Iran: Der Ajatollah der Henker

Am Mittwoch, den 17. Oktober 2012, wurden zehn Gefangene aus dem Gefängnis Qesel-Hessar in Karadsch in Einzelzellen des Trakts 240 des Ewin-Gefängnisses verlegt. Den Angehörigen wurde noch ein Abschiedsbesuch gewährt, denn alle zehn Gefangenen sollten hingerichtet werden. Die Angehörigen hatten zuvor schon um einen Termin beim obersten Religionsführer Ajatollah Chamene‘i gebeten, waren aber mit der Begründung abgewiesen worden, der Herr sei gerade in Maschhad. Nachdem das Bevorstehen der Hinrichtung klar wurde, beschlossen fünfzig der Angehörigen, vor dem Sitz des Religionsführers in Teheran einen Sitzstreik zu veranstalten. Sie forderten die Aufhebung der Todesstrafe und die Revision der Urteile.
Der Ajatollah ist auf beiden Ohren taub, die Verurteilten wurden am Montag, den 22. Oktober 2012 hingerichtet.
Ihnen wurden Drogendelikte vorgeworfen, was aber angesichts des Zustands der iranischen Justiz nichts über den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe aussagt.
Am Vortag wurden drei weitere Personen in Sahedan (Sistan und Balutschestan) hingerichtet. Es handelt sich um:
Abdolbasset Rigi, Yahya Tschari Sehi und Abdoldschalil Kahra Sehi.
Diese drei Hingerichteten sind alle Balutschen. Ihnen wurden Aktivitäten bei den Dschond-ollah (Soldaten Gottes) vorgeworfen.

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