Der Ramedan naht: Wehe den Hungrigen, den Frauen und den Rauchern

Der islamische Fastenmonat Ramedan prägt in vielen islamischen Ländern den Alltag der Menschen sehr stark. Dieses Jahr fällt sein Begin auf den 21. Juli 2012. Für viele Menschen im Iran beginnt dann eine quälende Zeit, und die Regierung tut ihr Bestes, um ihnen diese Zeit möglichst unangenehm zu gestalten. So verkündete der General Ahmad-Resa Radan, einer der Folterer des Kahrisak-Gefängnisses, dass die Polizeiführung jüngst in einem Gespräch angewiesen worden sei, diejenigen in aller Öffentlichkeit zu bestrafen, die in der Öffentlichkeit das Fasten brechen. Das trifft nicht nur diejenigen, die dabei erwischt werden, wie sie gerade etwas essen, sondern auch alle Frauen, deren Haar unter dem Schleier hervorschaut, oder für Raucher, die sich eine Zigarette anzünden. Die herrschende Auslegung der Scharia will es, dass nicht nur die Frau, die ihre Haare nicht ausreichend verhüllt, gegen die Regeln des Fastens verstößt, nein, es genügt, dass ein fastender Mann ihr Haar sieht, und schon wird das Verdienstvolle an seinem Fasten zunichte gemacht. Alles umsonst. Da versteht sich ja wohl, dass gegen solche Frauenzimmer streng vorgegangen wird…
Selbst Sandwich-Verkäufer, Kioske, Getränkeverkäufer oder Restaurants, die unter Tage etwas zu Essen oder zu Trinken verkaufen, kommen nicht ungeschoren davon. Wenn sie dabei erwischt werden, kann ihr Laden gleich für mehrere Monate geschlossen werden. Laut der verbreiteten Auslegung der Scharia gilt das Konsumverbot für die ganze Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Das Angenehmste am Fasten ist das Fastenbrechen, dann gibt es nämlich zu Essen und zu Trinken, wenn man es sich leisten kann. Aber viele können das nicht und sind auf die Wohltätigkeit von Basarhändlern oder des Staates angewiesen. Für Basarhändler ist es eine gute Werbung, in den Moscheen ein Fastenessen für die Bedürftigen zu spenden, dann gilt man als ehrbarer, wohltätiger Mensch. Die Ausgaben können sie übrigens auch noch von der Steuer absetzen.
Der Staat verfolgt etwas andere Ziele. Er lädt erstmal die Bassidschis und ihre Familie zu Tische, die Brotkrumen darf dann das gemeine Volk aufpicken.

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