Iran: Ask – oder wie man der Dürre ein Schnippchen schlägt

Vor 500 Jahren gab es ein Jahr lang eine schwere Zeit. Die Menschen hatten im ganzen Iran große Probleme mit ihrer Wasserversorgung. In der Umgebung des über 5600 m hohen Berges Damavand, hatte man jedoch eine Lösung für dieses Problem gefunden: Schnee.

In dem Dorf Ask, in der Provinz Larijan, Nordiran wurde zum Ende des Winters Wasser in Form von Schnee „geerntet“ und gespeichert. So hatten die Menschen und Tiere Monate später und selbst in der Trockenzeit noch genügend zu trinken.

Jedes Jahr kann man in der Nähe des Dorfes auch heute noch Mitte April Zeuge eines aussergewöhnlichen Schauspiels werden.

Hunderte männliche Bewohner des Dorfes Ask und der anderern Dörfer in der Umgebung versammeln sich in der Nähe eines Schneefeldes…

… und feiern die fünfhundert Jahre alte Tradition des Abbaus von Schnee.

Teilweise kommen die Leute sogar von weit her aus Großstädten angereist und nehmen aktiv oder als Zuschauer teil.

Jeder Teilnehmer muss ein großes und schweres Stück komprimierten Schnees auf seinen Schulter einige hundert Meter weit tragen …

… und am Ende des Weges in eine alte Zisterne werfen.

Bereits am frühen Morgen mussten die Männer, ausgerüstet mit Frühstück, Mittagessen und Obst für zwischendurch, das Dorf verlassen.

Es gehört zu dieser Tradition, dass die Frauen an diesem Tag die Alleinherrschaft in ihrem Dorf übernehmen.

Frauen passen auf, dass kein Mann das Dorf betritt.

Die Frauen machen unter sich aus, wer die Rolle der Königin oder der Ministerin übernimmt.

Am Ende des Tages wird mit Süssigkeiten und festlichen Tafeln gefeiert.

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