Aschura: Von der Trauer zum Protest

Wir hatten am 3. Dezember schon darüber berichtet, dass in der iranischen Stadt Jasd dieses Jahr die zehn Trauertage bis zum Höhepunkt des Trauermonats Moharram, dem Aschura-Tag, besondere Trauerlieder gesungen wurden. Dort hieß es:
„Dies hier ist die Stadt der Toten. (=Iran)
Eine frische Stimme – verboten
die Lippen einer Knospe (=die neue Generation)– geschlossen“
Diese Trauerfeier zog Tausende von Menschen an, die mitsangen, und wie man an folgendem Video sieht, war ein beachtlicher Teil junge Menschen. Auch Frauen waren anwesend, aber die wurden aus religiösen Gründen offenkundig ausgeblendet. Wie man an der sich wiederholenden Massenveranstaltung erkennen kann, kann die Opposition gegen den Religiösen Führer und die Regierung auch unter gläubigen Menschen Massen hinter sich vereinigen, sobald nicht die Gefahr der Verhaftung besteht.
Hier der Link zum Video, unter dem auch der vollständige Text auf Persisch zu finden ist.
Und hier ein weiteres Stück aus dem Text, den der Trauerredner gesungen hat:
yek su seta:re zaxmi / yek su parande dar gur
tanha:ye morde bar xa:k / marda:n zende dar gur
ha:sha: az in taba:hi / ta: key shab va siya:hi
a:n ruze digar ku

Auf der einen Seite ein verletzter Stern / Auf der anderen Seite ein Vogel im Grab.
Nur die Toten sind auf der Erde / Die Tapferen sind lebend im Grab.
Was ist das für ein Verbrechen! / Wie lange noch Nacht und Finsternis?
Wo ist der andere Tag? (gemeint: an dem sich das ändert)

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