Iran: Das Foltern hat sich gelohnt


Said Mortasawi, Beruf: Folterer

Der ehemalige Staatsanwalt von Teheran, Said Mortasawi, wurde laut einer Meldung der iranischen Zeitung „Tehran“ (Teheran) vom 4. März 2012 von der Regierung Ahmadineschads zum neuen Direktor der iranischen Sozialversicherung ernannt.
Said Mortasawi hat sich einen Namen als Folterer gemacht. So hat er im Jahre 2003 die kanadisch-iranische Fotografin Sahra Kasemi beim Verhör zu Tode gefoltert. Auch bei der Niederschlagung der Massenproteste gegen die Wahlfälschung vom Juni 2009 spielte er eine prominente Rolle. Er war es, der die Verlegung einer Reihe von Verhafteten ins berüchtigte Folterzentrum Kahrisak anordnete, wo u.a. auch Mohsen Ruh-ol-Amini, der Sohn von Abdolhossein Ruh-ol-Amini (eines einflussreichen Klerikers im Amt des Religiösen Führers), zu Tode gefoltert wurde. Ahmadineschad hatte sogar die Unverforenheit besessen, Said Mortasawi als Vertreter des Irans nach Genf zu schicken, als der UN-Menschenrechtsrat frisch ins Leben gerufen wurde.
Aufgrund massiver Kritik an Said Mortasawi zog ihn Ahmadineschad aus der Schusslinie, er wurde zum Leiter der Behörde zur Bekämpfung von Waren- und Devisen-Schmuggel.
Nun hat Ahmadineschad neue Verwendung für ihn gefunden: Am Sonntag wurde er zum Direktor der iranischen Sozialversicherung ernannt. Führungserfahrung in dem Sinn hat er zwar keine, wie die Zeitung „Tehran“ bemerkt, aber zum Stehlen braucht es andere Qualitäten. Man darf annehmen, dass das Budget der Sozialversicherung, die für die Renten von 27 Millionen Iranerinnen und Iranern zuständig ist, ausreicht, um einen Herrn Mortasawi zu ernähren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email