Wer sein Geld von den Militärs bezieht, kann kein Student sein


Dieser Student traut sich was

Im Iran ist wieder Vorwahlzeit, Mitte 2013 steht wieder eine Präsidentenwahl an. Und wie gehabt, lockert das Regime die Schrauben etwas, um den Eindruck zu erwecken, die Wähler hätten eine Freiheit der Wahl. An der Universität Teheran fand am Dienstag, den 18. Dezember 2012, eine Diskussionsrunde statt, die die Studenten-Bassidschi-Milizen organisiert hatten. Die Diskussion verlief aber anders als die Organisatoren sich das wohl gewünscht hatten.
Nachdem der Vorredner, ein Bassidschi, behauptet hatte, niemand sei wegen seiner Überzeugung im Gefängnis, ging der Folgeredner aufs Ganze.
Er erklärte, dass eine Organisation, die ihr Budget von den Militärs (hier sind auch die Pasdaran mit einbezogen) beziehe, nicht behaupten könne, sie sei eine Studentenvertretung. Die Studentenbewegung im Iran sei stets mit den anderen aktiven Gruppen verbündet gewesen, mit der Arbeiterbewegung, der Frauenbewegung, den Umweltschützern, mit allen denen, die die Gesellschaft ändern und verbessern wollten. Die Bassidschis dagegen seien nur dazu da, das bestehende Regime am Leben zu erhalten.
Er sagte weiter, dass es nicht stimme, dass niemand wegen seiner Überzeugung in Haft sei. Doktor Faribors Ra‘isdana, seines Zeichens Wirtschaftswissenschaftler, sei zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil er die jetzige Wirtschaftspolitik kritisierte. Dr. Faribors Ra‘isdana sei deshalb jetzt im Ewin-Gefängnis. Und wenn jemand Madschid Tawakkoli, einen Studentenaktivisten, dafür kritisiere, dass er versucht habe, im Tschador zu fliehen, und dies als Schande bezeichne, so könne man dazu nur anmerken: Wer das Tragen des Tschadors, das Tragen von Frauenkleidern als Schande bezeichne, sei nur einer von denen, die das System des Machismo und die Vorherrschaft der Männer am Leben erhalten wolle. Der Redner bekam heftigen Beifall, natürlich ausgenommen jene, die wohl Bassidschis sind.
Es ist nicht auszuschließen, dass der Redner später verhaftet wird.

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