Iran: Verfolgung der Zeugen statt der Täter


Abolfasl Abedini

Der politische Gefangene Abolfasl Abedini, der im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran inhaftiert war, wurde am Donnerstag, den 15. November 2012, zwangsweise nach Ahwas verlegt. Der Grund: Nach dem Tod des Webbloggers Sattar Beheschti im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses, der anscheinend den Verletzungen erlegen war, die er bei der Folterung in der vorausgegangenen Polizeihaft erlitten hat, war Abolfasl Abedini als Mitgefangener des Toten vom Ermittler vorgeladen worden. Er hat vor dem Ermittler ausgesagt, welche Folterspuren er selbst am Körper von Sattar Beheschti gesehen hatte, was der Gefolterte ihm selbst über die erlittenen Folterungen berichtet hatte und was er über den Beschwerdebrief wusste, den der Gestorbene noch vor seinem Tod verfasst hat. Anscheinend waren die Verantwortlichen für die Ermittlungen nicht daran interessiert, die Wahrheit zu erfahren, ganz im Gegenteil. Sie veranlassten vielmehr, dass Abolfasl Abedini kurz vor einem geplanten Besuch seiner Angehörigen aus dem Ewin-Gefängnis in Teheran nach Ahwas verlegt wurde. Seine Angehörigen wurden nicht informiert. Er selbst trat aus Protest gegen die Verlegung in Hungerstreik, sobald er von der Maßnahme erfuhr. Seine Mitgefangenen verweigerten am Tag seiner Zwangsverlegung ebenfalls das Essen.
Abolfasl Abedini war im Jahr 2010 aus politischen Gründen zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

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