Irans oberste 2000

Die iranische Webseite Bastab berichtete am Samstag, den 27. Oktober 2012 (6. Aban 1391) in der Sparte „Gesellschaft“ von einer neuen Entwicklung in der iranischen Gesellschaft, und zwar über Vorgänge an der Spitze. Der Autor des Artikels „Erschütternder Bericht von Bastab: In Teheran entstehen Luxus-Spielhöllen“ (Goza:resh-e teka:n dehande-ye ba:zta:b: qoma:rxa:ne-ha:ye luks dar tehra:n peyda: mi shawad) bietet einen Blick auf die Spitzen der iranischen Gesellschaft, namentlich der politischen Führung, der nur Eingeweihten zugänglich ist.
Er schreibt, dass die Spielsucht früher als Laster betrachtet wurde, das häufig in Verbindung mit Zuhältern, mit Trinksucht und mit Opium stand. Familien, deren Männer diesem Laster verfielen, reagierten meisten schnell, denn ihnen drohte der Ruin und auch der Ruf der ganzen Familie wurde ruiniert.
Die Zeiten haben sich geändert. Jungunternehmer, die die richtigen Beziehungen zu den Neureichen haben, statten heute in den reichen Vierteln im Norden Teherans möblierte Appartements und Häuser als Spiellokale aus, die mit den modernsten Möglichkeiten ausgestattet sind. In einem Land, das vom internationalen Finanzembargo, einem Devisennotstand und einem ruinierten Bankensystem heimgesucht wird, schaffen sie es, SIM-Karten mit Krediten zu belasten und auf diesem Wege Gelder in Millionenhöhe in Bruchteilen von Sekunden zu verschieben. Das Ziel ihrer modernen Einrichtungen sind die Neureichen selbst, die der Autor auf etwa 2000 schätzt, nicht viel in einer Stadt mit 12 Millionen Einwohnern. Der Autor spricht durch die Blume, aber aus seinen Worten wird deutlich, dass diese spielsüchtigen Neureichen die Kinder der Entscheidungsträger in Politik (Ministerien) und Religion (Ajatollahs) sind, und natürlich auch bei den bewaffneten Organen zu finden sind. Denn zu Recht schreibt er, dass diese Spieler eins erwarten – Sicherheit. Und die Sicherheit vor Razzien kann ihnen nur bieten, wer selbst bei den Pasdaran, bei der Polizei etc. an der Spitze steht.
Wer also die heutige Führung des Irans in die Hölle wünscht, kann sich freuen. Sie ist schon da: In den Spielhöllen.
Was das allerdings für die Wirtschaft des Landes bedeutet, in dem die Firmen der Reihe nach dicht machen, weil sie keine Kredite bekommen, kann man sich kaum ausmalen. Hier wird die Zukunft des Landes verspielt.

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