Archiv für August 2012

Irans schönster Strand

Babolsar am Kaspischen Meer hat einen der schönsten Strände des Irans. Die Stadt ist voll von Orangen- und Zitronenbäumen, in der Umgebung wird eine begehrte Reissorte angebaut. Was aus diesem auch für iranische Touristen attraktiven Ort geworden ist, zeigt folgende Fotoauswahl.

Die zerrissenen Planen im Hintergrund sind der ursprünglich blickgeschützte Badeplatz für Frauen.

Und hier ist von den Blickfängern nur noch das Gerippe übrig geblieben:

Was will eine Regierung, die nicht einmal den Müll an ihren schönsten Stränden im Griff hat, erst mit dem Atommüll anfangen? Wahrscheinlich erfindet sie dann ein Menschenrecht auf Atommüll, das jeder Bürger wahrnehmen muss, indem er bei sich zu Hause ein Fässlein lagert.

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Im Iran gehen auch ohne Atomenergie die Lichter aus


Iranisches Atomkraftwerk „Busher“

Bekanntlich haben die iranischen Machthaber so etwas wie ein Menschenrecht auf die Nutzung der Atomenergie erfunden. Dieses Recht beinhaltet vordergründig die Nutzung von Atomkraftwerken zur Erzeugung angeblich billigen Atomstroms, und hintergründig natürlich auch das „Recht auf den Bau der Atombombe“, auf die die derzeitigen Machthaber zielstrebig hinarbeiten. Denn Nordkorea ist ein schönes Beispiel, wie selbst der Besitz einer „schmutzigen Bombe“ dazu führt, dass die Großmächte einen mit Samthandschuhen anfassen, und das hätten die iranischen Machthaber gerne, wer wollte es ihnen verdenken.

Menschenrecht auf Atomenergie?
Nur können sie das ihrem Volk nicht so verkaufen, denn 90 Prozent der Iranerinnen und Iraner wären dieses System lieber heute los als morgen. Also spricht man nicht von der Atombombe, sondern vom Recht auf Atomenergie und heizt den Nationalismus im Lande an, was stets einfacher und billiger ist als die Schaffung von Arbeitsplätzen. Adolf Hitler hat es vorgemacht, andere können das auch.
Das ist die eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite stehen Regierungen wie die von Netanyahu in Israel oder die US-Regierung. Für diese ist die Atomfrage ein wichtiger Punkt, mit der sie auch die zögernden europäischen Staaten auf ihre Seite ziehen können, denn eine existentielle Bedrohung Israels will auch die Europäische Union nicht hinnehmen. Netanyahu bereitet sein Land psychologisch schon auf einen möglichen Krieg gegen den Iran vor. Mit seinen Worten gießt er wiederum Öl ins Feuer der iranischen Scharfmacher, ein Wort gibt das andere, und so schaukeln sich die Extremisten beider Seiten hoch, bis am Ende wirklich ein Krieg steht.
Und Ajatollah Sane‘i hat zu Recht angemerkt, im Krieg würde nicht Brot und Helwa verteilt…

Mehr Sicherheit ohne die Bombe
Angesichts dieser Entwicklung ist bei der iranischen Opposition im Inland wie im Ausland Bewegung zu spüren. Immer mehr Gegner des Regimes sind zur Überzeugung gelangt, dass es an der Zeit ist, klare Worte zu finden, um aus dieser Kriegsschaukel auszusteigen. Es geht darum, der iranischen Bevölkerung deutlich zu machen, dass sie überhaupt nichts davon hat, wenn die iranische Regierung Zugriff auf die Atomenergie hat. So wie die Bevölkerung schon heute nichts davon hat, dass die iranische Regierung Zugriff auf die Erdölfelder und Erdöleinnahmen des Landes hat. Die iranische Opposition scheint allmählich zur Auffassung gelangt, dass der Iran sehr wohl auf Atomenergie verzichten kann, wenn der Gewinn eine Verhinderung des Krieges darstellt. Ohne das Beharren auf die Atomenergie fehlen sowohl den Kriegstreibern in der US-Politik wie denjenigen in der israelischen Politik die Argumente, die einen Krieg gegen den Iran vor der eigenen Bevölkerung rechtfertigen könnten. „Also verzichten wir auf die Atomenergie“, lautet die Konsequenz der Opposition.

Die Lichter gehen aus – sie sind zu teuer
Denn wie man sieht: Die Lichter gehen im Iran sowieso aus. Weil sich keiner mehr Glühbirnen und Neonröhren leisten kann. Ganz ohne Krieg. Nur dank der Wirtschaftspolitik und Außenpolitik einer „Elite“, die lieber ihre Taschen mit Schmuggelware und Unterschlagung staatlicher Finanzen füllt als daran zu denken, wie der Rest der Bevölkerung mit ehrlicher Arbeit überleben kann.

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Iranische Kurden einigen sich auf Sturz des Regimes

Die beiden großen kurdischen Widerstandsorganisationen „Demokratische Partei des Kurdistans – Iran“ und „Komele“ haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben, dass sie keine Zukunft für die Rechte der nationalen Minderheiten sehen, solange das jetzige Regime an der Macht sei. Dessen Sturz sei Voraussetzung für eine Änderung. Beide Parteien sprachen sich für ein laizistisches, demokratisches und föderales System nach dem Sturz der Diktatur aus und betonten, Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Parteien sollten auf dem Weg des Dialogs gelöst werden.

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Kermanschah: Tagelöhner streiken

Mehrere Hundert Tagelöhner des wichtigsten Basars von Kermanschah, des „Basartscheje Parwis-Chan“, über den auch die Exporte in den Irak laufen, haben am Sonntag, den 26.08.2012, gestreikt, weil sie seit zwei Wochen ihre Tagelöhne nicht erhalten haben. Die Verantwortlichen der Stadt Kermanschah haben darauf nicht etwa die ausstehenden Löhne gezahlt, sondern versucht, in umliegenden Städten wie Qasre Schirin neue Tagelöhner anzuwerben.

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Tabris: Polizei stört Trauerfeier


Schah-Guli-Park, Tabris

Vor dem Kultursalon des Schah-Guli-Parks in Tabris versammelten sich am Donnerstag, den 23.08.2012, viele Bürger mit Kerzen, um ihr Mitgefühl für die Opfer des jüngsten großen Erdbebens auszudrücken. Die Aktion verlief unter dem Motto „Eine Kerze für die Erdbebenopfer“. Als die Zahl der Teilnehmer immer größer wurde, griffen die „Sicherheits“kräfte an. Sie rissen den Menschen die Kerze aus der Hand und zertrampelten sie auf dem Boden. Vier Personen, die gegen dieses Vorgehen protestierten, wurden festgenommen. Auch aus dem Zentrum des Erdbebens wird von vier Verhaftungen berichtet, dort waren es freiwillige Helfer, die die Bevölkerung versorgten. Von ihrem weiteren Schicksal ist nichts bekannt.

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Iranisch-Kurdistan: 4 Generäle abgestürzt

Vier Pasdaran-Generäle vom Pasdaran-Stützpunkt Hamse-ye Seyed-ol-Shohadaa stürzten am Samstag, den 25.08.2012, in der Nähe von Sardascht (Nordwestiran) mit ihrem Helikopter ab. Dieser Stützpunkt ist seit Mitte 2011 speziell auf die Guerrilla-Bekämpfung ausgerichtet, das heißt, auf die Niederschlagung der kurdischen Widerstandsorganisationen wie Peschwak.
Während die amtlichen Stellen nichts über den Hergang des Helikopterabsturzes berichten, lauten diverse Gerüchte, dass Peschwak in den Besitz von Waffen gelangt sei, mit denen sie auch Flugzeuge abschießen könne.

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Irans Maschinenfriedhöfe

Nader Qasipur, der Abgeordnete von Qa‘emschahr (Region Masandaran) im iranischen Parlament, kritisierte kürzlich, dass von 5000 Arbeitern der Textilindustrie in Qa‘emschahr nur noch 900 übrig geblieben seien, alle anderen habe man entlassen. Die Textilunternehmen glichen Maschinenfriedhöfen.

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Bewegung der Blockfreien besetzt Teheran


Teheran unter Besatzung

In der iranischen Hauptstadt Teheran findet seit dem 31. August 2012 eine fünftägige Konferenz von Vertretern der Blockfreien Bewegung statt. Den iranischen Machthaber scheint dies ein willkommener Anlass, in der ganzen Stadt wieder einmal die bewaffneten Kräfte vorzuführen. Das Oberkommando für die Aktion liegt bei den Pasdaran, also den Revolutionswächtern. Unter ihrer Führung kommen die anderen bewaffneten Organe ebenfalls zum Einsatz. So erklärte Ahmad-Resa Radan, der stellvertretende Befehlshaber der Polizei des Irans, dass 110.000 Polizeibeamte eingesetzt seien. Radan erklärte dass die Polizei auch mit der Armee, dem Geheimdienst und dem Innenministerium zusammenarbeite.


Die vier Kreise der Hölle in Teheran
In Teheran wurden 360 Kontrollposten eingerichtet, die die Passanten untersuchen und befragen, woher sie kommen und wohin sie gehen. Es wurden vier konzentrische Ringe um den Tagungsort angelegt, die den Zugang zum Zentrum entsprechend erschweren. Laut Berichten der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA sind in den fünf Tagen viele große Handelszentren in Teheran geschlossen, viele staatliche Behörden ebenfalls. Auf Anweisung des Ministeriums für religiöse Aufklärung (Wesarate Erschad) mussten alle Buchhandlungen von Teheran schließen. Beide Flughäfen der Stadt, der Mehrabad-Flughafen und der Chomeini-Flughafen, haben den Betrieb eingestellt, nur Sonderflüge von Staatsoberhäuptern werden noch abgefertigt.

30 Hubschrauber überfliegen ständig die Stadt. Auch die iranischen Außengrenzen werden verstärkt aus der Luft überwacht.
Der Oberbefehlshaber der Sicherheitskräfte von Teheran Hossein Sadschedi-Nija erklärte, ab Montag hätten LKWs kein Recht mehr, in der Stadt zu verkehren, selbst LKWs mit Baumaterial hätten nur eine begrenzte Bewegungsfreiheit.
Alle Straßen, die nach Teheran führen, werden ebenfalls kontrolliert.

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Iran nach dem Erdbeben: die Zivilgesellschaft lebt


Nach dem Erdbeben – Menschen übernachten im Freien

Wie berichtet, hatte es im Iran zwei größere Erdbeben gegeben. Inzwischen hat sich auch Ajatollah Chamene‘i bequemt, die Erdbebenopfer zu besuchen. Die Opfer hatten nichts davon, die sollen angeblich sogar Schafe zu seinen Ehren geschlachtet haben, wie das staatliche Fernsehen berichtet, und im wesentlichen hielt der Herr dank seiner Leibwächter Abstand von diesem Volk.

Kein Schutz vor den Wölfen
Der folgende, privat aufgenommene Film bringt Interviews mit der betroffenen Bevölkerung.


http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=51852 (Film oben)

Der erste Bauer klagt darüber, dass die Regierung für das gesamte zerstörte Dorf gerade mal zwei Zelte geliefert habe, das sei die Hilfe gewesen. Es sei die Bevölkerung gewesen, z.B. aus Tabris, die gekommen sei und geholfen habe, die Opfer aus den Trümmern zu ziehen. Durch das Erdbeben seien die Schafpferche zerstört, jetzt kämen die Wölfe, um sich Schafe zu holen. Eine Frau aus einem anderen Ort klagt im Interview, der Staat habe ihnen überhaupt nicht geholfen, auch nicht der staatliche Rote Halbmond (Helal-e Ahmar), sie habe ihr verletztes Kind nicht ins Krankenhaus bringen können. Auch die Hilfe, die vor der Kamera verteilt wird, stammt von privaten Helfern aus Urumije.
Das nationale iranische Fernsehen brachte am 15.08.2012 ein Interview mit einem Vertreter der Erdbebenopfer, dem gegenüber der Chef der Regionalverwaltung (rechts im Bild) steht. Der türkisch sprechende Mann mit Hut beschwert sich und wird mitten im Wort vom staatlichen Sender ausgeblendet, offensichtlich wollte man die Wahrheit dem iranischen Zuschauer nicht zumuten.


http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=51852 (Mitte)

Ein weiteres, privat aufgenommenes Interview mit einem Mann aus Karadsch enthüllt folgendes Vorgehen der Revolutionswächter.
Der Mann war mit einer Hilfsladung aufgebrochen und wurde auf dem Weg zu den Erdbebenopfern von einer Pasdaran-Kontrolle angehalten. Die Pasdaran verlangten von ihm, er solle die Hilfsgüter an sie übergeben, die Bauern hätten schon viel zu viel Hilfe, die könnten das jetzt nicht gebrauchen, sie würden die Güter dann im Laufe eines Monats an die Bedürftigen verteilen.
Der Helfer ließ sich nicht abwimmeln und bestand darauf, die Hilfe selbst an die Opfer zu übergeben. Darauf warnten ihn die Pasdaran, er würde schon im ersten Dorf überfallen und ausgeraubt. Als der Helfer dann bei den Opfern eintraf, sah er, dass sie noch keine staatliche Hilfe erhalten hatten für seinen Transport dankbar waren.


http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=51852 (Film unten)

Hilfe kommt auch aus Gilan, die Menschen spenden Blut, kurz, in der Bevölkerung ist nicht nur eine große Hilfsbereitschaft festzustellen, die Menschen werden auch selbst aktiv.

Iranischer Roter Halbmond schickt Prediger statt Zelte
Mohammad Dschawad Dschafarian, der Präsident des iranischen Roten Halbmonds erklärte gegenüber der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA, dass sie vierzehn Teams mit jungen Leuten aufgestellt hätten, die die 220 Dörfer von Erdbebenopfern besuchen und dort Trauerfeiern und Gebetsveranstaltungen abhalten sollen. Auch von 2500 Sammelpunkten, die der Rote Halbmond in Teheran dafür eingerichtet habe, damit die Bevölkerung für die Opfer Spenden abgeben kann, berichtet Dschafarian, aber ob und wann das bei den Opfern ankommt, wird sich noch zeigen. Die Prediger werden wahrscheinlich zuerst eintreffen, und wer bewirtet sie dort?
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=51894

Olympiasieger sammelt Spenden
Hamid Suriyan, der bei den Olympischen Spielen 2012 die Goldmedaille im Ringen gewonnen hat und bei seiner Rückkehr nach Teheran von einer 40 Kilometer langen Menschenschlange empfangen wurde, hat in seiner Heimatstadt Rey alle Menschen, die ihn so empfangen hatten, aufgefordert, für die Erdbebenopfer zu spenden. Er verbürgte sich selbst dafür, dass die Hilfe, die bis zum 17. August bei ihm eingetroffen ist, noch am selben Tag zu den Erdbebenopfern gebracht wird. Es waren mehrere Autobusse voll Hilfsleistungen, und während kaum einer den staatlichen Spendenaufrufen traut, haben die Menschen ihm soviel Geldspenden übergeben, dass damit einige Dörfer wieder aufgebaut werden können.
Während das Regime den 17. August als „Jerusalem-Tag“ feierte und keine Gelegenheit ausließ, Verbalkriege mit Israel auszutragen, schlug Suriyan vor, diesen Tag als „Tag der Hilfe für die Erdbebenopfer“ zu bezeichnen.
http://www.shafaf.ir/fa/news/131877/ …

60 Ambulanzwägen für Syrien, 0 für den Iran
Das iranische Regime ist derzeit damit beschäftigt, 60 Ambulanzautos nach Syrien zu schicken, das ist ihm wichtiger als die Erdbebenopfer im eigenen Lande…

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Iran: Im Krieg wird nicht Brot und Helwa verteilt


Regierungs-Demo zum Jersulem-Tag in Teheran

Ajatollah Chamene‘i: Israel – verlogene und falsche Neubildung
Am Mittwoch, den 15. August 2012, zwei Tage vor dem „Rus-e Qods“ (Jerusalem-Tag), den das iranische Regime seit der Revolution feiert, um damit den Anspruch auf dieses Gebiet für die Muslime zu unterstreichen, trat der religiöse Führer des Irans, Ajatollah Chamene‘i, mit folgender Bemerkung an die Öffentlichkeit. Er bezeichnete Israel als „zayede-ye dorughin wa ja‘li“, als „verlogene und falsche Neubildung“, die „von der Bühne der Geographie verschwinden wird“ („ke az sahne-ye joghrafiya mahw xahad shod“).

Präsident Ahmadineschad: Israel – ein Krebsgeschwür
Zwei Tage später, am Freitag, den 17. August 2012, legte Präsident Ahmadineschad noch eins drauf, indem er erklärte, die Existenz von Israel sei „eine Beleidigung für die Menschheit“ („touhin be bashariyat“). Israel sei ein „Krebsgeschwür, und wenn auch nur eine Zelle davon im Gebiet verbleibt, wird sie gefährlich sein“ („ghodde-ye saratani ast, ke agar yek selul-e an dar mantaqe bemanad, xatarnak xahad bud“).

Reaktionen im Ausland
Das hat nicht nur Tadel seitens der Europäischen Union eingebracht, sondern auch die israelische Regierung auf den Plan gerufen. So erklärte der scheidende israelische Heimatschutzminister Matan Vilnai am 15. August 2012 gegenüber der israelischen Zeitung „Maariv“, sein Land sei niemals zuvor so gut vorbereitet gewesen. „Israel hat sich auf das Szenario eines 30-tägigen Kriegs an mehreren Fronten vorbereitet“, sagte er. Dabei rechne das Land mit etwa 500 Toten. „Heute weiß jeder genau, was er zu tun hat“, sagte Vilnai. Für mehr als die Hälfte der Bevölkerung gebe es Schutzausrüstung gegen Chemie- und Biowaffen. „Es gibt keinen Anlass zur Hysterie.“
Diese Worte waren Öl ins Feuer der iranischen Militärs, Politiker und Ajatollahs.

Mohsen Resa‘i: Wenn die Zionisten so verrückt sein sollten…
Der iranische Verteidigungsminister General Ahmad Wahidi entgegnete am Montag, den 20. August 2012, Israel sei ein aggressives Land und die iranische Armee sei auf eventuelle Angriffe gut vorbereitet.
Mohsen Resa‘i, der Generalsekretär der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems, erklärte ebenfalls am 20. August 2012 gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Mehr: „Wenn die Zionisten so verrückt sein sollten, den Iran anzugreifen, werden sie seitens der bewaffneten Streitkräften der Islamischen Republik Iran eine niederschmetternde Antwort erhalten, die zu ihrem Sturz führen wird.“

Ajatollah Chamene‘i: Zionistisches Krebsgeschwür im Herzen des Islam
Und vor den versammelten Botschaftern islamischer Staaten in Teheran versäumte Ajatollah Chamene‘i nicht, sich noch einmal als Israel-Gegner zu profilieren. Er bezeichnete Israel nun wie Ahmadineschad als zionistisches Krebsgeschwür (ghodde-ye saratani-ye seyhunisti), das „ins Herz des Islams verpflanzt worden“ sei. „Viele Probleme der islamischen Welt (seien) durch die Existenz des nachgemachten Zionistenregimes verursacht“.
Auch der Befehlshaber der iranischen Landstreitkräfte, Ahmad Resa Purdastan, äußerte sich zum Thema. Er meinte, Israel sei gar nicht in der Lage, eine neue Front zu eröffnen und schwächer als vor dreißig Jahren.


Ajatollah Sane‘i in Qom, zum Fest des Fastenbrechens

Ajatollah Sane‘i: Wir sollten nicht den Zündfunken für einen Krieg mit Israel liefern
Ajatollah Sane‘i, ein gewiefter Fuchs, wählte für diese Situation eine mehrdeutige Formulierung. Auf einer Ansprache am Sonntag, dem Eid ul-Fitr, dem Fest zum Abschluss des islamischen Fastenmonats Ramadan, verurteilte er zum einen die Äußerungen israelischer Politiker, die die Stimmung anheizten, nahm aber auch seine iranischen Kollegen ins Gebet:
„Wir sollten nicht im Landesinnern (= im Iran) den Zündfunken für einen Krieg mit Israel liefern“.
Er sagte: „Wenn das zionistische Regime einen militärischen Krieg gegen den Iran eröffnet, begeht es damit das größte Verbrechen gegen das iranische Volk.“ Wenn es auf diesem Weg „Rache an der islamischen Republik“ üben wolle, bedeute dies, „die hundertjährigen Bemühungen der freiheitsliebenden Menschen im Iran zunichte zu machen“. „Ich warne hiermit das zionistische Regime und sage ihm, wenn es militärische Maßnahmen gegen den Iran ergreift, dann spielt es mit Schießpulver, und dann werden Gegenmaßnahmen beschlossen, dass es sich danach nicht mehr aufrichten kann. Da geht es dann nicht mehr um die Frage der Menschenrechte.“ Ajatollah Sane‘i fuhr fort: „Ich bin selbst ein Anhänger der menschlichen Freiheit und der Menschenrechte und ihrer Einhaltung, aber im Falle eines möglichen Angriffs des zionistischen Regimes auf den Iran sind wir zur Reaktion verpflichtet.“
Auf seine iranischen Kollegen gemünzt ist der Satz: „Gott möge es nicht zulassen, dass wir auch im Land selbst den Zündfunken liefern und Grund dafür sind, dass dieser mögliche Krieg – Gott verhüte- doch ausbricht.“
Denn, und das hat der Ajatollah schön gesagt:
„Alle müssen in jeder Hinsicht bemüht sein, diesen möglichen Krieg des zionistischen Regimes gegen den Iran zu vermeiden, denn auch der Iran wird dabei Schaden nehmen… Denn im Krieg wird nicht Brot und Helwa verteilt.“
Der heftige Wortwechsel kann allerdings nicht verdecken, dass der Jerusalem-Tag, der früher Massen von Iranern auf die Straßen brachte, heute nur noch trübe Rinnsale zum Laufen bringt.


Das sind die Massen, die hinter der Regierung stehen: Jerusalem-Tag 17.08.2012

In Teheran leere Straßen zum Jerusalem-Tag
Die heftigen Reaktionen aus dem Ausland mögen den iranischen Herrschern zwar noch das Gefühl vermitteln, sie seien wichtige Personen, im Land selbst werden sie dagegen nicht einmal mehr von ihren ehemaligen und heutigen Anhängern ernst genommen. Das Thema ist so langweilig, dass es nicht einmal Gegendemonstrationen gibt, wie noch im Jahr 2010, als die Gegner der Mollas auf den Straßen riefen:
„Nicht für Ghasa und nicht für Libanon, meine Seele opfere ich nur für den Iran.“
Diese Worte werden heute von den Geistlichen als Verrat am Islam ausgelegt, aber wen interessiert es?


Wenn die beiden mit ihrer Verkleidung beim Konstanzer Fasnachtsumzug aufträten, hätten sie mehr Publikum..

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Iran: Nukleare Aufrüstung mit chinesischer Hilfe?

Hier eine Nachricht aus der Washington Post vom 12. August 2012 über die verschiedenen Tricks, mit denen die iranische Regierung noch heute versucht, das Atombombenprogramm voranzutreiben.

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Minderheitenpolitik im Iran: Folter

Ein Angehöriger der arabischen Minderheit nahmens Aliresa Gheyschawi (37 Jahre) wurde von der Geheimdienstbehörde des Ortes Chalfe in der Region Ahwas am 6. August 2012 zu Tode gefoltert, wie Menschenrechtsquellen aus Ahwas berichten.
Die Familie wurde von Aliresas Tod benachrichtigt und aufgefordert, die Leiche abzuholen. Als die Familie hinging, wurde ihr die Herausgabe der Leiche verweigert.
Aliresa Gheyschawi ist der sechste Araber, der in den letzten Monaten in der Region Ahwas infolge der Folter ums Leben kam.

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Teheran: 600 Arbeiter demonstrieren an der Autobahn

Die Arbeiter der Metallfabrik Sanaye‘e Felesi-ye Iran in Teheran haben heute eine mehrstündige Protestaktion an der Autobahn Bosorgrah-e Fath abgehalten, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Seit acht Monaten erhalten sie ihren Lohn nicht ausbezahlt. Die Polizei hat nicht eingegriffen.

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Qaemschahr (Iran): Sitzstreik vor Polizeibehörde

Die Arbeiter des Textilunternehmens „Nassadschi-ye Masenderan“ haben sich vor der Polizeibehörde der Stadt Qaemschahr versammelt und halten dort einen Sitzstreik ab. Sie protestieren damit gegen das Verhalten der Firmenleitung, die versprochen hatte, die ausstehenden drei Monatslöhne noch vor Beginn des Fastenmonats Ramadan zu bezahlen. Dies ist nicht geschehen. Auch protestieren die Arbeiter gegen die zwangsweise Versetzung von 150 Arbeitern in den Ruhestand. Im Iran bedeutet dies nämlich keineswegs, dass die Arbeiter eine Rente bekommen, mit der sie überleben könnten.

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Iran: Bushersteller schließt bald die Tore

Der iranische Bushersteller Oqab-Afshan in Semnan (Ostiran), wo Scania-Busse montiert werden, wird voraussichtlich die Pforten schließen. Schon jetzt haben 300 Arbeiter ihre Anstellung verloren. Die Firma versucht zwar, sich durch Einsparungen am Leben zu erhalten. Aber die Billigimporte aus China, von wo Busse schlechter Qualität importiert werden, und die Sanktionen, die den Bezug von Komponenten und Ersatzteilen aus Schweden verunmöglichten, lassen ein Überleben der Firma fraglich erscheinen.

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