Schläge auf empfindliche Stellen des Körpers… – Teherans Staatsanwalt zum Tod eines Bloggers


Sattar Beheschti
Inzwischen gibt es auch einen Bericht des Staatsanwalts von Teheran über den Tod von Sattar Beheschti, der nach seiner Festnahme durch die iranische Cyber-Polizei an den Folgen der Folterungen durch die Polizei gestorben ist.
Der Staatsanwalt gab auf der Grundlage eines Gutachtens einer siebenköpfigen ärztlichen Kommission eine öffentliche Erklärung ab, die zwar nach wie vor das Wort „Folter“ vermeidet, aber in der Schilderung des Befunds recht weit geht: „Es gibt keinen Hinweis und keinen Zeugen für eine Erkrankung, die zum Tod (des Betroffenen) geführt hätte. Der wahrscheinlichste Grund, der zum Tod führte, könnte das Phänomen eines Schocks sein, infolge eines oder mehrerer Schläge auf empfindliche Stellen des Körpers oder infolge massiven psychischen Drucks – diese Faktoren also können der auslösende Faktor für den besagten Schock gewesen sein.“
Der Staatsanwalt zitiert im weiteren die Verletzungen, die die Ärzte am Leichnam des Gefolterten fanden: „Eine Reihe von Blutergüssen an der Schulter, am Arm und an den Beinen“, weitere „Blutergüsse am Körper und auf dem Gesäß“, sowie „Abschürfungen am linken Bein“.
Der Staatsanwalt behauptet weiter, dass einige Polizeibeamte, die für die Akte von Sattar Beheschti zuständig waren, sowie einige Wärter belehrt worden seien, dass sie als Beschuldigte eingestuft seien, und dass sie zur Vernehmung ins Gefängnis eingewiesen wurden. Namen erwähnt er keine, die rechtlichen Vorwürfe, die angeblich gegen sie erhoben werden, führt er auch nicht auf, keinen Paragraphen, keinen Tatbestand. Das ist für einen Staatsanwalt eine sehr dürftige Angabe.

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