Archiv für Juli 2012

Bilder vom Dorf Machonik, Ostiran


Oft laufen Kinder, egal ob Junge oder Mädchen, selbst Erwachsene in diesem Dorf barfuß.


Wenn es regnet, besonders im Winter, verwandeln sich solche einfachen Wege in Schlamm.


Die Innenräume der Häuser sind klein, schlecht beleuchtet und fast ohne Möbel.


Die Mädchen tragen farbenfrohe Kleidung.


Die Kinder spielen zwischen dem Müll


Die Kopfbedeckung der Jungen ist der traditionelle Hut der afghanischen Bevölkerung.


Die Häuser wurden stufenförmig an den Hang gebaut. Das Dach des einen Hauses ist der Hof des nächsten.


Auch dieser Mann trägt die traditionelle Kleidung.


Die Kleidung schützt nicht gegen die Kälte sondern vor der Sonne.

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Solidaritäts-Demonstrationen mit iranischen Flüchtlingen am 28. Juli 2012

Am 28.7.2012 fanden in den Städten Würzburg, Aub, Regensburg, Düsseldorf und Bamberg Solidaritätsdemonstrationen mit hungerstreikenden Flüchtlingen aus dem Iran statt.

Vor etwa fünf Monaten hatten iranische Flüchtlinge in Würzburg mit Streikaktionen begonnen. Der Proteste dehnten sich bald auf andere Städte aus. Noch immer befinden sich in Würzburg vier Flüchtlinge im Hungerstreik.

Quelle: http://gustreik.blogsport.eu/

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Bildmanipulation in iranischen Medien

Ein Moderator vor etwa zwei Wochen im staatlichen Fernsehen hat mit gesenkter Stimme einen kleinen Beitrag über das Manipulieren von Bildmaterial im Fernsehen angekündigt, als würde er ein Geheimnis mitteilen. Im Folgenden zeigte er Bilder, die offensichtlich vor der Ausstrahlung manipuliert worden waren. Hier ein paar Beispiele:

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Iran: Wir haben nicht fürs Huhn Revolution gemacht

Wie vergangene Woche berichtet, kam es in der iranischen Stadt Nischabur zu einer spontanen Demonstration gegen die Inflation, als die Menschen in Warteschlangen um verbilligte Hühner anstanden. „Marg bar gerani“ – Tod der Teuerung! – riefen die Menschen damals auf der Straße. Es waren erst einige Hundert, und als die Polizei eintraf, waren es mehrere Tausend. Die Polizei griff nicht ein. Dafür fand sich ein berüchtigter Staatsanwalt ein, der den Menschen damit drohte, sie seien alle gefilmt worden und müssten sich später vor Gericht verantworten. Er fuhr fort: „Wir haben doch nicht fürs Huhn die islamische Revolution gemacht.“
An anderer Stelle wird von sogar einem bewaffneten Überfall auf eine Geflügelzuchtanstalt berichtet.


Schlange stehen für Hühner, Bandarabas

Ausreiseverbot für Hühner
Nein, die Hühner werden nicht vom iranischen Geheimdienst beobachtet, aber da der Staat offensichtlich nicht in der Lage ist, eine ausreichende Produktion sicherzustellen, hat er jetzt den Export von Hühnern verboten. Und wenn viele Menschen Schlange stehen, fehlen natürlich auch die Witzbolde nicht. Auf die Frage, warum er hier seit Stunden stehe, meinte einer: „Ich warte, dass die Hühner noch Eier legen. Vielleicht bekommen wir wenigstens davon noch etwas ab.“

Wirtschaft im Widerstand
Nachdem Ajatollah Chamene‘i bislang immer großspurig verkündet hatte, die ganzen Sanktionen taugten eh nichts, das habe keine Auswirkungen aufs Land, hat ihn wohl die Reaktion der Bevölkerung eines Besseren belehrt. Am vergangenen Dienstag (24.7.2012) erklärte er öffentlich, was auch schon der Staatsanwalt in Nischabur gemeint hatte: „Wir haben doch nicht fürs Huhn die islamische Revolution gemacht.“
Nun ist nicht mehr von der Wirkungslosigkeit des Embargos die Rede, nein, der Feind steht hinter allen Berichten von Inflation, es ist der Feind, der die Bevölkerung aufhetzt, wer sich da mitreißen lässt, macht sich zum Werkzeug der Feinde. Die Antwort des Ajatollahs auf dieses Problem ist die Parole: „Wirtschaft im Widerstand. Die Bevölkerung muss durchhalten.“

Islamische Küche
Und weil er den Ernst der Lage erfasst hat, hat er gleich 6000 Geistliche ins ganze Land geschickt, um ihr das Hungern schmackhaft zu machen.
Ajatollah Makarem Schirasi hat sich da auch gleich eingeklingt, und begann, den zuhörenden Gläubigen zu erzählen, dass die Ärzte festgestellt hätten, dass Hühnerfleisch Krebs erzeuge.
Ajatollah Dschannati, der Freitagsprediger von Teheran und Vorsitzende des Wärterrats, hatte auch einen guten Ratschlag. Er sagte: „Unsere Väter hatten doch auch keine Hühner. Was hatten wir denn damals zu essen? Eschkane!“ Eschkane war eine Mahlzeit armer Leute, die sich vor fünfzig Jahren noch kein Fleisch leisten konnten. Es ist ein Gericht aus in Öl gebratenen Zwiebeln, das dann mit beliebig viel Wasser verdünnt wird, damit jeder genug bekommt, und dazu aß man Brot.
Schade, dass die Ajatollahs kein Deutsch können. Sonst fiele ihnen bestimmt noch der Spruch ein: Hunger ist der beste Koch.

Wenn der Geheimdienst für die Wirtschaft zuständig wird

Die Politik der Herrschenden im Iran angesichts der Wirtschaftskrise kann mit folgenden Worten beschrieben werden.
Nachdem die Leugnung der Krise nicht mehr zieht, weil jeder sich vom Gegenteil mit eigenen Augen überzeugen kann, greifen sie zu drei Mitteln:

  1. Preisaufspaltung: Für die eigenen Anhänger gibt’s Bezugskarten, die das Hühnerfleisch äußerst billig erhalten.
    Für die nicht so begüterten gibt es Verkaufsstellen, wo die Ware zu ermäßigten Preisen angeboten wird, dafür müssen die Leute in langen Schlangen anstehen.
    Und diejenigen, die es sich leisten können, sollen zu den Preisen auf dem freien Markt einkaufen.
    Der Gedanke, der hinter dieser Politik ist der: Wer auf diese Weise begünstigt wird, wird sich schon nicht zu Demonstrationen hinreißen lassen. Nischabur beweist das Gegenteil.
  2. Zensur: Nicht die Krise ist schlimm, die Berichte über die Krise sind es. Wer über Inflation und Warteschlangen berichtet, macht sich der Unterstützung des Feindes schuldig. Also werden die Medien zum Schweigen angewiesen, wie jüngst, als der zuständige Vertreter des Oberbefehlshabers der Revolutionswächter für kulturelle und soziale Angelegenheiten Resa Moqadamfar die staatlichen Medien ermahnte, nicht mehr über solche Themen zu berichten.
    Ins gleiche Horn stieß auch Mohammad Hosseini, Minister für „religiöse Aufklärung“, in einem Treffen mit Vertretern von Fernsehen und Presse. Auch er forderte sie auf, nicht mehr über die Inflation zu berichten.
  3. Sündenböcke suchen: Und natürlich sind die Händler beliebte Sündenböcke, sie würden Ware horten, um so mehr Gewinn zu machen. Und die Käufer würden auch mehr kaufen als sie benötigten, sprich die sind auch schuld.

So verwundert es nicht, dass auch das Geheimdienstministerium eine Erklärung zum Thema abgegeben hat:
„Dieses Ministerium wird in Zusammenhang mit der Teuerung seine Pflichten ausüben.“

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Iran: Die Seilschaften der Henker

Es gibt im Iran einige Personen, an deren Händen so viel Blut klebt, dass selbst die Regierenden nicht behaupten können, sie hätten von nichts gewusst. Einer von ihnen ist Sa‘id Mortasawi, Folterer, Richter, Staatsanwalt, Chef der iranischen Behörde zur Bekämpfung des Drogenhandels, Chef der iranischen Sozialversicherung etc.


Sa‘id Mortasawi, der smarte Mann mit der weißen Weste

Selbst das iranische Parlament, in dem nicht eben die Kritiker der Islamischen Republik versammelt sind, hat schon wiederholt versucht, Sa‘id Mortasawi zu entmachten.
Warum das nicht passiert, macht ein Brief von Resa Golpur an Sadeq Laridschani, den Leiter der Iranischen Justiz, deutlich. Resa Golpur, selbst ein iranischer Fundamentalist, der dem religiösen Führer nahesteht und Autor des Buchs „Shonud-e Ashbah“ (Der Abhörangriff der Geister) ist, legt darin die Verbindungen von Sa‘id Mortasawi offen, der über weit mehr als nur Rückendeckung durch Präsident Ahmadineschad verfügt.
Hier die Männer, mit denen Sa‘id Mortasawi verbündet ist:
- Esfandyar Rahim Mascha‘i, Berater von Präsident Ahmadineschad, (der Sohn von Ahmadineschad ist mit der Tochter von Rahim Mascha‘i verheiratet)
- Abu l-Hassan Faqih, Vorsitzender des Roten Halbmonds im Iran, ehemals Berater von Ahmadineschad, als dieser OB von Teheran war, Mitglied der Vertretung des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i an den Hochschulen
- Hamid-Resa Moqaddamfar, Vertreter des Oberbefehlshabers der Revolutionswächter für Kulturangelegenheiten (also für religiöse Indoktrination und Kontrolle)
- Madschid Mirahmadi, derzeitiger Vertreter des Verteidigungsministers für „Human Ressources“ (also für Personalfragen, d.h., er entscheidet, wer wo einen Posten im Verteidigungsministerium bekommt)
- General Rostam Aghachan, einer der Befehlshaber der Bassidschi-Milizen, Leiter des Zentrums für Organisationsfragen bei der Märtyrerstiftung (der für die Mobilisierung von Angehörigen der Personen ist, die für das Regime gestorben sind und deshalb materielle Unterstützung vom Regime erhalten)
- Hossein Ta‘eb, Vorsitzender der Geheimdienstorganisation im Justizapparat.

Diese Auflistung macht deutlich, dass die staatlichen Strukturen von der Justiz bis zu den bewaffneten Organen von Seilschaften unterwandert sind, so dass diese Organe gar nicht mehr zu selbstständigem Handeln fähig sind.
Solche Netzwerke können durchsetzen, dass ganze Lastwagenladungen von Rauschgift am Zoll ohne Kontrolle freigegeben werden, ein Anruf – z.B. seinerzeit von Sa‘id Mortasawi genügte. Sie können jeden, der sich ihnen widersetzt, mit einem „Unfall“ aus dem Weg räumen oder mit Hilfe der ihnen hörigen Justiz zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilen.
Aus diesem Grund ist auch von staatlichen Organen im Iran nicht zu erwarten, dass sie gegen solche Menschen vorgehen.

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Iran: Tod der Inflation

In Neischabur im Osten des Irans fand heute vormittag eine gut besuchte Demonstration gegen die Inflation statt. Die Teilnehmer riefen: „Marg bar gerani!“ (Tod der Teuerung). Das ist etwas gesünder als der Ruf: Tod dem Diktator…
Denn unter der Teuerung leiden auch die Sicherheitskräfte. Bislang wurde nichts von Verhaftungen berichtet.

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Iran: Entlassungen in der Industrie

Im Zusammenhang mit den Wirtschaftssanktionen, die gegen den Iran verhängt wurden, interessiert die Frage, wer davon betroffen ist. Zahlen zur Zahl der Entlassungen werden von staatlichen iranischen Medien leider nur bruchstückhaft veröffentlicht, ebenso Informationen zu den Eigentumsverhältnissen.

  • Shahab-Xodrou, Autofabrik in Teheran – Eigentümer: Der Staat
  • Qand-e Manush, Zuckerfabrik in Sarqes – Eigentümer: Pasdaran
  • Karxane-haye Ard wa Golukoz, Mehl- und Glukosefabriken in Yasuj – Eigentümer: Privat
  • Karxane-ye Zagros Chodrou, Autofabrik in Borujerd – Eigentümer: Der Staat

In diesen Firmen sind seit Frühlingsbeginn dieses Jahre 3000 Personen entlassen worden.

  • Große Firmen der Automobilindustrie insgesamt – Eigentümer: Der Staat
  • Große Firmen der Ersatzteilindustrie insgesamt – Eigentümer: Der Staat

450.000 Personen in diesen beiden Industriezweigen sind vom Staat beschäftigt. Innerhalb eines Jahres sind 30% der Arbeitenden entlassen worden, davon:

  • Firma Saypa, Automobilhersteller in Teheran – Eigentümer: Der Staat – 40% der Arbeiter sind nicht ausgelastet.
  • 2000 Firmen der Textilindustrie in der Region Isfahan – Eigentümer: Privat – von Schließung bedroht, 100.000 Entlassungen drohen.

Generell muss man bei der Deutung der Daten vorsichtig sein, selbst wenn die Zahlen stimmen.
Denn nicht nur die Sanktionen führen zum Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch die Art, wie die iranischen Herrscher die Wirtschaft organisieren. Für die Pasdaran ist es viel lukrativer, mit China Handelsverträge über Billigimporte abzuschließen, bei denen auch für die beteiligten Pasdaran etwas abspringt, als irgendeine Fabrik aufzubauen oder zu managen.
Die Lizenzen für den Import von Waren am Zoll vorbei bringt den Pasdaran ebenfalls gewaltige Einnahmen, die nirgends im staatlichen Haushalt erscheinen, und auch diese Form des „privaten“ Imports schädigt die einheimische Industrie.
Diese Entwicklung hat schon wesentlich früher eingesetzt als der Rückgang der Produktion durch die Sanktionen, und er betrifft nicht nur die Industrie, sondern auch die Landwirtschaft.

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Iran: Das Ende der Scheinreformer?

Nach der Niederschlagung der Proteste gegen die Wahlfälschung im Juni 2009, nach der Verhaftung vieler Anhänger der Grünen Bewegung im Iran sind viele Anhänger von Mussawi und Karubi ins Ausland gegangen. Dort versuchten sie, die im Exil lebenden Iraner um sich zu vereinen, wozu ihnen im Westen reichlich Gelegenheit geboten wurde. Sie wollten keinen Sturz der Islamischen Republik sondern forderten eine Reform des Systems. Nur die Auswüchse seien schlecht, aber die Islamische Republik solle erhalten bleiben, die Verfassung ebenfalls, man solle zurückkehren zu den „Goldenen Zeiten“ unter Ajatollah Chomeini.

Karubi und sein bisheriger Vertreter im Ausland, Modschtaba Wahedi

Modschtaba Wahedi sagt sich los
Einer, der bislang immer als Anhänger von Karubi in Westeuropa auftrat, hat sich nun in einem offenen Brief von Karubis Thesen losgesagt – Modschtaba Wahedi. Er erklärte klipp und klar, dass er nach wie vor ein gläubiger Muslim sei, aber zur Auffassung gelangt sei, dass Staat und Religion getrennt werden müssen. Er betrachte Karubi nach wie vor als seinen Lehrer, aber könne seine Vorstellungen nicht mehr vertreten. Auch von den „Goldenen Zeiten“ Chomeinis wollte er nichts wissen, die habe es nicht gegeben. Ein mutiger Schritt.
Auffällig ist nur, dass Modschtaba nicht der einzige ist. Unter den Anhängern der Reformisten im Ausland scheint die Erkenntnis zu reifen, dass sie mit einem weiteren Beharren auf dem Modell der Islamischen Republik weder im Iran noch im Ausland Anhänger sammeln können. Wenn sie darauf nicht reagieren, wird bei der nächsten Protestwelle niemand mehr von ihnen Kenntnis nehmen.

Alternativen von oben

Deshalb versuchen sie, jetzt Alternativen aufzubauen, die in der Regel von folgendem Szenario ausgehen. Nicht die iranische Bevölkerung stürzt die Machthaber, sondern eine Fraktion innerhalb der militärischen Organe (Pasdaran) spaltet sich ab und übernimmt die Macht. Diese sogenannten fortschrittlichen Militärs sollen dann dafür sorgen, dass bestimmte von den Exil-Reformisten unterstützte Politiker – wie Ajatollah Rafsandschani – bei so einem Wechsel an die Macht kommen, was letztlich bedeutet, dass der Bevölkerung wiederum keine Chance gelassen wird, eine eigene, demokratische Alternative zu entwickeln. Am Schluss mag eine Militärdiktatur wie in Ägypten herauskommen, wer weiß?
Diese Zweifel mögen nicht auf jeden zutreffen, der im Ausland seine Überzeugung geändert hat, da täte man den Menschen Unrecht, aber man sollte nicht so naiv sein, und jeden Seitenwechsel für bare Münze nehmen.

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Sittenstreife in Teheran: Den Leuten platzt der Kragen

Am Mittwoch letzter Woche hielt die sogenannte Sittenstreife an der Kreuzung Chiaban-e Piruzi / Chahar-Rah-e Coca-Cola ein junges Mädchen an, weil es angeblich nicht ausreichend verschleiert sei.
Die Beamten benahmen sich dabei derart grob und wollten das Mädchen in ein bereitstehendes Polizeifahrzeug schleifen, dass die Bevölkerung vor Ort wütend wurde und gemeinschaftlich das Polizeiauto angriff.
Der Menge gelang es, das Mädchen zu befreien, ein Auto wurde umgekippt, bei einem zweiten Polizeifahrzeug der „Sitten“streife, einem Mercedes, die Scheiben eingeschlagen.
Die Beamten, die von der wütenden Reaktion überrascht waren, flohen. Etwas später wurden allerdings Sondereinheiten in der Gegend stationiert, auch wurde ein halbes Dutzend schwerer Motorräder gesichtet, mit denen die Regierung auch früher schon, bei den Protesten gegen die Wahlfälschung, die Bevölkerung attackiert hat.

Geänderte Atmosphäre

Beobachter aus dem Iran berichten, dass sich das Verhältnis zwischen Bevölkerung und „Sitten“streifen geändert hat. Wenn die Streifenbeamten merken, dass sie in der Minderheit sind, sprechen sie die Frauen, deren Outfit ihnen nicht passt, ziemlich höflich an. Früher waren sie grob und aggressiv. Umgekehrt, wenn die Umstehenden merken, dass jemand von der Sittenstreife verhaftet wird, achten sie auf das Kräfteverhältnis. Wenn nur zwei oder drei Menschen in der Nähe sind, mischen sie sich nicht ein, aber wenn es zehn Menschen und zwei Beamten sind, besteht die Möglichkeit, dass sie die Beamten angreifen und das Opfer befreien.

auch bei den Bassidschis
Auch das Verhalten der paramilitärischen Bassidschis hat sich geändert. Diese freiwilligen Unterstützer des Regimes waren früher stets zur Stelle, um die verhaftenden Streifenbeamten zu unterstützen, und sei es nur mit Parolen. Inzwischen verschwinden die Mehrheit der Bassidschis (vielleicht 60%) von der Szene, wenn sie solche Auseinandersetzungen beobachten, die anderen bleiben höchstens da, um als Zuschauer den Vorgang zu verfolgen, und nur wenige Prozent der Bassidschis mischen sich noch ein, um die Beamten zu unterstützen. Sie spüren, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung geändert hat und haben Angst, dass sie eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden. Hier spielen auch die Ereignisse in Syrien eine Rolle, wo iranische Pasdaran und Bassidschis das Regime von Baschar al-Assad tatkräftig unterstützen und feststellen müssen, dass ihre Erfahrung in Sachen Unterdrückung hier nicht von Erfolg gekrönt ist. Die normalen Iraner schöpfen auch hiervon Auftrieb.

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Iran: Und was war mit der Meerenge von Hormos?


Ali-Resa Tangrisi, stellvertretender Oberbefehlshaber der Marine der iranischen Revolutionswächter

Ali-Resa Tangrisi, stellvertretender Oberbefehlshaber der Marine der iranischen Revolutionswächter, erklärte am Sonntag, den 22.07.2012, in Bandar-Abbas (Iran):
„Solange der Iran die Meerenge von Hormos verwendet, ist die Passage auch für die anderen frei.“
Und weiter:
„Die Feinde behaupten immer, dass die Islamische Republik Iran danach trachte, die Meerenge von Hormos zu schließen. Aber wir meinen, dass der gesunde Verstand so etwas nicht gebietet, die Meerenge von Hormos zu schließen, solange der Iran sie selbst benutzt.

Bislang haben einhundertfünfzig Abgeordnete des iranischen Parlaments eine Forderung unterschrieben, dass der Iran die Meerenge schließen soll.
Auch General Firus Abadi, der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, hatte vor der Verhängung der Wirtschaftssanktionen damit gedroht, dass die Meerenge geschlossen werde, falls die Sanktionen verwirklicht werden.
Vor zwei Wochen hat er dann erklärt, sie seien bereit, die Meerenge zu schließen, um die Aufhebung der Sanktionen zu erwirken.
Von einem Journalisten auf den Widerspruch angesprochen, antwortete er, sie könnten die Meerenge nur schließen, wenn Ajatollah Chamene‘i eingewilligt habe.

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Iran: Kann man Folter bald studieren?

Nasser Rabi‘i Vize-Chef des Zentrums für Lehre und Ausbildung der Gefängnisverwaltung (Markaz-e Amuzesh wa Parwaresh-e Sazeman-e Zendan-ha) hat kürzlich erklärt, dass jetzt an den iranischen Hochschulen ein Studienzweig für Gefängniswärter eingerichtet wird. Die Anwärter sollen mindestens zwei Jahre studieren und ein einjähriges Praktikum absolvieren. Auf diesem Weg soll der Beruf den Anforderungen der Zeit angepasst werden.

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Iran: Suche nach Essen im Müll

Wie wir stets von Neuem zu hören bekommen, ist der Islam der westlichen Gesellschaft moralisch überlegen und sorgt dafür, dass es auch den Ärmsten gut geht.
Wie gut es dieser Muslimin im Iran geht, kann jeder sehen:

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Der Ramedan naht: Wehe den Hungrigen, den Frauen und den Rauchern

Der islamische Fastenmonat Ramedan prägt in vielen islamischen Ländern den Alltag der Menschen sehr stark. Dieses Jahr fällt sein Begin auf den 21. Juli 2012. Für viele Menschen im Iran beginnt dann eine quälende Zeit, und die Regierung tut ihr Bestes, um ihnen diese Zeit möglichst unangenehm zu gestalten. So verkündete der General Ahmad-Resa Radan, einer der Folterer des Kahrisak-Gefängnisses, dass die Polizeiführung jüngst in einem Gespräch angewiesen worden sei, diejenigen in aller Öffentlichkeit zu bestrafen, die in der Öffentlichkeit das Fasten brechen. Das trifft nicht nur diejenigen, die dabei erwischt werden, wie sie gerade etwas essen, sondern auch alle Frauen, deren Haar unter dem Schleier hervorschaut, oder für Raucher, die sich eine Zigarette anzünden. Die herrschende Auslegung der Scharia will es, dass nicht nur die Frau, die ihre Haare nicht ausreichend verhüllt, gegen die Regeln des Fastens verstößt, nein, es genügt, dass ein fastender Mann ihr Haar sieht, und schon wird das Verdienstvolle an seinem Fasten zunichte gemacht. Alles umsonst. Da versteht sich ja wohl, dass gegen solche Frauenzimmer streng vorgegangen wird…
Selbst Sandwich-Verkäufer, Kioske, Getränkeverkäufer oder Restaurants, die unter Tage etwas zu Essen oder zu Trinken verkaufen, kommen nicht ungeschoren davon. Wenn sie dabei erwischt werden, kann ihr Laden gleich für mehrere Monate geschlossen werden. Laut der verbreiteten Auslegung der Scharia gilt das Konsumverbot für die ganze Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Das Angenehmste am Fasten ist das Fastenbrechen, dann gibt es nämlich zu Essen und zu Trinken, wenn man es sich leisten kann. Aber viele können das nicht und sind auf die Wohltätigkeit von Basarhändlern oder des Staates angewiesen. Für Basarhändler ist es eine gute Werbung, in den Moscheen ein Fastenessen für die Bedürftigen zu spenden, dann gilt man als ehrbarer, wohltätiger Mensch. Die Ausgaben können sie übrigens auch noch von der Steuer absetzen.
Der Staat verfolgt etwas andere Ziele. Er lädt erstmal die Bassidschis und ihre Familie zu Tische, die Brotkrumen darf dann das gemeine Volk aufpicken.

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Borudscherd (Iran): 700 Entlassungen

In der iranischen Stadt Borudscherd hat der Kühlschränkehersteller „Burschan“ seine Produktion eingestellt. 300 Arbeiter wurden entlassen. Die Löhne für die letzten vier Monate haben sie auch nicht erhalten. Die Fabrik war nicht in der Lage, mit den ausländischen Importkühlschränken zu konkurrieren.
Ebenfalls in Borudscherd wurden in den letzten 3 Monaten von den 500 Arbeitern der Automobilfabrik „Sagros“ 400 entlassen. Die Firma kooperierte mit einer anderen Fabrik in Malaysia. Diese Zusammenarbeit dürfte durch die Sanktionen zusammengebrochen sein, da dadurch auch der Geldverkehr unterbrochen wurde.

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Iran: Kindergärtnerinnen demonstrieren

Vor etwa drei Wochen versammelten sich die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner der Region Teheran vor dem iranischen Parlament, um gegen Kündigungen zu protestieren und sichere Arbeitsplätze zu verlangen. Das Parlament reagierte nicht. Jetzt kam es zu einer zweiten Demo dieser Berufsgruppe, nunmehr die Vertreter aus dem ganzen Land. Falls das Parlament sich weiter nicht für ihre Bedürfnisse interessiert, kündigten sie weitere Proteste an.
Es ist bezeichnend, dass in einem kinderreichen Land wie dem Iran gerade an dieser Stelle gespart wird. Man darf die Frage stellen, wo sich das „Islamische Modell“ denn von den Sparmodellen der westlichen Welt unterscheidet oder gar positiv abhebt???

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