Im Iran gehen auch ohne Atomenergie die Lichter aus


Iranisches Atomkraftwerk „Busher“

Bekanntlich haben die iranischen Machthaber so etwas wie ein Menschenrecht auf die Nutzung der Atomenergie erfunden. Dieses Recht beinhaltet vordergründig die Nutzung von Atomkraftwerken zur Erzeugung angeblich billigen Atomstroms, und hintergründig natürlich auch das „Recht auf den Bau der Atombombe“, auf die die derzeitigen Machthaber zielstrebig hinarbeiten. Denn Nordkorea ist ein schönes Beispiel, wie selbst der Besitz einer „schmutzigen Bombe“ dazu führt, dass die Großmächte einen mit Samthandschuhen anfassen, und das hätten die iranischen Machthaber gerne, wer wollte es ihnen verdenken.

Menschenrecht auf Atomenergie?
Nur können sie das ihrem Volk nicht so verkaufen, denn 90 Prozent der Iranerinnen und Iraner wären dieses System lieber heute los als morgen. Also spricht man nicht von der Atombombe, sondern vom Recht auf Atomenergie und heizt den Nationalismus im Lande an, was stets einfacher und billiger ist als die Schaffung von Arbeitsplätzen. Adolf Hitler hat es vorgemacht, andere können das auch.
Das ist die eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite stehen Regierungen wie die von Netanyahu in Israel oder die US-Regierung. Für diese ist die Atomfrage ein wichtiger Punkt, mit der sie auch die zögernden europäischen Staaten auf ihre Seite ziehen können, denn eine existentielle Bedrohung Israels will auch die Europäische Union nicht hinnehmen. Netanyahu bereitet sein Land psychologisch schon auf einen möglichen Krieg gegen den Iran vor. Mit seinen Worten gießt er wiederum Öl ins Feuer der iranischen Scharfmacher, ein Wort gibt das andere, und so schaukeln sich die Extremisten beider Seiten hoch, bis am Ende wirklich ein Krieg steht.
Und Ajatollah Sane‘i hat zu Recht angemerkt, im Krieg würde nicht Brot und Helwa verteilt…

Mehr Sicherheit ohne die Bombe
Angesichts dieser Entwicklung ist bei der iranischen Opposition im Inland wie im Ausland Bewegung zu spüren. Immer mehr Gegner des Regimes sind zur Überzeugung gelangt, dass es an der Zeit ist, klare Worte zu finden, um aus dieser Kriegsschaukel auszusteigen. Es geht darum, der iranischen Bevölkerung deutlich zu machen, dass sie überhaupt nichts davon hat, wenn die iranische Regierung Zugriff auf die Atomenergie hat. So wie die Bevölkerung schon heute nichts davon hat, dass die iranische Regierung Zugriff auf die Erdölfelder und Erdöleinnahmen des Landes hat. Die iranische Opposition scheint allmählich zur Auffassung gelangt, dass der Iran sehr wohl auf Atomenergie verzichten kann, wenn der Gewinn eine Verhinderung des Krieges darstellt. Ohne das Beharren auf die Atomenergie fehlen sowohl den Kriegstreibern in der US-Politik wie denjenigen in der israelischen Politik die Argumente, die einen Krieg gegen den Iran vor der eigenen Bevölkerung rechtfertigen könnten. „Also verzichten wir auf die Atomenergie“, lautet die Konsequenz der Opposition.

Die Lichter gehen aus – sie sind zu teuer
Denn wie man sieht: Die Lichter gehen im Iran sowieso aus. Weil sich keiner mehr Glühbirnen und Neonröhren leisten kann. Ganz ohne Krieg. Nur dank der Wirtschaftspolitik und Außenpolitik einer „Elite“, die lieber ihre Taschen mit Schmuggelware und Unterschlagung staatlicher Finanzen füllt als daran zu denken, wie der Rest der Bevölkerung mit ehrlicher Arbeit überleben kann.

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