Verhöre für angehende iranische PromotionsstudentInnen

Iranische Studentinnen und Studenten, die nach ihrem Diplomabschluss ein Promotionsstudium anhängen wollen, müssen im Iran eine Aufnahmeprüfung machen.


Studentenproteste an der Ghazvin Universität, 2011

Die 150 StudentInnen, die diese heuer Prüfung bestanden haben, mussten vor der Prüfungskommision antreten und ein Verhör über sich ergehen lassen. Sie saßen dabei bekannten Geheimdienstbeamten gegenüber.


Studentenproteste, 16. Adhar 1389 (7.12.2010), Ingenieurshochschule, Teheran


Grüne Bewegung 2009. Universität Teheran

Es ging bei dem Verhör um die zurückliegende und zukünftige Teilnahme an der studentischen Protestbewegung. Ausnahmslos alle verhörten StudentInnen mussten ein Schreiben abgeben, in dem sie zum einen die frühere Teilnahme an Studentenprotesten zugaben (egal ob das tatsächlich der Fall war) und zum anderen versprachen, in Zukunft nie wieder so etwas zu machen. Wer nicht unterschrieb, darf nicht weiter studieren. Wer als Anhänger der Grünen Bewegung polizeibekannt ist, hat sowieso keine Chance.


Proteste an der Universität Teheran im Mai 2006 „Die Universität ist keine Kaserne“, Die Universität ist keine Religionsschule“

Diese Verhöre fanden in Teheran, Schiraz und Isfahan statt.

Allein das Schuldeingeständnis der früheren Proteste belastet die StudentInnen politisch: es braucht dann nur noch ein kleines zusätzliches Vergehen, wie ein nicht getragener Schleier, und man fliegt raus.

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