Iranischer Tee als Dünger


Die iranischen Provinzen Gilan und Masandaran, die am Südufer des Kaspischen Meeres liegen, sind die Hauptproduzenten für Schwarztee im Iran. Dort wird auf 34.000 Hektar (340 km2) Tee angebaut, 60.000 Familien leben davon. 2011 wurden im Iran 65.000 Tonnen Tee produziert, 2012 waren es nur noch 20.000 Tonnen. Gründe für den drastischen Rückgang gibt es mehrere:
So werden im Iran jährlich 60.000 Tonnen Tee (also fast eine normale Jahresproduktion) als Schmuggelware importiert, also über die Häfen der Pasdaran. Die Schmuggelware ist deutlich billiger als der einheimische Tee, so dass die Händler ihren Bedarf aus dieser Quelle decken. Die Teebauern bleiben deshalb auf ihrer eigenen Produktion sitzen. Hier springt nun der Staat ein: Er hat den Bauern ihre letztjährige Ernte abgekauft, aber nicht bezahlt.
Das Ergebnis: Die Bauern haben kein Geld, um in ihre Plantagen zu investieren, von den Banken bekommen sie bei der derzeitigen Krise sowieso nichts.
Wieso kauft der Staat dann den Tee? Der iranische Tee hat eine hohe Qualität, die Absicht des Staates dürfte gewesen sein, durch den Verkauf des iranischen Tees im Ausland entsprechende Deviseneinnahmen zu erzielen. Ob durch die Handelssanktionen, ob durch eigene Unfähigkeit – die Ware blieb auf Lager, und so wurden jetzt 5.000 Tonnen Tee zu Kompostdünger umgewandelt.
Wir sehen – unvernünftige Landwirtschaftspolitik gibt es nicht nur in der EU.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email