Archiv für August 2012

Erdbeben im Iran, den Regierenden keine Rede wert


Am Samstag, den 11. August 2012, kam es im Iran in zwei Regionen zu starken Erdbeben.

Das Schweigen der Wölfe
Präsident Ahmadineschad war zu einer „amtlichen Reise“ nach Saudi Arabien aufgebrochen und sah keinen Grund, die Reise abzubrechen, der Religiöse Führer, der stets zur Stelle ist, die bösen Feinde im Ausland und ihre Helfershelfer im Inland anzuprangern, hat bis heute kein Wort des Trostes für die Erdbebenopfer verloren.

Rettungsarbeiten abgeschlossen – und wann fangen sie an?
Der Innenminister des Landes wusste zwei Tage nach dem Erdbeben zu berichten, die Rettungsarbeiten seien abgeschlossen, während die Opfer aus der Region berichten, dass sie ansehen mussten, wie ihre Angehörigen in den Trümmern verstarben, weil sie ohne Hilfe die Trümmer nicht beseitigen konnten. Manch einer hat zwei Tage nach dem Erdbeben gerade mal eine Decke als staatliche Hilfe erhalten.
Das Regierungsfernsehen Seda wa Sima zog es vor, die ersten anderthalb Tage nichts vom Geschehen zu berichten und setzte statt dessen lieber eine humoristische Unterhaltungssendung aufs Programm.

Scharfe Worte der aserbaidschanischen Abgeordneten im Parlament
Der Abgeordnete Abbas Fallah Babadschan, der die Region Ahar und Haris im iranischen Parlament vertritt, beklagte im Parlament das Verhalten der staatlichen iranischen Nachrichtenagenturen im Katastrophengebiet. Sie versuchten, die Katastrophe herunterzuspielen und ließen die Bitten und Beschwerden der Betroffenen außen vor. Er bezichtigte den Innenminister, der vom Abschluss der Rettungsarbeiten sprach, der Lüge, und meinte, es sei bedauernswert, dass die Bevölkerung nur vom BBC erfahre, was in ihrem eigenen Land geschehen sei. Auch die staatlichen Opferzahlen entsprächen nicht der Wahrheit.

Der Innenminister hält Abstand vom Volk – mit dem Hubschrauber
Auch Allahwerdi Dehqani, Abgeordneter von Warsaq im iranischen Parlament, kritisierte das Verhalten der Behörden. Die Opferzahlen seien zu niedrig, von den zuständigen Amtspersonen hätte sich erst keiner blicken lassen, und jetzt, nachdem schon zwei Tage verstrichen seien, hätte der Innenminister die Gegend nur mit dem Hubschrauber überflogen, ohne das Gespräch mit der Bevölkerung zu suchen und zu erfahren, was sie benötige.
Auch weitere aserbaidschanische Abgeordnete meldeten sich auf der Parlamentssitzung am 13.08.2012 zu Wort und warfen der staatlichen Fernsehgesellschaft Seda wa Sima vor, das Schicksal von 200 Dörfern, die zum großen Teil in Schutt und Trümmer verwandelt worden seien zu ignorieren. Sie solle sich schämen, dass ausländische Sender mehr Mitgefühl mit der Bevölkerung zeigten als Seda wa Sima.


unser Beileid an die Angehörigen der Opfer

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300 Tote nach zwei schweren Erdbeben im Iran

Zerstörte Städte und Dörfer, mindestens 300 Tote und 2600 Verletzte: Zwei schwere Erdbeben waren im Iran zu verzeichnen
Das Epizentrum des ersten Erdbebens lag rund 500 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Teheran,

das des zweiten Bebens nur 48 Kilometer nordöstlich von der Millionenstadt Tabris.

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120 Tote nach Erdbeben im Iran


In der Nähe der iranischen Millionenstadt Tabris sind mindestens 120 Menschen durch ein Erdbeben ums Leben gekommen. Mehrere Hunderte wurden bei dem Beben verletzt.

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Heutiges Bildungssystem im Iran (2 + 2 = 5)

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Iran: Rafsandschani wieder oben


Ajatollah Rafsandschani bespricht sich mit den Geistlichen in Qom

Wie wir sehen, hat der gewiefte Taktierer Ajatollah Rafsandschani sich wieder aus der Schlinge gezogen. Wir erinnern uns daran, dass Präsident Ahmadineschad noch vor wenigen Jahren gegen ihn öffentlich gehetzt hatte, von angehäuften Reichtümern gesprochen hatte, und sogar seine Tochter zu sechs Jahren Gefängnis verurteilen ließ. Der mächtige Ajatollah konnte nichts dagegen tun. Und was hört man jetzt:
Seine Tochter Faese Haschemi Rafsandschani, die die Haftstrafe bislang nicht antreten musste, durfte ohne Probleme nach England ausreisen. Und auf der letzten Sitzung der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems, deren Vorsitz Ajatollah Rafsandschani innehat, erschien sogar Präsident Ahmadineschad, der dieses Gremium sonst immer geflissentlich ignorierte. Ahmadineschad musste dort Rede und Antwort stehen, und er tat sein Bestes, alle Schuld auf den Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i abzuwälzen.
Rafsandschani beendete besagte Sitzung mit versöhnlichem Aufruf an alle Seiten, ein Musterbeispiel für einen Politiker, der sich in keine Richtung festlegen möchte und niemanden vor den Kopf stoßen will.

Nach dieser Sitzung suchte Ajatollah Rafsandschani die führenden Geistlichen in Qom auf und legte ihnen im Detail dar, was auf der geheimen Sitzung der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems besprochen wurde. Auf diesem Treffen kritisierte er auch die neu geprägte Parole von einer „Wirtschaft im Widerstand“. Dies bezog sich konkret auf die Worte des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i, der auf diese Weise zu den Sanktionen Stellung bezog. Rafsandschani meinte dazu, das seien nur leere Worte. Wenn man so etwas wolle, müsse man Wissenschaftler heranziehen und für die Ausführung der Worte sorgen. Der Führer schlage mit so einem Vorgehen die Axt in die Wurzeln der Islamischen Republik.
Auch dem Führer wartete Rafsandschani auf. Er fragte den Ajatollah, ob er schon den Bericht über die Sitzung jener Versammlung gelesen habe, was Ajatollah Chamene‘i verneinte. Chamene‘i gab dagegen an, Ahmadineschad habe ihm schon von der Versammlung berichtet, und laut dessen Worten habe Rafsandschani die Sitzung nicht geführt.
Statt einer Rechtfertigung verwies Rafsandschani darauf, dass er eine Tonaufnahme von dieser Sitzung habe, Chamene‘i täte gut daran, sich diese anzuhören. Man könne dann danach eine Sitzung unter vier Augen anberaumen und über das weitere Vorgehen sprechen. Das stieß anscheinend nicht auf die Zustimmung des religiösen Führers.
So ließ Rafsandschani gegenüber den iranischen Medien verlauten, dass die Perspektiven für den Iran düster aussähen.
Vermutlich sähe sich Rafsandschani selbst gern als Retter, wir werden sehen, ob die Bevölkerung noch einmal auf ihn reinfällt.

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Iran: Ein Leck an der Spitze


Sadegh Larijani (Leiter der Judikative), Ahmadinejad (Staatspräsident) und Haschemi Rafsanjani (Vorsitzender des Schlichtungsrates), Ali Larijani (Vorsitzender des iranischen Parlaments), Mohsen Rezai (Mitglied im Schlichtungsrat)

Am Samstag, den 17. Tir 1391 (7. Juli 2012) fand in Teheran eine geheime Sitzung der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems (Schlichtungsrat) statt, deren Vorsitz Ajatollah Haschemi Rafsandschani innehat. Was dort gesprochen wurde, war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Es muss einen hochrangigen Gönner geben, der dafür gesorgt hat, dass diese Worte trotzdem veröffentlicht wurden.


Geheimsitzung des Schlichtungsrates mit Ministern, Vertretern des Wächterrates

Zu dieser Sitzung erschien sogar der iranische „Präsident“ Ahmadineschad mit einigen seiner Minister, obwohl er bisher dieses Gremium stets ignoriert hatte. Jemand hat dafür gesorgt, dass Auszüge aus dieser Sitzung in die Öffentlichkeit gelangt sind. Und die sind lesenswert:

Iranische Erdölproduktion nach Verhängung der Sanktionen
General Qassemi, Erdölminister: Nach der Verhängung des Erdölembargos der EU ist die Erdölproduktion des Irans von 2,3 Millionen Barrel pro Tag (das war vor 4 Monaten) auf 1 Million Barrel pro Tag gefallen und wird voraussichtlich demnächst auf 0,8 Millionen Barrel sinken.


Iranische Rohölexporte vor dem Embargo

Chinas Regierung sahnt ab
Was die verbliebenen Kunden betrifft, handelt es sich vor allem um die Volksrepublik China und Indien. Der iranische Erdölminister beklagte dabei, dass China nicht nur einen miserablen Preis für das Erdöl bezahle, sondern dann auch nicht mal Bargeld auf den Tisch lege, sondern statt dessen Investitionsprojekte im Iran ausführen wolle. General Qassemi meinte dazu: Das ist Betrug, und keine Art von Finanzierung!
Der General schilderte weiter, dass die Sanktionen dazu geführt hätten, dass der Iran nicht einmal mehr das Schweröl zur Betreibung der Brennöfen (Ziegelindustrie) herstellen könne, und die Benzinproduktion sei auf 15% der vorhandenen Kapazitäten gefallen. Die iranischen Autos fahren also hauptsächlich mit den angelegten Benzin-Reserven.

Benzin nur noch für den Staat?
Der General hatte schon auf einer Sitzung des Energie-Ausschusses des iranischen Parlaments gefordert, dass es sich über die Verteilung des Benzins Gedanken machen solle. Benzin solle nur noch bekommen, wer es benötige, der General dachte dabei namentlich an den staatlichen Sektor, wo ja die Pasdaran und Co. sitzen und entscheiden können, wer wieviel gegen wieviel Bestechungsgeld bekommt.

Wie man Sanktionen umgeht, und was dabei schiefgehen kann
Bahmani, Präsident der iranischen Zentralbank, erklärte: Bislang haben wir Vertrauensleuten Devisen gegeben, damit sie die Waren kaufen konnten, die unter das Embargo fallen. Mindestens 48 von ihnen sind bis jetzt mit dem Geld im Ausland untergetaucht. Darauf haben wir direkt Kontakt mit unseren Geschäftspartnern im Ausland aufgenommen und auf ihre Namen Banken gegründet, auf die wir das Geld überweisen. Das lief am Anfang recht gut, aber die dortigen Geheimdienste haben diese Banken mit Hilfe der westlichen Geheimdienste enttarnt und letztere haben dafür gesorgt, dass die Gelder dieser Banken konfisziert wurden.

Die amtliche Inflationsrate, eine Frage der Psychologie
Bevor der Wirtschaftsminister Hosseini sprechen konnte, meldete sich Ajatollah Abbas Wa‘es-Tabassi zu Wort. Dieser Ajatollah ist der Bevollmächtige der Ostan-e Rasawi-Stiftung, die in Maschhad über die gewaltigen Vermögen und Unternehmen verfügt, die im Umfeld des Imam-Resa-Heiligtums angehäuft und betrieben werden. Ajatollah Wa‘es-Tabbassi erklärte:
„Herr Hosseini, täglich erhalte ich über 1000 Briefe aus der Bevölkerung, die sich über die Teuerung beklagt. Die Briefe kann ich nicht beantworten. Die Regierung spricht ständig von 22 Prozent Inflation. Was ist das für eine Inflationsrate, bei der der Preis für ein Kilo Hühnerfleisch von 3000 Tuman auf 7000 Tuman angestiegen ist? Sind das wirklich 22 Prozent? Was für eine Berechnungsformel haben Sie denn verwendet, dass Sie auf 22 Prozent kommen?“
Der Wirtschaftsminister Hosseini antwortete: „Zwischen der öffentlich bekannt gegebenen Inflationsrate und der tatsächlichen Inflationsrate besteht ein Unterschied wie zwischen Himmel und Erde. Die wirkliche Rate beträgt 126 Prozent. Aber Herr Ahmadineschad hat Anweisung erteilt, angesichts der psychischen Verfassung der Bevölkerung eine Rate von unter 24 Prozent anzugeben. Allerdings war das auch die Auffassung des Religiösen Führers, dass in der gegenwärtigen Lage die wirklichen Daten nicht bekannt gegeben werden.“

Schuld ist der Führer – aber welcher?
Madschid Ansari, Mitglied der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Systems und in jüngeren Jahren professioneller Folterer im Ewin-Gefängnis, stellte auf dieser Sitzung auch direkt den Präsidenten Ahmadineschad (der seinerseits im Gefängnis Hinrichtungen vollstreckte) zur Rede. Er habe ihn schon vor sechs Jahren auf die absehbaren Folgen seiner Wirtschaftspolitik hingewiesen, aber Ahmadineschad sei nur Zuhörer geblieben, ohne daraus Konsequenzen zu ziehen.
Hier die Worte, mit denen Ahmadineschad versucht, sich zu rechtfertigen:
„Herr Ansari, Sie wissen doch besser als ich, dass ich in der Frage der Sanktionen nicht die Entscheidungen treffe. Kürzlich habe ich das auch dem Religiösen Führer erklärt. Aber plötzlich kam die Rede von einer „Wirtschaft des Widerstands“ auf. Für diese unglückliche Entwicklung sind zum großen Teil die falschen Entscheidungen in der Außenpolitik verantwortlich (Anm.: der Außenminister wird im Iran vom Religiösen Führer bestimmt!). Wenn der Entscheidungsfindende an anderer Stelle sitzt und jeder etwas anderes beschließt, dann kommt das hier raus.“


Generalstabschef Firus-Abadi neben Präsident Ahamdineschad – die Zeiten sind vorbei

Rechtzeitig die Seite gewechselt…
Generalstabschef Hassan Firus Abadi, der früher immer ein energischer Verfechter von Ahmadineschad war, machte ihm jetzt Vorhaltungen:
„Wenn aus Ihrer Regierung ein abweichlerischer Trend in Gang kommt, erwarten Sie dann noch, dass Sie alles zu entscheiden haben? Im Gesetz heißt es: Die Außenpolitik legt der religiöse Führer fest.“
Ahmadineschad: „Aus dem Etikett des ‚Abweichlertums‘ haben Sie einen Vorschlagshammer gemacht, mit dem Sie der Regierung auf den Schädel schlagen.“

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Iran: Aprikosenernte in Pir-Balaye Marand

Folgende Bilder zeigen die Aprikosenernte in Pir-Balaye Marand im Iran, genauer, was nach der Ernte geschieht.


Der Ort, wo diese Aprikosen gewachsen sind: Pir-Balaye Marand


Erst werden die Aprikosen entsteint


dann die schlechten aussortiert


die Früchte auf dem Tablett angeordnet


dann zum Trocknen in die Sonne gestellt


und das in großen Mengen.

Aprikosen heißen auf Persisch qeyssi, im Türkischen kaysi, ein Wort übrigens, das aus dem Ungarischen kommt.
Dort heißt die Aprikose kajszibarack, der Frühsommer-Pfirsich, so wie auch unser Wort Aprikose aus dem lateinischen malum praecocum – frühreifer Apfel /oder Pfirsich kommt (Pfirsich kommt von malum persicum, der persische Apfel), denn die Aprikose wird früher reif als der Pfirsich.

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Melard (Iran): Arbeitsloser verbrennt sich vor Augen des Bürgermeisters

In der Stadt Melard im Zentrum Irans hat ein 48-Jähriger, der eine Familie und zwei blinde Schwestern zu versorgen hatte, in der Stadtverwaltung gegen seine Entlassung protestiert und seine Einstellung gefordert. Seine Forderung nach Einstellung wurde abgewiesen. Darauf übergoss sich der Mann mit Benzin und verbrannte vor den Augen des Bürgermeisters.
Diese Tat mag extrem erscheinen, aber hätte der Mann eine Protestform gewählt, bei der er überlebt, wären ihm Gefängnis und Folter sicher.
Dies zeigt, in was für eine Sackgasse die Diktatur der Mollas die Bevölkerung getrieben hat.

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Iranische Flughafenpolizei zieht Frau nackt aus

Diese Meldung könnte auch eine persische Bildzeitung geschrieben haben, wenn es sie gäbe, und es ist nicht unser Ziel, diese Lücke zu füllen. Wie die iranische Zeitung Bastab (Echo) auf ihrer Webseite berichtete, wurde die Schwiegertochter eines iranischen Ajatollahs, der auch Mitglied des einflussreichen Expertenrats (Schouraje Chobregan) ist, von der iranischen Flughafenpolizei angehalten und splitternackt ausgezogen. Die Ausführende war eine Beamtin.
Bastab empörte sich darüber, dass diese Frau, obwohl sie perfekt verschleiert war, so entwürdigend behandelt wurde.
Doktor Mehdi Chas‘ali, der vor den jüngsten Parlamentswahlen aus der Haft entlassen wurde, kommentierte dies auf seinem Weblog in Form eines Briefs an den nicht genannten Ajatollah.

Wissen Sie, welche Menschen Tag für Tag dieser (…) Entwürdigung ausgesetzt sind?
Er schreibt darin u.a.: „Seine Exzellenz Ajatollah, Hüter des Korans und von Alis Buch „Nahdsch-e Balaaghe“, Mitglied der Experten des Religiösen Führers, diese Frau ist Ihre Schwiegertochter. Sie haben ihr Weinen bei diesem Vorfall selbst gehört und sind weiter gegangen, aber wissen Sie, welche Menschen Tag für Tag dieser Aggression und Verletzung der Sitten und Entwürdigung ausgesetzt sind? Glauben Sie, dass deren Stimme irgendwo ankommt? Wird die Menschenwürde bei diesem Vorgehen nicht geopfert?

Unsere Geistlichkeit ist schon seit Jahren tot und unser Volk hat sie zu Grabe getragen
Seine Exzellenz Ajatollah: (…) Ist es denn keine Katastrophe wenn eine anständige Frau ausgezogen wird? Das Schweigen der Geistlichkeit angesichts dieses Verbrechens ist eine Katastrophe. Ach, Ihr verborgenen Toten, wieso ist eure Stimme nicht zu hören? Unsere Geistlichkeit ist schon seit Jahren tot und unser Volk hat sie zu Grabe getragen und ihre Knochen sind verwest.“

Und wenn sie nicht verschleiert gewesen wäre, hätten die Beamten das Recht, sie auszuziehen?
Und an die Zeitung Bastab gerichtet stellt Mehdi Chas‘ali die Frage:
„Sie haben von der Entkleidung einer verschleierten Frau geschrieben, was soll das bedeuten? Sprich, wenn sie nicht verschleiert gewesen wäre, hätten die Beamten das Recht, sie auszuziehen? Wir reden hier von der Menschenwürde, da ist es egal, ob sie einen Tschador trägt oder nicht. Das Vorgehen ist überhaupt zu verurteilen!“

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Syrien – Iranische Pilger mit Waffenschein?


Screenshot aus einem arabischen Sender über die entführten / verhafteten iranischen Pilger / Krieger

Am Samstag, den 4. August 2012, wurden in der syrischen Hauptstadt Damaskus 48 Iraner entführt, die sich in einem Bus befanden. Es habe sich dabei um iranische Pilger gehandelt, behauptete die iranische Botschaft in Damaskus. Bei Damaskus liegt das Heiligengrab von Seynab, das tatsächlich ein beliebter schiitischer Pilgerort ist.
Allerdings ist hinzuzufügen, dass die Agenturen, die iranische Pilger dorthin bringen, in der letzten Zeit sämtliche Fahrten dorthin wegen der unsicheren Lage gestrichen und dies auch in den iranischen Zeitungen veröffentlicht haben. Dies, obwohl die Fahrten ein einträgliches Geschäft sind und die Stornierung der Reisen natürlich zu Protesten der buchenden Pilger geführt haben.
Hinzu kommt, dass Busse mit Pilgern nie reine Männerbusse sind, sondern alt und jung, Frauen und Kinder, in den Bussen sitzen, es sind typische Familien- und Einkaufsfahrten.
Bei diesen sogenannten Pilgern handelte es sich aber ausschließlich um Männer.
Da gewinnt die Version der Gegenseite, die im arabischen Sender al-Arabiya veröffentlicht wurde, an Gewicht. Dort treten Männer in der Uniform der syrischen Befreiungsarmee auf und fordern einen der festgenommenen bzw. entführten Iraner auf, den Ausweis auszuhändigen. Dem Ausweis zufolge handelt es sich um einen Pasdaran (Revolutionswächter). Das dürften derzeit die einzigen sein, die noch eine Möglichkeit finden, um in den Iran zu reisen.
Ob ihr Gottesdienst darin besteht, die Koransuren durch Maschinengewehrsalven zu ersetzen, wissen sie am Besten.
Ob das gottgefällig ist, weiß Gott am besten.

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Karadsch (Iran): Zwei weitere Haftentlassungen


Ahmad Seyd-Abadi

Ahmad Seyd-Abadi
, Aktivist einer Akademikervereinigung, war einen Tag nach der staatsstreichartigen Verkündung der iranischen Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 verhaftet worden. Nach kurzer Gerichtsverhandlung war er zu sechs Jahren Gefängnis, fünf Jahren Verbannung und lebenslängichem Verlust des Rechts auf politische Betätigung und des Rechts auf Redefreiheit (!) verurteilt worden.
Er hat von der UNESCO 2011 einen Preis für die Pressefreiheit verliehen bekommen.

Mehdi Mahmudiyan
Mehdi Mahmudiyan, Journalist, hatte im Iran ausführliche Berichte über die Verbrechen im Kahrisak-Gefängnis veröffentlicht. Dafür war zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Als er in einem offenen Brief über Vergewaltigungen im Radscha‘i-Schahr-Gefängnis von Karadsch berichtete, kam er in Einzelhaft. Seitdem ist seine Lunge bleibend geschädigt.
Beide Gefangenen wurden jetzt zusammen mit Narges Mohammadi aus der Haft beurlaubt. Das heißt das Gefängnistor steht ihnen jederzeit offen, wenn es den Herrschern beliebt.

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Iran: Die Regierung wird immer satt

Nach dem Putsch der Generäle in Polen und den von den USA verhängten Sanktionen hatte der polnische Regierungssprecher Jerzy Urban den treffenden Spruch geprägt: „Die Regierung wird immer satt!“ Zynisch zwar, aber treffend.
Wer die jetzigen Sanktionen und natürlich auch die Wirtschaftspolitik der iranischen Regierung besonders stark zu spüren bekommt, sind die Familien der Arbeiter. Dazu wurden jetzt von der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA unter Berufung auf staatliche Stellen folgende Angaben veröffentlicht. Demnach sind in der Region Isfahan 900.000 Arbeiter (mit ihren Familien macht das 2.900.000 Menschen und somit 60% der Bevölkerung der Region) gezwungen, massive Einschränkungen beim Nahrungsmitteleinkauf hinzunehmen. Das betrifft vor allem Fleisch und Milchprodukte, sprich, die Familien werden die Folgen einer Eiweißmangelernährung zu spüren bekommen. Den staatlichen Angestellten geht es gegenüber den Arbeitern ein bißchen besser: Sie bekommen Gutscheine, mit denen sie diese Waren stark verbilligt erwerben können.

Ramadan: So macht Fasten keinen Spass!
Zum Fastenmonat Ramadan hatte die Regierung versprochen, den Arbeitern ebenfalls solche Gutscheine zu geben, aber außer frommen Worten ist nichts geblieben. Das Essen beim Fastenbrechen, das in islamischen Ländern traditionell sehr üppig ausfällt, bleibt für diese Schichten weiterhin eine bescheidene Mahlzeit.

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Iran: Narges Mohammadi frei


Narges Mohammadi (Mitte) nach ihrer Freilassung im Familienkreis

Die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi, die in Haft schwer erkrankt ist und einen Hungerstreik eröffnet hatte, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren, ist laut Berichten, die am 31. Juli 2012 veröffentlicht wurden, gegen eine horrende Kaution von 600 Millionen Tuman (240.000 Euro!) auf freien Fuß gesetzt worden. Wie sie berichtet, war sie während der Haft so erkrankt, dass sie fünf Tage lang nichts sehen konnte.
Im Kreise der Familie macht sie den Eindruck, als sei sie psychisch ungebrochen.

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