Jamkaran-Moschee: Mischung aus schiitischem Islam, Geschäftemacherei und Aberglauben im Iran

Vor etwa 100 Jahren hat ein iranischer Bauer behauptet, an einer bestimmten Stelle in der Nähe der Heiligen Stadt Ghom (Qom) eine Erscheinung von Mehdi, dem vor 1200 Jahren verschwundenen 12. Imam, gesehen zu haben. Sogleich wurde an genau dieser Stelle eine Moschee errichtet. Aufgrund mangelnder Instandhaltungsarbeiten verfiel dieses Gebäude und geriet mit der Zeit in Vergessenheit. Reisende kamen nur noch selten in die Nähe der religiösen Stätte.

Doch hin und wieder machten Berichte von neuen Erscheinungen an der gleichen Stelle die Runde. Kurz nach der Islamischen Revolution erinnerte man sich an den Ort und begann damit, eine neue Moschee zu errichten.

Während der Amtszeit von Ahmadinejad flossen die Gelder reichlich und es wurde immer mehr Infrastruktur aufgebaut, um die Pilger mit Unterkünften und allem zu versorgen, was das Herz begehrt. Es wurden Hotels, Restaurants und Geschäfte gebaut. Finanziert wurde das von Geistlichen, insbesondere von Chamenei, von Anhängern Ahmadinejads und den Basaris.

Die Zufahrtsstraße wurde breit ausgebaut um der nur strömenden Menschenmassen Herr zu werden.

Verdiente Funktionäre der Bassiji oder Pasdaran können sich hier erholen und brauchen noch nicht mal zu bezahlen.

Der ganze Prunk ist heute eine Mischung aus Basar und Heilgtum, das viel Tourismus anzieht.

Aus einer ehemals kleinen und heruntergekommenen Moschee wurde eine der größten schiitischen Wallfahrtsstätten im Iran. Sie trägt den Namen Jamkaran-Moschee (Dschamkaran ).

Es gehört zu dem abergläubischen Ritual der Pilger, an den Imam gerichtete Briefe in ein Erdloch zu werfen, um dessen Segen zu erbitten. (Vgl. Iran: Die wackeren Kämpfer gegen den Aberglauben). Mittlerweile werden Briefe in zwei Erdlöcher geworfen: eines für Männer und eines für Frauen.

Während viele Dörfer und Städte im Iran noch heute die Ruinen aus dem Krieg (Iranisch-Irakischer Krieg von 1980-1988) aufweisen, erstrahlt dieses Erdloch in der Wüste in unglaublichem Glanz.

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