Archiv für September 2012

Aufbau Ost – Frauen am Werk

Nein, es ist nicht die Rede von der ehemaligen DDR, sondern vom Wiederaufbau im aserbaidschanischen Teil des Irans, wo ein Erdbeben jüngst viele Häuser zerstört hat. Wie man sieht, führen die Frauen auch Maurerarbeiten und andere Tätigkeiten auf dem Bau aus.




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Iran: Insidergeschäfte und Dollarkurs

Am Sonntag, den 9. September 2012, erreichte der Wechselkurs des US-Dollars auf dem iranischen Markt eine neue Rekordmarke. Vor einem Jahr musste man für einen Dollar noch 1100 Tuman hinlegen, am Sonntag waren es schon 2400 Tuman. Was für die Wirtschaft eine Katastrophe ist, ist für bestimmte Iraner ein Segen. So erklärte der iranische Abgeordnete Ahmad Tawakkoli am 9. September 2012 im Parlament, dass die iranische Zentralbank seit zwei Wochen keinen Dollar mehr an den iranischen Markt verkaufe. In der Zeit davor hätten sich bestimmte Personen, deren Namen er nicht nannte, mit so viel Dollar versorgen können, dass sie durch diese erzeugte Verknappung binnen zwei Wochen einen Gewinn von 11.000 Milliarden Tuman gemacht hätten. Selbst wenn man den Kurs von 1: 2400 veranschlagt, den diese Personen damals ja noch nicht bezahlen mussten, entspricht das einem Gewinn von über 4 Milliarden Dollar in zwei Wochen. Auch hier gibt es Kriegsgewinnler, und zwar im Krieg gegen das eigene Volk.

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Kanada bricht diplomatische Beziehungen zum Iran ab

Das kanadische Außenministerium hat am 7. September 2012 den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Iran bekannt gegeben. Als Begründung werden mehrere Gründe genannt:
- Die Islamische Republik Iran stelle eine Bedrohung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit dar.
- Die Islamische Republik Iran unterstütze das Regime von Assad in Syrien.
- Die Islamische Republik Iran verweigere die Umsetzung der Resolution des UN-Sicherheitsrats zu seinem Atomprogramm.
- Die Islamische Republik Iran bedrohe andere Staaten mit rassistischen Äußerungen (gemeint ist Israel).
- Die Islamische Republik Iran verletze das Wiener Abkommen über die Ausübung diplomatischer Tätigkeiten und über die diplomatische Immunität.
Während die ersten Punkte auch in den deutschen Medien zur Sprache kommen, findet man nichts über die Hintergründe des letztgenannten Punkts.
Damit hat es folgende Bewandnis:
So hat einer der 17 iranischen Diplomaten, die jetzt binnen 5 Tagen Kanada verlassen müssen, in einer Moschee in Kanada die in Kanada lebenden Iraner (über 300.000) aufgefordert, mit dem iranischen Staat zusammenzuarbeiten und Informationen über andere Iraner sowie über Kanada an den Staat weiterzuleiten.
Es ist bekannt, dass die iranische Botschaft in Kanada diese Zusammenarbeit auch finanziell honoriert. Kanadische Banken, die von solchen Zahlungen erfahren haben, haben die entsprechenden Konten von im Lande lebenden Iranern geschlossen.
Es ist anzunehmen, dass Kanada mit diesem Vorgehen eine Sprecherstellung in den bevorstehenden Beratungen des UN-Menschenrechtsrats über die Menschenrechtslage im Iran anstrebt und zugleich auf dem internationalen politischen Parkett deutlich machen will, dass es auch andere Mittel als Krieg gibt, um gegen das Verhalten der iranischen Regierung vorzugehen.
Quelle:
http://www.international.gc.ca/media/aff/news-communiques/2012/09/07a.aspx?lang=eng&view=d
(Anmerkung: Der Zugriff auf die Webseite ist mitunter sehr langsam)

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Iran: Freiheit für Zhila Bani-Yaghoub!

Amnesty International fordert die Freilassung der politischen Gefangenen und Frauenrechtsaktivistin Zhila Bani-Yaghoub.


Zhila Bani-Yaghoub und ihr Mann, der zur Zeit ebenfalls im Gefängnis ist

Am 2. 9.2012 musste die Redakteurin der iranischen Website ir-women.net die Haft im Evin-Gefängnis von Teheran antreten. Ihre Strafe für „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ bzw. „Beleidigung des Präsidenten“ beträgt 1 Jahr Haft.


Ewin-Gefängnis, Teheran

Darüberhinaus wurde für sie ein 30-jähriges Verbot von medialen oder journalistischen Aktivitäten ausgesprochen.

Weitere Informationen auf der website von amnesty international

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Nahaufnahme aus dem Leben von 54 politischen Gefangenen

Bahman Ahmadi Amu‘i, ein inhaftierter Journalist, der anlässlich des Geburtstags seiner Frau Jila1 Bani Ya‘qub einen Brief aus dem Gefängnis an sie gerichtet hat, versucht darin, ein genaues Bild von den Bedingungen zu geben, unter denen die politischen Gefangenen im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr leben – ein Bild von Trakt 4, Haftraum 12.


Ahmadi Amu‘i und seine Frau Jila

Vorbemerkung der Webseite Dscharas:
Ahmadi Amu‘i ist Träger des Hellman-Hammett-Preises für verfolgte Journalisten im Jahr 2011. Er war im Rahmen der Geschehnisse nach den Präsidentschaftswahlen von 2009 unter dem Vorwurf des Verfassens kritischer Artikel über die wirtschaftliche Leistung der Regierung von Präsident Ahmadineschad in der Zeitung „Sarmaye“ („Kapital“) und auf seiner eigenen Webseite sowie unter dem Vorwurf der Ausübung der Funktion des Chefredakteurs der Webseite „Chordad-e nou“ verhaftet worden und befindet sich seitdem im Gefängnis. Bis vor zweieinhalb Monaten war er im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran inhaftiert, danach wurde er ins Gefängnis von Radscha‘i-Schahr verlegt.

Hier der Brief:

Hallo, liebe Jila,
zweieinhalb Monaten sind vergangen, seit ich in das Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Karadsch verlegt wurde. Zweieinhalb Monate, die für dich jede Minute seelische Konflikte und quälende Gedanken bereitet haben. Aus diesem Grund, ist das einzige, was ich sagen kann, dass es mir leid tut, dass ich unsere ohnehin schwierigen Lebensumstände zusätzlich erschwert habe, so dass du gezwungen bist, diese ganzen Schwierigkeiten allein auf deinen schmalen Schultern zu tragen.

In dieser Zeit wollte ich dir schon mehrmals schreiben, aber ich weiß nicht wieso, aber jedesmal, wenn ich nach dem Schreibstift griff, fühlte ich mich unfähig, unfähig, auch nur ein Wort zu schreiben. Heute konnte ich mich schließlich dazu durchringen, etwas zu schreiben.
Es ist nicht mehr lange bis zum 28. Mordad, sprich bis zu Deinem Geburtstag, und zugleich auch zu jenem schwarzen Tag, an dem der Putsch2 viele Hoffnungen unseres Volkes platzen ließ.

Ich erinnere mich, dass du immer gesagt hast, dass es sehr peinlich ist, wenn man seinen Geburtstag an so einem Tag feiern muss. Es ist, als würde man die Bemühungen und Anstrengungen jener Männer und Frauen auslachen, auf deren Gesichtern nun der Staub der Geschichte ruht. Ich hatte mir vorgenommen, wenn ich schon etwas zu Deinem Geburtstag schreibe, werde ich nichts in dieser Richtung andeuten. Aber ich weiß nicht, wieso ich es nicht geschafft habe und wieder beides zusammen in meinem Gedächtnis aufgestiegen ist.

Jila, wo bist du in diesem Moment, wo ich dir diese Zeilen schreibe? Woran denkst du gerade? Was machst du? Ich habe gehört, dass die Justizorgane dich aufgefordert haben, dich beim Ewin-Gefängnis zu melden, damit du deine verbliebene einjährige Gefängnisstrafe antrittst. Vielleicht bist du gerade dabei, Deine Sachen für’s Gefängnis zu packen. Für mich habe ich jedenfalls gedacht, dass ich jetzt wohl keine Gelegenheit mehr habe, in Ruhe mit dir zu reden und dich zu trösten.

Manchmal nimmt das Leben mit jeder Umdrehung solche Wendungen, dass man davon überrascht wird, obwohl man sich auf darauf vorbereitet hat, so dass man nicht weiß, wie es weiter geht. Man wundert sich nur noch, was man nun tun soll. Das ist genau die Situation, in der ich mich jetzt befinde. In den letzten drei Jahren wartete ich die ganze Zeit auf Deine Rückkehr ins Ewin-Gefängnis. Ich sagte mir, dass ich dich wie die anderen Gefangenen, die alle zwei Wochen von ihrer Ehefrau, ihrer Mutter oder Schwester, die auch im Gefängnis sind, Besuch bekommen, ebenfalls hintern den Mauern des Gefängnisses sehen werde, in dem ich sitze. Zu diesem Zweck habe ich mich – wie ich glaubte – auf diesen Moment vorbereitet. Du hattest in der Zeit mehrere Handtücher und Bettdecken für mich geschickt, von denen ich zwei beiseite gelegt hatte, damit ich sie dir schicken könnte, sobald du selber hier eintriffst.

Denn in jenen Tagen war es nicht möglich, dass du deine Siebensachen einfach ins Frauengefängnis mitgenommen hättest. Und ich habe damals verschiedene Dinge für dich vorbereitet, für den Fall, dass du kommst und die nötigsten Dinge nicht dabei haben solltest. Zum Beispiel zwei Stärkungs- und Vitamintabletten sowie ein kleines Kissen.

Aber jetzt bin ich mit diesen Sachen im Gouhardascht-Gefängnis3 zig Kilometer von Dir entfernt, während du ins Ewin-Gefängnis sollst.

Ich wundere mich nur über die Launen des Schicksals. Die ganze Zeit bist du nicht ins Ewin-Gefängnis gekommen, und jetzt, wo ich ins Gefängnis von Radscha‘i-Schahr verlegt wurde, gehst du dorthin. Was soll ich dazu sagen? Ich denke mir, angesichts der herrschenden Bedingungen werden wir uns mindestens für die nächsten paar Monate nicht sehen. Ich will mich und dich trösten, aber gleich schäme ich mich dafür. Hier, im politischen Trakt von Radscha‘i-Schahr sind Gefangene, die schon seit Jahren keinen Besuch mehr empfangen dürfen, Gefangene, die zum Tode verurteilt wurden und deren Todesurteil nach einigen Jahren aufgehoben und in lebenslänglich umgewandelt wurde. Sie haben nun schon 15, 12, 14 und 20 Jahre Gefängnis auf dem Buckel und hoffen, dass ihr lebenslänglich vielleicht doch ein wenig kürzer dauert als ihr Leben. Es sind Gefangene, die ihre Jugend und ihr rasch eingetretenes Alter hinter diesen Gitterstäben und von allen vergessen verbracht haben. Mohammad Nasari war 23 Jahre alt, als er verhaftet wurde. Jetzt verbüßt er das 20. Jahr im Gefängnis, aber er sieht aus wie 60. Omar, Ebrahim und Chaled, Mitglieder der Demokratischen Partei des Kurdistans – Iran, beginnen jetzt ihr 14. Jahr in Haft. Es ist schon Jahre her, dass sie ihre Familie das letzte Mal gesehen haben. Ich frage mich, falls diese Demokratische Partei noch existieren sollte, ob sie wohl weiß, dass es noch Menschen gibt, die wegen ihrer Mitgliedschaft in dieser Partei seit vielen Jahren im Gefängnis sind. Manchmal glaube ich, dass vielleicht auch das iranische Justizsystem ihre Namen gar nicht mehr auf seinen Listen hat.

Vor ein paar Tagen habe ich die Nachricht von der Amnestie und Strafreduzierung von einigen politischen Gefangenen und solchen, die gegen die „Sicherheit des Landes“ verstoßen haben, gelesen, was die Zeitungen groß ausposaunten. Das erste, woran ich dabei denken musste: Wie schön wäre es gewesen, wenn auch die Namen solcher Gefangener auf dieser Liste gewesen wäre. Aber nein! Als hätte selbst Gott sie vergessen.

Von Hafturlaub, Begnadigung und Strafreduzierung konnten die profitieren, denen zum Teil nur noch zwei Tage, zwölf Tage oder zwei Monaten bis zur vollständigen Verbüßung ihrer Strafe fehlten. Andere hatten gerade die Hälfte ihrer ein-, zwei- oder dreijährigen Haftstrafe verbüßt und kamen in den Genuss dieser Vergünstigung. Sie wurden auf dem halbem Weg ihrer Haft amnestiert. Einige von ihnen waren deshalb verurteilt worden, weil sie wirklich Spionage betrieben oder das Land verraten hatten.

Kann denn wirklich keiner von den alten Gefangenen hier, die schon so lange im Gefängnis sind, auf Hafturlaub, Strafreduzierung oder eine Amnestie hoffen? Karam Cheyrabadi ist einer von ihnen. Er lebt schon seit 16 Jahren unter der ständigen Bedrohung der Hinrichtung. Wieviele Sonntage und Dienstage, den Tagen, an denen Hinrichtungen vollstreckt werden, hat er über Wochen, Monate und Jahre hinweg überstanden, so dass jetzt keine Gefühle mehr in ihm aufkommen? Wenn ich ihn frage, was er dabei fühlt, wenn an einem der kommenden Sonntage oder Dienstage sein Name verlesen werden sollte, hat er nur ein müdes Lächeln für mich übrig, und sagt in seinem harten Akzent eines Chusestaners – Choda bosorg ast – Gott ist groß. Und dann erzählt er ganz lebhaft von zahlreichen Ereignissen, die sich in den vergangenen 16 Jahren ereignet haben, als wären sie erst gestern geschehen. Er schildert alles einzeln mit dem Datum und den Namen aller Personen, denen er in dieser langen Zeit begegnet ist. Und schließlich gibt er mir den guten Ratschlag, nicht zu vergessen, dass im Gefängnis selbst ein krummer Nagel seinen Nutzen hat, auch wenn viele das nicht wissen.

Er selbst hat mir nichts davon berichtet, aber die anderen Gefangenen haben mir erzählt, dass er das Brot, das er in einer Woche benötigt, immer in getrockneter Form als Vorrat hortet. Denn er hat die Erfahrung gemacht, dass es Zeiten gibt, in denen selbst das Brot im Gefängnis rar wird. Dann gibt es noch vier weitere Gefangene, die der PKK angehören, die Gefängnisstrafen von acht und fünf Jahren verbüßen. Es sind junge Menschen, die 25-30 Jahre alt sind. Sanyar und Loghman Moradi, die Cousins sind, warten seit Jahren auf ihre Hinrichtung. Auf Anordnung von Richter Salawati dürfen sie keinen Besuch von ihrer Familie empfangen. Sie haben ihre Familien schon lange nicht mehr gesehen. Manchmal schäme ich mich an den Besuchstagen, ihnen direkt in die Augen zu schauen.

Diese Menschen benötigen mehr als alle anderen Aufmerksamkeit und Besuche, etwas, worauf sie sowohl in ihrer Zeit vor der Inhaftierung wie auch im Gefängnis verzichten mussten. Einige von ihnen kennst du auch, denn ich habe dir schon früher von ihnen berichtet. Es sind Menschen, die unseren Respekt verdienen. Jeder von ihnen kommt auf seine Art für die Ausgaben auf, die er im Gefängnis hat. Sie weben Schals und Kopftücher, Stoffpuppen und stellen andere Handarbeiten her, die sie dann an andere Gefangene verkaufen.

Jetzt ist dein Geburtstag, und ich sollte dir schildern, wie es hier läuft und was ich hier tue. Denn beim Besuch fragst du ständig danach, was wir hier tun und was im Gefängnis abläuft. Als Antwort schreibe ich dir, dass die Lage hier gut ist. Alles ist ruhig, und wir, die Gefangenen, verstehen uns untereinander auch.

Ich denke mir, jetzt, wo du selbst ins Gefängnis gehst, werde ich dir die gleichen Fragen stellen. Und damit du dir keine Sorgen um mich machst, will ich versuchen, dir kurz zu schildern, wie es uns hier geht. Das ist mein Geburtstagsgeschenk an dich: Ein Bild von dem Ort, an dem 54 politische Gefangene des Radscha‘i-Gefängnisses von Karadsch leben. Ich schreibe es dir, damit du dir zumindest teilweise eine Vorstellung von hier und von den Umständen machen hier machen kannst und in Ruhe ins Gefängnis gehen kannst, um dein Jahr Gefängnis abzusitzen.

Ein großer Haftraum von 50 Metern Länge und ein 3 Meter breiter Flur, die mit Teppichen und Teppichböden ausgelegt sind. Der große Haftraum ist in 33 Zellen aufgeteilt, jede davon mit den Maßen 2,70 Meter auf 2,00 Meter. Am Anfang und am Ende des großen Haftraums sind zwei Klimaanlagen montiert, die sich gegenseitig feuchte Luft zublasen. Die Eingangstür zum Flur ist aus Eisen. Sie ist meist geschlossen. Die einzige Verbindung zur Welt jenseits der eisernen Tür ist ein Telefon, das auf dem Tisch auf dem Flur steht und mit dem diensthabenden Offizier im oberen Stockwerk verbunden ist.

Wenn du ins Ewin-Gefängnis kommst, werden wir fünf Gefangene sein, deren Ehefrau oder Schwester im Ewin-Gefängnis sitzen, während wir hier sind. Hier, das heißt im Haftraum 12, in der Erziehungsanstalt 4, im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr. Obwohl sie viele Briefe geschrieben haben, haben die vier anderen es bis heute nicht geschafft, dass die Behörden ihnen erlauben, mit ihren Angehörigen zu telefonieren oder von ihnen Besuch erhalten. Wahrscheinlich wird es mir dann auch so ergehen.

Hier sind alle politischen Gruppen und Richtungen vertreten. Mit den Worten eines von ihnen liegt die Zukunft des Nahen Ostens und des Irans in der Hand einer dieser Gruppen. Übrigens sind im Haftraum über uns 170 Gefangene von Al-Qaida eingesperrt, unter uns (den 54) sind die Baha‘is in der Mehrheit. Wir sagen zu ihnen im Scherz: Wenigstens an einem Ort habt ihr den Minderheitsstatus hinter euch gelassen. Die anderen sind von der PKK, von Peschwak, von der Demokratischen Partei Kurdistans (Iran), von der Organisation der Volksmudschahedin, von der Grünen Bewegung, von den Patrioten und Anhänger einer Schah-Regierung, die sich als unabhängig betrachten. Einige Gefangene sind als Einzelpersonen aktiv, sprich, sie wollen allein den Kampf mit der Islamischen Republik aufnehmen, wie manche spöttisch sagen.

Die erste Zelle, wenn man in den großen Haftraum eintritt, ist auf der linken Seite. Sie dient als Küche. Sie hat einen selbstgebastelten Herd mit acht Platten. Am Ende des großen Haftraums sind die Toiletten und Waschgelegenheiten. An diesen Tagen, also im Monat Ramadan, werden zum Fastenbrechen zwei kleine Decken im Abstand von 20 Metern auf dem Boden des Korridors ausgebreitet. An jeder Ecke der beiden Decken sitzen sieben, acht Personen. An der Decke der Volksmudschahedin ist mehr los. Meist haben sie auch ein paar Gäste. Die andere Decke… Manche essen auch in ihren Zellen, nicht an der Gemeinschaftsdecke.

In den letzten ein, zwei Wochen sind ein paar seltsame Dinge passiert. Wenn man es nicht mit eigenen Augen sieht, könnte man es kaum glauben. So wie du es vielleicht auch nicht glaubst, wenn du es jetzt liest. Speiseöl, in Flaschen zu 800 g, das in den Gefängnisläden zu 3400 Tuman verkauft wird, ist verschwunden. In einigen Hafträumen wird es zu Preisen von bis zu 15000 Tuman verkauft. Der Grund, warum es so selten geworden ist, ist nicht bekannt. Feuerzeuge, die 500 Tuman kosten, dürfen seit zwei Monaten nicht mehr ins Gefängnis eingeführt werden. Jetzt werden sie für 30.000 Tuman gehandelt. Zitronensaft gehört hier ebenfalls zu den Dingen, die schwer aufzutreiben sind. Vor ein paar Tagen wurden uns 21 Halbliter-Flaschen Zironensaft gebracht. Die Wärter sagten, wir sollten sie unter uns 54 aufteilen. Zum Glück hat einer der Baha‘is, der Ingenieur ist und mit dem Rechnungswesen und dem Umgang mit Zahlen vertraut ist, die Mühe der Aufteilung übernommen. Er berechnete folgendes: Auf fünf Personen zwei Flaschen. Den Rest müsst ihr untereinander ausmachen.

Die Einführung von Sportgeräten an diesen Ort ist gewöhnlich verboten. Nur in Spezialfällen wird dies mit großem Aufwand erlaubt. Die Einführung von Sportschuhen ist gleich ganz verboten.

„Der Sport muss das Ich zerstören und nicht aufbauen.“
„Ich bin kein Sportler, aber ich bin ein Freund der Sportler.“
Diese Worte von Ajatollah Chomeini sind mit großen Lettern auf die Wände geschrieben, die uns beim Hofgang umgeben.

Die Gefangenen, die ihre Schlappen mit Gummis und Fäden an ihren Füßen festgemacht haben, treten auf den Plastikfussball ein. Manche haben sogar Schuhe an. Schuhe, die sie vermutlich vor einigen Jahren, als sie verhaftet wurden, anhatten. Denn die Einführung jeder Art von Schuhen ins Gefängnis ist verboten. Die Sohlen dieser alten Schuhe sind schon längst abgefallen, und so machen sich die Gefangenen mit Pappe und Teppichboden neue Schuhsohlen zurecht, die sie an ihren alten Schuhen annähen. Mit jedem Tritt, den sie dem Ball versetzen, fällt ein Teil der Pappe oder des Teppichbodens ab und fliegt mit dem Ball davon. Trotzdem haben die Gefangenen ihren Spass an den zwei Stunden Hofgang, die sie täglich haben. Gern würde ich dir ausführlicher davon schreiben. Aber ich glaube, das reicht einstweilen. Und, bist du jetzt beruhigt? Jetzt, wo du weißt, unter welchen Bedingungen ich hier lebe?

Übrigens, letzte Woche habe ich die Bücher erhalten, die du mir geschickt hattest. Und das auch mit was für Mühen! Zuerst habe ich dem Gefängnisdirektor einen Brief mit dem Namen des Buchs, des Verlegers und des Autors geschrieben. Nach zwei Wochen wurde dieser Brief dann an die Geheimdienstabteilung des Gefängnisses weitergeleitet. An dem Tag, an dem ich zur Geheimdienstabteilung des Gefängnisses ging, um die Bücher abzuholen, sagte mir Faradschi-Neschad, einer der Verantwortlichen, ganz verärgert: „Wieviel Briefe schreibst du eigentlich noch, um deine Bücher zu kriegen? Und zu allem Überfluss war dein Name mit grünem Kuli auf den Einband jedes Buchs geschrieben. Was hast du wohl geglaubt? Ich lass mich nicht von so etwas beeindrucken. Ich kann deine ganzen Bücher draußen auf die Straße werfen. Und dann magst du tun, was du willst….“
Dann zögerte er einen Moment und sagte: „Aber dieses Mal gebe ich dir die Bücher.“
Ich sagte mir: Hauptsache, er gibt sie mir. Gott ist groß.

Da siehst du mal, was wir für einen Einfluss die grüne Farbe nach drei Jahren noch hat, was für Emotionen sie noch auslöst, das ist doch interessant, oder? (Anmerkung: die grüne Farbe war das Symbol der Grünen Bewegung, die sich bei den letzten Präsidentschaftswahlen als Opposition zu Ahmadineschad bildete).

Jila, und das vergleiche mal damit, dass Drogen hier wie in den anderen Gefängnissen in Hülle und Fülle aufzutreiben sind.
Um die Drogen aufzufinden, ist die Gefängnisleitung gezwungen, die Gefangenen dazu zu ermutigen, die anderen auszuspitzeln, und sie dafür zu belohnen. In einem der Aufrufe, die an den Türen und Wänden des Gefängnisses hängen, wird mit der Unterschrift des Gefängnisdirektors aufgelistet, was die Gefangenen alles nicht besitzen oder tun dürfen:

  • Spitze oder scharfe Gegenstände.
  • Dolche.
  • Handel oder Konsum von Rauschgift.
  • Verletzung der Haftordnung.
  • Einführung oder Besitz von Handys oder einer Sim-Karte.
  • Handel oder Konsum von psychotropen Substanzen.
  • Andere beleidigen, erniedrigen oder vulgäre Ausdrücke verwenden.

Seit einigen Tagen denke ich darüber nach, wie es sein kann, dass das Einführen von ein paar Büchern oder Sportartikeln so schwer oder sogar unmöglich ist, während so viele Drogen im Gefängnis auftauchen.
Ist es denkbar, dass ein Gefangener angesichts des Fehlens anderer Möglichkeiten auf so eine Bahn gerät?

Liebe Jila,
uns geht es gut, und auf den ersten Blick sind wir auch gesund. In diesen Tagen betätigen wir uns als Gärtner.
Wir haben Vier-Liter-Kanister in Blumentöpfe umfunktioniert. Mit der Hilfe und Anleitung von Saleh Kohandel haben wir darin Schnittlauch, Radieschen, Basilikum und Kresse gezüchtet. Jeden Tag nehmen wir sie für die zwei Stunden, in denen wir Hofgang haben, mit nach draußen, damit sie Sonne bekommen und wie wir frische Luft schnappen können. Wenn alles gut verläuft, wird jeder von uns in einem Monat ein paar Pflänzchen Schnittlauch, Radieschen und Basilikum zur Verfügung haben. Ramesan Sa‘idi, ein politischer Gefangener aus dem Kurdistan, hat mit leeren Joghurt-Behältern und Farbdosen, in die er Zement gegossen hat und die er in der Mitte mit einer Eisenstange eines Besens verbunden hat, Hanteln fabriziert. Damit trainieren wir beim Hofgang, wir rennen auch ein paar Minuten.

Im großen Hof unseres Trakts, der nach Nordosten blickt, sehen wir in der Ferne einen Berg, an vielen Tagen vor einem Hintergrund von weißen oder grauen Wolken. Erfahrene Gefangene sagen, dass der Berg im Winter ein schöner Anblick ist. Dann ist er von Schnee bedeckt, und es ist ein Vergnügen, ihn so von fern zu sehen. Das wird euch im Ewin-Gefängnis vermutlich vorenthalten bleiben und ihr werdet uns darum beneiden. Alles Schwere hat auch seine guten Seiten, die anderswo nicht zu finden sind.

Bei diesem schönen Anblick werde ich mir von nun an sagen: Jetzt sehe ich ihn nicht nur für mich, sondern auch für Jilas Augen. Wenn ich ein Buch lese, bist du bei mir. Wenn ich ein Lied höre, bist du bei mir. Wenn ich den Berg anschaue, wirst du ebenfalls bei mir sein. Pass auf dich auf! Ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag. Dir, die immer bei mir ist.

Bahman Amu‘i,
Radscha‘i-Schahr-Gefängnis,
Haftraum 12.
veröffentlicht in iran-emrooz.net
25.08.2012 14:11
Übersetzung ins Deutsche: 30.08.2012

  1. J wie in Journalismus zu sprechen [zurück]
  2. gegen Doktor Mossadegh [zurück]
  3. alter Name des Radscha‘i-Schahr-Gefängnisses [zurück]
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Erfahrungen eines Bloggers mit iranischen Sicherheitsbehörden

Der iranische Blogger Mohammad Ismail Zadeh aus Babol, ein Anhänger des Oppositionspolitikers Mehdi Karrubi, berichtet über seine Erfahrungen mit den iranischen Sicherheitsbehörden.

Er war 2009 wie Millionen andere Iranerinnen und Iraner auch nach den Präsidentschaftswahlen am 22. Chordat (12. Juni) auf die Straße gegangen und hatte gegen den Wahlbetrug von Ahmadinejad demonstriert.

Zwei Tage später wurde er vom Geheimdienst festgenommen und erst gegen Kaution wieder freigelassen. Mohammad Ismail Zadeh wurde später veruteilt und kam für 93 Tage ins Gefängnis.

Nun hat er seine Erfahrungen in einem Offenen Brief an den Staatsanwalt festgehalten. Er berichtet in seinem Blog davon, wie er im Gefängnis von den Verhörbeamten geschlagen und gefoltert worden war.

Erst vor wenigen Wochen bekam Ismail Zadeh daher wieder „Besuch“ vom Geheimdienst. Seine Wohnung wurde durchsucht und er und seine Frau, Katayun Bahrami, beschimpft. Es wurden private Dinge nicht nur von ihm sondern auch von seiner Frau beschlagnahmt.

Seine Frau ging daraufhin zur örtlichen Polizeistation und beschwerte sich über diesen Vorfall. Im Polizeirevier erging es ihr jedoch nicht viel besser, denn auch dort musste sie Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

Es kam zu weiteren Wohnungsdurchsuchungen und wieder wurde Frau Bahrami beim Polizeirevier vorstellig. Diesmal wurde sie nicht nur beschimpft sondern körperlich angegriffen. Der Polizeioffizier Purbagher kam hinter seinem Schalter hervor und schlug die Frau so fest, dass sie mit einem Kieferbruch und ausgeschlagenen Zähnen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

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Islamische Republik Iran zensiert Ägyptens Muslimbrüder

Mohammed Mursi, der neue ägyptische Präsident, der seine politische Laufbahn bei den Muslimbrüdern begonnen hat, trat in Teheran auf der Sitzung der Blockfreien Bewegung als einer der Redner auf.
Zum Entsetzen der iranischen Machthaber drückte er in dieser Rede seine Solidarität mit dem Freiheitskampf des Volkes in Palästina und Syrien aus.
Die staatliche iranische Fernsehgesellschaft wusste sich zu helfen: Ihr Dolmetscher tauschte „Syrien“ gegen „Bahrein“ aus,
Aus Mursis Worten: „Wir erklären unsere Unterstützung mit dem Volk Syriens gegen das Regime des Unrechts und der Unterdrückung.“
machte der Übersetzer: „Wir hoffen auf den Erhalt des syrischen Regimes, das die Unterstützung des Volks genießt.“
Angesichts der Proteste, die sich an diese Verfälschungen anschlossen, erklärte der Direktor des iranischen Fernsehens, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt.
Dazu ist nur zu sagen: Syrien heißt auf Persisch Ssuriye, Bahrein spricht man auf Persisch Bahrejn, selbst bei beachtlicher Geräuschkulisse klingen die beiden nicht ähnlich.
Auch deutsche Zeitungen berichteten über den Zensurskandal, so:
http://www.sueddeutsche.de/politik/mursis-wutrede-iran-uebersetzt-syrien-mit-bahrein-1.1457644

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Iran: Die 99 Namen Allahs


Im Namen des Dollars, des Großen, Allmächtigen…

Am Montag, den 03. September 2012 trat Mostafa Purmohammadi, ehemaliger Innenminister von Präsident Ahmadineschad und jetziger Leiter der Obersten Aufsichtsbehörde des Landes, mit einer Nachricht an die Öffentlichkeit, die kürzlich auch ein Vertrauter von Ajatollah Mesbah Yasdi in Maschhad bestätigte. Es gibt derzeit zehn Verfahren wegen schweren Wirtschaftsverbrechen, die sowohl Ahmadineschads engste Mitarbeiter (Rahimi, Mascha‘i) als auch ihn selbst betreffen. Purmohammadi erwähnte namentlich die von ihm geführten Ermittlungen gegen Rahimi und sagte dann, dass sämtliche Akten auf Anweisung des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i auf Eis gelegt wurden. „Im Interessen der Wahrung des Systems“, wie er sich ausdrückt.
Wie man sieht, versteht sich die Geistlichkeit trefflich, den Koran in zeitgenössische Sprache zu übersetzen.
Aus der Ommat, der Gemeinschaft der Gläubigen, wurde Omm-ol-Fessad, die Mutter der Korruption.
Und die 99 Namen des Allmächtigen haben sie mit einem Wort ersetzt: Dollar.
Wenn die Regierung Obama jetzt noch eine kleine Reform an ihrer Dollarnote vornehmen würde, wären vermutlich alle Probleme mit dem Iran gelöst:

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Esfahan (Iran): Petrochemie stillgelegt

Ein großer Petrochemie-Komplex in Esfahan (=Isfahan), der einem staatlichen Konzern gehört, und Grundstoffe für die chemische Industrie in einer Höhe von 300.000 Tonnen jährlich produzierte, musste jetzt schließen. Dem Staatskonzern gingen die Gelder aus, um die Rechnungen und die Löhne zu bezahlen, die Schulden häuften sich an, jetzt wurde die Stilllegung beschlossen.

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Aran und Bidgol (Iran): 20.000 Arbeitslose vor der Tür

Aus der Region Esfahan, einem bedeutenden Wirtschaftszentrum im Iran, kommt der nächste Hilferuf. Aran und Bidgol gehört zu den ärmlichen Landkreisen der Region, gut ging es den Leuten noch nie, aber jetzt droht 20.000 Arbeitern, die dort in der industriellen Teppichherstellung beschäftigt sind, die Entlassung. Die Ursachen sind vielfältig: Der Staat hat zwar die Subventionen auf viele Güter gestrichen, die versprochenen Hilfszahlungen, namentlich an betroffene Unternehmen, unterlassen. Für die Teppichmaschinen können durch das Embargo weder Ersatzmaschinen noch Ersatzteile importiert werden, die gestiegenen Energie- und Wasserpreise schlagen sich auf die Verkaufspreise nieder, und zu allem Überfluss kommt billige Importwaren aus China, Pakistan….

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Iran, mein Friedhof


Chawaran, Massengrab der Opfer des Gefangenenmassakers von 1988

Im September 1988 wurden in iranischen Gefängnissen Tausende von politischen Gefangenen ermordet. Grundlage für den Massenmord war eine Fatwa von Ajatollah Chomeini, die wir auszugsweise übersetzt haben:
http://alischirasi.blogsport.de/2008/09/01/20-jahrestag-des-gefaengnismassakers-vom-september-1988/

So manche von den Tätern haben Rang und Namen, wie etwa Ruhollah Hosseinian:
http://alischirasi.blogsport.de/analysen/ruhollah-hosseinian/

Nur die Angehörigen tappen auch heute noch im Dunkeln.
http://alischirasi.blogsport.de/2010/02/
(Iran: Die trauernden Mütter vor dem Ewin-Gefängnis, 23. Februar 2010)

Selbst vom Massengrab Chawaran hätten die Angehörigen nie erfahren, denn der Staat hatte die Leichen nach dem Mord mit dem Bulldozer verschüttet. Hunden, die im Massengrab buddelten, war es zu verdanken, dass das geheime Massengrab bekannt wurde. Seitdem legen die Angehörigen dort ihre Blumen nieder. Dieses Jahr ist der 24. Jahrestag des Massakers, und die Täter bleiben noch immer ungestraft.
So, wie die Bestrafung von Hitler, Pol Pot und anderen Verbrecherregimen eine Aufgabe der Weltjustiz ist, wird auch die Zeit kommen, in der die Welt sich mit den Verbrechen der iranischen Islamisten auseinandersetzt und ihnen die Gelegenheit gibt, sich in einem fairen Prozess den Aussagen der Opfer und ihrer Angehörigen zu stellen.

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Iran: Ein Blick ins Frauenabteil


Der Text lautet: „Speziell für die Schwestern“ (also für die Frauen)

Das Photo wurde am Kaspischen Meer im Norden des Iran aufgenommen. Bekanntlich müssen die Frauen dort separat von den Männern baden gehen, damit man ihren Körper nicht sieht. So wollen es die Ajatollahs. Das Tuch grenzt den Teil des Strandes ab, wo die Frauen baden. Das Resultat: Ein paar Jungs stehen Schmiere (nicht auf dem Bild), um zu schauen, ob kein Pasdar kommt, und den Rest erledigt die Spitzbubenleiter.

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Iran: Nach dem Erdbeben die Landflucht?


Cheghloo

Oben sehen wir eines der aserbaidschanischen Dörfer, die zum größten Teil vom jüngsten Erdbeben im Iran zerstört wurden. Die Menschen leben jetzt in Zelten, ihre Ziegen, Schafe und sonstiges Vieh laufen frei herum, denn in einer Zeit, wo nicht einmal die Menschen Häuser haben, bleibt keine Gelegenheit, an Ställe zu denken.

Wir sehen, dass die Landschaft gebirgig ist. Noch können die Menschen in Zelten überdauern, aber was ist im Herbst, wenn der erste Schnee fällt? Spätestens dann müssen die überlebenden Erdbebenopfer ihren Heimatort verlassen. Die Tiere werden sie nicht mitnehmen können, um die Felder wird sich keiner kümmern können.

So wachsen die Großstädte und das Elend an ihren Rändern. Und so ist der Schah gestürzt.

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