Ahwas (Iran): Behörden verweigern Aufnahme eines Gefangenen


Abolfasl Abedini

Am Donnerstag, den 15. November 2012, war der politische Gefangene Abolfasl Abedini aus dem Ewin-Gefängnis in Teheran zwangsweise nach Ahwas verlegt worden, offensichtlich als Strafe für seine Zeugenaussage im Todesfall Sattar Beheschti.
Abolfasl Abedini hatte gegenüber dem Ermittler in Teheran bestätigt, selbst die Folterspuren am Körper seines Mitgefangenen Sattar Beheschti gesehen zu haben. Er gab auch wieder, was ihm Sattar Beheschti über die erlittenen Folterungen berichtet hatte.
Als die Zwangsverlegung bekannt wurde, trat Abolfasl Abedini in den Hungerstreik, auch seine Mitgefangenen unterstützten ihn in seinem Protest.
Nun hat die Verbannung ein schnelleres ein Ende gefunden, als man es sich vorgestellt hätte.
Wie die iranische Webseite Kaleme berichtet, haben die Hafteinrichtungen der Sicherheitsorgane von Ahwas und sogar das Gefängnis von Ahwas sich geweigert, den Gefangenen bei sich aufzunehmen.
Dies wohl auf Anweisung der Staatsanwaltschaft. Schon am Freitag, den 16. November 2012, soll Abolfasl Abedini wieder ins Ewin-Gefängnis zurückverlegt und in die Karantäne-Station aufgenommen worden sein.
Diese Weigerung ist möglicherweise nicht die Folge einer beginnenden Zersetzung des Machtapparats, sondern eher einem anderen Kalkül geschuldet. Nach dem Begräbnis eines bekannten arabischen Dichters in Ahwas haben die Staatsorgane in einer Verhaftungswelle zahlreiche Intellektuelle festgenommen. Das allein hat schon viele Proteste in der Bevölkerung ausgelöst. Die Tatsache, dass Abolfasl Abedini im Hungerstreik steht, hätte sich schnell unter den Gefangenen herumgesprochen, viele Jugendliche in Ahwas hätten daraufhin zu weiteren Protestaktionen gegriffen.
Vermutlich hatten die Behörden Angst vor so einer Eskalation und haben deshalb nachgegeben.
http://www.kaleme.com/1391/08/28/klm-120541/

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