorganen“, dass Nasser im Gefängnis ums Leben gekommen sei.
Im Fall von Mohammad Ka‘bi weigerten sich die Behörden, den Angehörigen den Leichnam auszuhändigen, sie sagten nur: „Behaltet es für Euch, Ihr Kind haben wir selber begraben, die Sache ist damit erledigt.“
Zu den Verhafteten gehören auch Schuldirektoren sowie ein Pasdar-Offizier im Ruhestand.
Die ganze Region ist inzwischen militarisiert, es herrscht ein nicht verkündeter Ausnahmezustand.

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Iran: Verhaftungswelle gegen aserbaidschanische Gewerkschafter, Umweltschützer, Künstler und Studenten


Zentralgefängnis von Tabris

In den nordwestlichen Provinzen des Irans wurden in den letzten Tagen zahlreiche Vertreter der aserbaidschanischen Kulturbewegung verhaftet. Betroffen sind Studentinnen und Studenten, JournalistInnen, Gewerkschaftsmitglieder und KünstlerInnen. Ein Teil der Verhafteten wurde zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Inhaftierung des Journalisten und Webloggers Ebrahim Raschidi

Der Verein zur Verteidigung der aserbaidschanischen politischen Gefangenen im Iran berichtete über die Inhaftierung des Journalisten und Webloggers Ebrahim Raschidi, sowie einer Reihe von Studenten der Hochschule von Tabris.
Dschalal Ebrahim, der Bruder von Ebrahim Raschidi, erklärte in einem Interview gegenüber dem Sender Radio Farda, dass sein Bruder seit 13 Tagen im Hungerstreik steht. Er protestiert damit gegen seine Inhaftierung, für die bis heute keine Begründung gegeben wurde. Die Anklage gegen ihn ist ihm unbekannt. Als Dschalal Ebrahim und ein älterer Bruder sich wegen einer Besuchserlaubnis an das Revolutionstribunal von Tabris wandten, wurden sie dort mit groben Worten abgewiesen.

23,5 Jahre Gefängnis gegen Gewerkschafter
Laut einer weiteren Meldung wurden Sasan Wahebiwasch, Mohammad Dscharrahi, Schahroch Samani und Nima Purya‘qub, die im Nordwestiran in der Arbeiterbewegung aktiv sind, von der 1. Kammer des Revolutionstribunals Tabris zu 23,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr Anwalt Naqi Mahmudi, der vor ein paar Monaten in die Türkei fliehen konnte, erklärte, dass die Verurteilten nichts anderes wollten als eine Gewerkschaft zu gründen. Sie wurden verhaftet, bevor sie überhaupt die Gründung durchführen konnten. Der Vorwurf: Delikte gegen die Sicherheit des Landes, Propaganda gegen das herrschende System und Mitgliedschaft in Gruppierungen, die die Sicherheit des Landes beeinträchtigen wollen.

Komponisten für den austrocknenden Urmiasee vor Gericht
Vier Künstler, darunter Meister Hassan Demirtschi, wurden unter dem Vorwurf, eine Hymne über den austrocknenden Urmiasee verfasst und die Musik dazu geschrieben zu haben, vom Revolutionstribunal Tabris verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Der geflohene Anwalt Naqi Mahmudi erklärte, dass sowohl die Umstände der Verhaftung wie auch die Gefängnisse, in denen die Künstler untergebracht seien, unter jeder Würde seien.
Weitere Aktivisten wurden zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie gegen die Verhaftungen vom September 2011 im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen das Austrocknen des Urmiasees protestiert und Poster dazu verbreitet hatten.

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