Archiv für Januar 2013

Brief von Faeseh Rafsandjani an Ali Laridjani, den Leiter des iranischen Parlaments

Anfang Januar 2013 hat eine Delegation von Abgeordneten des iranischen Parlaments das Evingefängnis in Teheran besucht. Das geschah auf Veranlassung einer Gruppe inhaftierter Frauen, die im Sommer 2012 einen entsprechenden Antrag auf Besuch einer Delegation gestellt hatten. Nachdem die Abgeordneten das Gefängnis verlassen hatten, behaupteten sie in einem Interview mit den Medien und einem Vortrag vor dem Parlament, dass sie nichts zu beanstanden gehabt hätten. Die Frauen hätten sich nicht beschwert über schlechte Behandlung, das Essen sei sehr gut; im Gegenteil, eigentlich sei Evin wie ein Hotel.
Faeseh Rafsandjani, die auch im Evingefängnis einsitzt und die Tochter ist von Ayatollah Rafsandjani, dem ehemaligen iranischen Präsidenten, hat einen öffentlichen Brief an Ali Laridjani, den Leiter des Parlaments geschrieben und gesagt: „ Alles, was die Parlamentarier berichtet haben, ist gelogen . Die Delegation hat in den Medien und im Parlament nichts über die Probleme gesagt, die wir Frauen im Gefängnis haben. Zum Beispiel haben wir uns darüber beschwert, dass überall im Gefängnis Kameras angebracht sind, um uns zu kontrollieren – in den Zellen, den Fluren, im Hof – überall. Was uns aber besonders empört ist die Tatsache, dass sogar im Bad Kameras angebracht sind und damit unsere Intimsphäre grob verletzt wird, was uns alle hoch empört. Das wurde mit keinem Wort erwähnt. Die Delegierten haben das Essen gelobt. Wahrheit ist, dass wir in der Frauenabteilung das Essen nicht aus der Gefängnisküche bekommen, sondern wir kochen es selber“.

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Foto vom letzten Freitagsgebet in Teheran


Freitagsgebet am 25.01.2013 an der Universiät Teheran

Was man hier sieht, ist eine Aufnahme einer Szene während des Freitagsgebets an der Universität Teheran. Auffallend ist einmal die Zusammensetzung aus einer jungen und einer älteren Generation von Männern. Sie unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihres Auftretens und ihrer Reaktionen. Während die Erwachsenen und alten Männer bei den Parolen gegen die Feinde des Irans (die Reformisten im Land sowie die Länder USA und Israel) mitschreien und die Fäuste schwingen, sitzen die Jugendlichen unbeteiligt daneben und schauen höchstens verwundert oder belustigt zu den Älteren herüber.

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Appell gegen Hinrichtung fünf iranischer Oppositioneller

Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, appellierte am Dienstag an den Iran, die bevorstehenden Hinrichtungen von fünf Mitgliedern der arabischen Minderheit im Iran zu stoppen.

Catherine Ashton äußerte ihre Sorge darüber, dass die fünf Männer keine fairen Gerichtsverhandlungen bekommen hatten und dass die Geständnisse mit Gewalt erpresst worden wären. Sie verlangte, dass die Strafen dieser Männer umgewandelt werden.

Den Männern werden Gewaltvergehen mit Waffen sowie Straftaten gegen die Nationale Sicherheit vorgeworfen. Tatsächlich sind die meisten dieser angeklagten Männer akademisch gebildet und Gymnasiallehrer, ihre politischen Aktivitäten hatten kulturellen und friedlichen Charakter.

Anmerkung: Die Öl-Region, Chusestan, Südiran, aus der diese Männer stammen, ist von Armut geprägt und die Unzufriedenheit der Bevölkerung ist groß (Vgl. „Wir haben Erfahrung…“). Aufkommende Proteste und Widerstand versucht die iranische Regierung mit drakonischen Strafen zu unterdrücken.

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Islamische Wirtschaft im Iran


Schlangestehen im Sommer, um Hühnerfleisch zu kaufen – die Männer


Schlangestehen im Sommer, um Hühnerfleisch zu kaufen – die Frauen


Schlangestehen im Winter, um Reis zu kaufen – die Frauen


Schlangestehen im Winter, um Reis zu kaufen – die Männer

Wie man sieht, hat der Iran die volle Gleichberechtigung für Mann und Frau verwirklicht,
zumindest beim Schlangestehen.

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Iran: Arbeiter melden Demo an

Vor einigen Wochen waren Arbeitervertreter aus verschiedenen iranischen Städten mit einer von 30.000 Arbeitern unterschriebenen Petition beim iranischen Parlament in Teheran vorstellig geworden und forderten, dass sich das Problem mit ihren Problemen befasse. Zugleich begannen sie einen Sitzstreik. Das Parlament versprach, etwas zu tun, geschehen ist natürlich nichts. Deswegen haben die Arbeiter angekündigt, am 28. Bahman (im Februar) eine Kundgebung in der Freiheitsstraße in Teheran abhalten zu wollen, vor dem Arbeitsministerium. Nach der iranischen Verfassung haben sie ein Recht auf unbewaffnete Versammlungen, was nicht heißt, dass der Staat sie gewähren lässt.
Ganz anders sieht es aus, wenn der Staat den Volkszorn auf andere umlenken kann. Es geht um das iranisch-südkoreanische Gemeinschaftsunternehmen „Goruh-e san‘ati-ye entexab“ (Industriegruppe Wahl). Der südkoreanische Partner hat angesichts der katastrophalen Lage im Iran einen Teil des Vermögens eingefroren, um sich vor Verlusten zu schützen. Nun hat die iranische Regierung den 1500 Arbeitern dieser Gruppe nicht nur erlaubt, vor der südkoreanischen Botschaft in Teheran zu demonstrieren, die Polizei stellte ihnen sogar Lautsprecher bereit.

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Iranische Wirtschaft: Chronik eines angekündigten Todes

Wenn die Rede auf den Niedergang der iranischen Wirtschaft kommt, sind die iranischen Machthaber schnell mit Erklärungen zur Hand:
Es sind die arroganten Mächte des Auslands, die den Iran mit ihren Sanktionen in die Knie zwingen wollen, es sind die 300 Reichsten des Landes, die alle Devisen in die eigene Tasche stecken, nur eine Erklärung hört man nicht.
Es ist die Islamische Wirtschaft, die das Land in den Ruin treibt. Und das längst vor der Verhängung der UN-Sanktionen.

Islamische Wirtschaft – Bauern und Händler
Nach einer verbreiteten Auffassung der iranischen Geistlichkeit genügt es, wenn ein Land eine funktionierende Landwirtschaft und einen funktionierenden Handel besitzt. Der Handel wird über den Basar abgewickelt. Deswegen gehörten die Basarhändler von Anfang an zu den Unterstützern und Financiers der Islamischen Revolution, denn die industrielle Revolution, die der Schah eingeleitet hatte, drohte, die Macht des Basars zu beschneiden.
Die Revolution siegte, viele Firmen wurden religiösen Stiftungen übertragen oder teilweise enteignet, so dass die ursprünglichen Eigentümer weniger als 50% des Kapitals in der Hand behielten, der Rest ging an den Staat.
Was dann passierte, zeigen drei Beispiele:

Novaform, Fabrik für Straßenlampen
Die Fabrik wurde in den 1960-er Jahren von iranischen Ingenieuren unter britischer Beteiligung gegründet. Rabi‘i, einer der Ingenieure, war mit der Schwester des Schahs Aschraf Pahlawi befreundet. Auf einer Fläche von 3000 m2 wurden diverse Neonröhren, Glühbirnen, Projektoren etc. hergestellt, die Fläche der Fabrik wurde später erweitert. Die Firma hatte ca. 200 Angestellte. Nach der Revolution gingen 51% des Firmenvermögens an den Staat über, den Rest behielten die bisherigen Eigentümer. Die Angestelltenzahl stieg auf 300. Anfang 2000 wurde die Firma an einen 26-Jährigen zu einem lächerlichen Preis übertragen, der der „Stiftung der Entrechteten“ (Bonjad-e Mostas‘afin) nahestand. Der neue Eigentümer entließ die Angestellten der Reihe nach, bis nur noch 15 übrig blieben. Dann verkaufte er die Grundstücke der Firma und machte mit dem Immobiliengeschäft seine Gewinne, Neonröhren etc. werden nunmehr von der Firma nur noch importiert.

Parsilun, Fabrik für Nylonfäden
1979, kurz vor der Revolution, wurde in Chorramabad die Fabrik Parsilun eröffnet, die Nylon-Fäden produzierte. Zu Beginn beschäftigte die Fabrik 2500 Arbeiter, die Zahl stieg später auf 4000 Arbeiter an. Im Jahr 2003 wurde diese Firma an zwei Personen verkauft, die den Kaufpreis damit beglichen, dass sie bei der Bank einen Kredit aufnahmen. Die beiden Käufer waren Vertrauensleute von Asgarouladi, einem der einflussreichsten Vertreter des iranischen Basars. Die Käufer entließen nach und nach alle Arbeiter und machten ebenfalls wieder die Grundstücke des Unternehmens zu Geld. Statt die Nylon-Fäden selbst zu produzieren, importieren sie diese jetzt aus dem Ausland.

Die Industriezone Parand
Die Industriezone Parand wurde 30 km südlich von Teheran gegründet. Von den 250 ursprünglich aktiven Firmen sind noch 150 übrig geblieben, die nur noch zu 20-30 Prozent ihrer Kapazität arbeiten. Ein Unternehmer dieser Industriezone beklagt sich, dass der Staat nur immer Unterstützung verspricht, aber nichts einhält. Die Leidtragenden seien die Unternehmer genauso wie die Arbeitnehmer. Er meint: „Ich habe mehrere Milliarden Tuman ausgegeben, ich kann jetzt nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Wenn der Staat doch wenigstens etwas Geld gäbe, damit ich mir ein Grab kaufen könnte, dann hätte ich endlich meine Ruhe.“

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Wahlkampf im Iran


Wer redet vom Untergang der Titanic?

Wir reden vom Untergang des Eisbergs!

Wahlkampf im Iran: 19 Journalisten festgenommen
In fünf Monaten sind im Iran wieder Präsidentschaftswahlen. Die Regierung bereitet sich darauf vor. Sie hat in den letzten Tagen mindestens 19 Journalisten festgenommen, die in Kürze vor dem Revolutionstribunal in Teheran stehen werden. Gegen mehrere Zeitungsredaktionen im Iran wurden Razzien durchgeführt und die Computer beschlagnahmt. Betroffen sind davon die Zeitungen „Bahar“, „Sharq“, „E‘temad“ und „Arman“ („Frühling“, „Osten“, „Vertrauen“, „Wunsch“), sowie die Zeitschrift „Asman“ („Himmel“).

Freie Wahlen

Zuvor hatten verschiedene iranische Politiker und Geistliche die Forderung nach „Freien Wahlen“ in die Öffentlichkeit getragen. Die vorigen Präsidentschaftskandidaten Mirhossein Mussawi und Karubi, die noch immer unter Hausarrest stehen, ebenso wie Ajatollah Rafsandschani. Auch der Ex-Präsident Chatami forderte öffentlich „Freie Wahlen“. Bei den genannten Personen darf man freilich nicht vergessen, was „Freie Wahlen“ für sie bedeutet: Kandidieren sollen die, die das System der Islamischen Republik akzeptieren, alle anderen haben bei den Wahlen nichts zu suchen.
Man sollte meinen, das sei eine bescheidene Forderung. Und angesichts so prominenter Unterstützung gab es auch genügend iranische Zeitungen, die der selben Forderung eine Tribüne bildeten.

Wer von „Freien Wahlen“ redet, gießt Wasser auf die Mühlen der Feinde

Dem hat der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i nun ein Ende gesetzt. Vor zwei Wochen erklärte er, wer von „Freien Wahlen“ rede, rede nur den Feinden nach dem Mund. Was das denn solle? Seit 33 Jahren bestehe die Islamische Republik, und es habe immer freie Wahlen gegeben. Wer jetzt von „Freien Wahlen“ rede, unterstelle das Gegenteil und stehe auf der Seite der Feinde. Prompt nahmen sämtliche Freitagsprediger im Iran das Stichwort auf und geißelten diejenigen, die „Freie Wahlen“ forderten. Und auch der Vertreter Ajatollah Chamene‘is bei den Revolutionswächtern erklärte: Die Wahlen werden natürlich frei sein, die Revolutionswächter selbst werden die Ingenieure freier Wahlen sein. Und zur Sicherheit haben die Revolutionswächter schon die künftigen Kandidaten – die noch gar nicht öffentlich bekannt sind, vorgeladen und mit ihnen besprochen, wie die künftigen Wahlen abzulaufen haben.

Die Ingenieure der „Freien Wahlen“
2009 haben die Revolutionswächter und Bassidschis ihre technischen Fähigkeiten als Wahlingenieure unter Beweis gestellt. Sie haben die Mühlen der Revolution wieder zum Laufen gebracht, nicht mit Wasser, sondern mit Blut.


Journalisten suchen Ajatollah Rafsandschani auf

Journalisten zur Audienz bei Ajatollah Rafsandschani
Angesichts dieser finsteren Aussichten hat eine große Delegation von iranischen Journalisten Ajatollah Rafsandschani aufgesucht, um bei ihm Rat zu finden, wie man weiter vorgehen solle. Rafsandschani betonte, dass er sich immer daran orientiere, die Probleme auf der Ebene des Religiösen Führers zu lösen, versäumte aber nicht darauf hinzuweisen, dass die Aufforderungen Ajatollah Chamene‘is, sich zu einen und füreinander Verständnis zu haben, ins Leere gegangen seien.
So präsentiert er sich einerseits als Mann, der auf das Wort des Führers hört, gleichzeitig aber das Gewicht dieser Worte untergräbt, weil sie fern der Realität sind.

Sie zerreißen sich gegenseitig
So merkte Rafsandschani vor den versammelten Journalisten an, dass nicht Einigkeit an der Tagesordnung sei, sondern die verschiedenen Fraktionen der Machthaber sich derzeit gegenseitig zerreißen.
Zugleich hielt sich Rafsandschani aber auch an die neuen Redevorschriften. Das Wort „Freie Wahlen“ kam nicht mehr über seinen Mund, er wünschte sich vielmehr „lebhafte Wahlen“, auf denen Menschen „verschiedener Geschmacksrichtungen“ vertreten seien, also nicht nur die Fundamentalisten. Auch hier wieder: Scheinbar kommt er der Aufforderung des Religiösen Führers nach, gleichzeitig beharrt er aber wieder darauf, dass auch für die Reformisten Freiraum bei den Wahlen bestehen müsse.

Der Eisberg Iran
Chatami kleidete seine Befürchtungen angesichts der sturen Haltung des Religiösen Führers in folgendes Bild:
Der Iran gleicht einem stolzen Eisberg mitten im Ozean, aber ich habe Angst, dass er sich bald in diesem Ozean auflöst.

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„Hotel Ewin-Gefängnis“, Iran

Ein Journalist der iranischen Nachrichtenagentur Baztab hat einen Abgeordneten des iranischen Parlaments scharf für dessen Äußerungen zu den Haftbedingungen im Ewin-Gefängnis, Teheran, kritisiert.

Der Abgeordnete(ssafar Naimi) gab zum Besten, dass er vor wenigen Tagen als Mitglied einer vierköpfigen Delegation das Ewin-Gefängnis besucht habe. Die dort festgestellten Haftbedingungen beschrieb er als überaus rosig: jeder hätte sein eigenes Bett, das Essen sei besser als zu Hause. Kurzum, es sei wie im Hotel.

Der Journalist widerspricht dem. Keinesfalls gäbe es für jeden Inhaftierten ein Bett. Vielmehr wisse er von zahlreichen Einzelzellen, in denen es keine Betten gäbe und auch kein richtiges Essen. Der Abgeordnete rede von einem Hotel, aber selbst würde er es keine halbe Stunde als Gefangener in diesem Hotel aushalten. Solche Äußerungen würden den Ruf des Parlaments beschädigen und die Menschen würden ihn auslachen.

Ausserdem habe der Abgeordnete sich selbst widersprochen: anfangs behauptete er, dass er Monafegh (meint Volksmujahedin, Linke oder Anhänger von der Grünen Bewegung), Sunniten und Bahai besucht habe, um dann am Ende seiner Rede zu behaupten, dass im Ewin-Gefängnis niemand aus politischen oder religiösen Gründen einsäße.

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Iranische Regierug installiert Miliz-Modell in Syrien

Rami Abdulrahman, Direktor eine Menschenrechtsgruppe in Syrien, beschreibt ein neues militärisches Modell, das seine Vorlage in den Bassidschi des Irans hat.

Das „Militär zur Verteidigung der syrischen Nation“ beruht auf einem Konzept der halbzivilen, halb militärischen Organisation von bewaffneten Gruppen, die auf der Seite von Assad kämpfen. Nach jahrelangen Ausbildungen von Regimeanhängern tauchen sie nun in vielen Städten in Syrien auf. Sie tragen Zivilkleider und sind vom syrischen Regime bewaffnet.

Nicht nur die Idee stammt aus dem Iran sondern auch die Ausbildung und die Finanzierung. Iranische Ausbilder sind nach Syrien gekommen und haben das „Militär zur Verteidigung der syrischen Nation“ trainiert.

Anmerkung:

Der Iran hat über 33 Jahre Erfahrung in dieser Form der Organisation von bewaffneten Sicherheitskräften. Ähnlich wie die Bassidschi im Iran sind diese Militärs darauf spezialisiert, Aufstände und Oppositionsbewegeungen niederzuschlagen oder eine Stadtguerilla zu bekämpfen.

Noch vor wenigen Tagen hatte der Leiter der Revolutionsgarden Aziz Dschafari verlautbart, dass Syrien in der ersten Reihe der Front gegen ihre (Irans) Feinde stünde, an nächster Stelle käme der Irak und erst dann der Iran. Man müsse sich sowohl finanziell als auch militärisch schon in Syrien engagieren.

Aus diesem Grund hat der Iran Syrien unterstützt, und dies seit den ersten Tagen des Widerstands in Syrien. Nicht nur mit Pasdaran sondern auch mit Bassidschi und Soldaten. Dies konnte der Iran nicht in aller Öffentlichkeit durchführen, weswegen oft als Pilgerfahrten getarnte Busse die Grenze überquerten. Als diese Praxis in der syrischen Bevölkerng immer bekannter wurde, kam es immer öfter zu Attacken gegen diese Reisebusse durch syrische Rebellen. Auch die 48 von der Freien Syrischen Armee gekidnappten iranischen „Pilger“ waren in Wirklichkeit hochrangige Militärs, Bassidschi und Soldaten.

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Verschwendung von natürlichem Erdgas in Koohdasht, Iran

Die folgenden Bilder zeigen brennende Gasvorkommen in Koohdasht, die keiner sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

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Das Gesetz des islamischen Dschungels

Im Iran häufen sich die Fälle, dass Bürger überfallen werden, die gerade von der Bank Geld abgehoben haben, dass Goldschmiede oder Basarhändler Opfer von Raubüberfällen werden.
Es gibt Täter, die Pasdaran-Ausweise vorzeigen und behaupten, eine Sitten-Kontrolle durchzuführen, um von „unislamisch“ gekleideten Frauen Geld einzutreiben, nicht für die Staatskasse, sondern in die eigene Tasche.
Es gibt Täter, die mit dem Motorrad auf ihre Opfer zufahren, ein langes Messer griffbereit, um das Opfer um seine Habe zu erleichtern.
Nichts Islamisches, Kriminalität wie überall, mag man meinen.
Aber es gibt einen Unterschied.

Über dem Recht
Systeme, die ihren bewaffneten Organen zum Machterhalt Straflosigkeit einräumen, stehen dann vor einem Problem, wenn sie zugleich moralische Ansprüche erheben, wie zum Beispiel die Islamische Republik Iran. So will sie eine Gesellschaft errichten, die auf der Basis irgendwelcher „islamischen“ Regeln funktioniert, gleichzeitig räumt sie aber ihren Funktionären das Recht ein, sich zur Durchsetzung dieser Regeln über alle Gesetze hinwegzusetzen.
Wenn Mord und Überfall schlecht sind, wieso sind sie dann gut, wenn jemand als Bassidschi oder Pasdar „unislamisch“ gekleidete Frauen überfällt und misshandelt?
Wie will ein System, in dem jeder Scharia-Richter sich selbst Gesetz ist, sicherstellen, dass für alle die gleichen Regeln gelten?
In der iranischen Praxis hat das dazu geführt, dass Pasdaran, die mit der Waffe in der Hand auch ihr privates Einkommen aufbessern, sich nicht vor dem Gesetz fürchten müssen. Denn die Bürger trauen sich nicht, gegen sie zu klagen, weil die Bürger wissen, dass die Rache der Täter stärker ist als irgendein fiktiver staatlicher Schutz. Welche Organe sollen die Bürger denn schützen, wenn die Täter selbst aus dem Staatsapparat kommen.
Selbst die iranische Polizei greift nur ungern ein, wenn sie bemerkt, dass der Täter aus dem Kreis der Pasdaran kommt. Zu oft haben sie erlebt, dass die festgenommene Person später von der Justiz freigelassen wird oder schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Gefängnis entlassen wird. Und dann müssen die Polizisten selbst mit der Rache der Pasdaran rechnen.
Wie schon gesagt, das Alles wäre kein Problem, wenn das Regime keine moralischen Ansprüche hätte. Aber da es ständig von islamischem Recht predigt, kann es sich nicht leisten, dass sich unter der Bevölkerung ein Gefühl der Rechtlosigkeit breit macht.
Das Problem der Straflosigkeit der Staatsorgane kann es nicht lösen, denn wenn der Iran ein Rechtsstaat wäre, wäre es mit der Macht der Ajatollahs und der Pasdaran zu Ende.

Mit Galgen und Peitschenhieben
Also beginnt wieder einmal eine öffentliche Kampagne der Auspeitschungen und Hinrichtungen.


Öffentliche Auspeitschungen auf der Straße in Sabsewar

Wenn man schon nicht einige offenkundige Ursachen der Kriminalität angehen will, ist es doch gut, den Schein von Aktivität zu erwecken. Das wissen US-Gouverneure, die Todesurteile am Fließband unterschreiben, um sich den Ruf eines harten Kämpfers gegen die Kriminalität unter der Bevölkerung zu erwerben, dass wissen Innenpolitiker in Europa, wenn sie gegen die Asylanten und Schlepper wettern, wenn sie Flüchtlinge und Fluchthelfer kriminalisieren, statt die Fragen anzusprechen, die hinter diesen Erscheinungen stehen.
Es ist nicht nötig, nach Lösungen zu suchen, es genügt, hart aufzutreten und dabei die Medien auf seine Seite zu ziehen. Im Falle des Irans bedeutet das, zu zeigen, dass man mit harter Hand gegen die Gewalttäter vorgeht. Auspeitschungen in der Öffentlichkeit in der Stadt Sabsewar, Hinrichtungen im Stadion von Sabsewar und im Künstlerpark von Teheran sind die Antwort der Machthaber auf die steigende Kriminalität.


Hinrichtungen im Stadion von Sabsewar

Und wie üblich, trifft es in der Regel nicht diejenigen, die schon bisher Straflosigkeit genossen. Einer der in den letzten Tagen Hingerichteten war ein junger Mann, der mit Raub versuchte, das Geld für die Behandlung seiner kranken Mutter aufzutreiben. Man kann davon ausgehen, dass er kein Pasdar war.
Den Widerspruch kann die Regierung nicht lösen, sie will sich über die eigenen Gesetze hinwegsetzen, folglich kann sie die eigenen Leute nicht bestrafen, weil sie sich über die Gesetze hinweggesetzt haben.
Also wird die Bevölkerung weiterhin mit einem Ausufern von Raubüberfällen konfrontiert sein, zumal der massive Niedergang der Industrie und Landwirtschaft die junge Generation jeder Aussicht auf einen Arbeitsplatz beraubt.

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Iran: Polizeieinsatz gegen Derwische

Die Gonabadi-Derwische haben in Schahrekord einen Versammlungsort. Die iranische Regierung versucht schon seit längerem im ganzen Land, die Versammlungsorte dieser Derwische zu schließen, weil diese nicht auf ihrer Seite stehen. Dazu ist jeder Vorwand willkommen. So behaupteten die Behörden in Schahrekord, der Versammlungsort liege in einem Wohngebiet und sei illegal. Die Derwische bestreiten dies und erklären, dass dieser Versammlungsort mit amtlicher Erlaubnis eingerichet wurde. Da aber an der Absicht der Regierung, den Ort zu schließen und das Gebäude abzureißen, kein Zweifel bestand, riefen die Derwische – Männer und Frauen – ihre Glaubensbrüder aus der Region herbei. Als dann die Polizei anrückte, um den Ort zu räumen und das Gebäude zu zerstören, waren laut Berichten 3000 bis 4000 Derwische anwesend, die der Polizei Widerstand leisteten, wie auch in beiligendem Film zu sehen ist. Die weiß gekleidete Frau ist ebenfalls Derwischin. Der Polizei gelang es zwar nicht, den Ort zu räumen und das Haus zu zerstören, später nahm sie aber dreißig Protestierende fest.

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Bandar-Abbas (Iran): Verhaftungen in den Raffinerien

Die Erdölraffinerien im Iran sind militarisierte Betriebe die unter der Kontrolle der Pasdaran stehen. Der Erdölminister selbst ist ebenfalls ein Pasdar (Revolutionswächter). Kürzlich wurden in der Erdölraffinerie von Bandar-Abbas drei Angestellte verhaftet, die die Forderungen der Arbeitenden vertraten. Sie wurden in Haft körperlich und seelisch gefoltert. Ihnen wird vorgeworfen, den „religiösen Führer beleidigt“ und „gegen die Sicherheit des Landes verstoßen“ zu haben. Sie sollen demnächst vor Gericht gestellt werden. Jetzt haben ihre Kollegen davor gewarnt, dass sie streiken werden, wenn die drei nicht freigelassen werden.

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Iran: 1 Milliarde Dollar für Baschar al-Assad

Der syrische Premierminister Wa‘el Nader Al-Halqi ist vergangene Woche zu einem offiziellen Besuch in Teheran eingetroffen. Im Rahmen des Besuchs wurde vereinbart, dass die iranische Exportbank „Bank-e Saderat-e Iran“, die in der Hand der iranischen Revolutionswächter ist, der syrischen Handelsbank einen Kredit von einer Milliarde Dollar gewährt.
Angesichts der Finanzkrise im Iran und speziell des Devisenmangels im Iran ist das eine beachtliche Leistung, die einmal mehr zeigt, dass das Überleben des syrischen Regimes aus der Sicht der iranischen Machthaber auch für ihr Überleben entscheidend ist.

Ajatollah Chamene‘i, ein alter Fan von Chris Roberts

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Iran-Balutschestan: Auf der Flucht erschossen

In der vergangenen Woche wurde ein junger Balutsche von den iranischen „Sicherheits“organen auf der Flucht erschossen. Wie viele andere Bewohner von Balutschestan musste er sich mangels Arbeitsplätzen mit dem Schmuggel von Diesel in Benzinkanistern über die Grenze nach Pakistan ernähren. Als er entdeckt wurde und flüchten wollte, erschossen ihn die iranischen Staatsorgane von hinten.
Moulana Abd ol-Hamid, der sunnitische Freitagsimam von Sahedan hat diesen Vorfall nun öffentlich kritisiert. Er sagte, er wolle niemanden dazu auffordern zu schmuggeln, aber die Regierung solle der Bevölkerung doch zeigen, auf welchem Wege sie legal ihr Brot verdienen könne. Er drückte sein Bedauern darüber aus, dass ein Menschenleben im Iran so wenig wert ist Und dann zog er einen interessanten Vergleich. Israel, das in der iranischen Staatspropaganda stets die Verkörperung des Bösen darstellt, sei bereit, für die Freilassung eines einzigen israelischen Soldaten tauschend palästinensische Gefangene freizulassen. Das zeige, wieviel das Leben eines Israelis der israelischen Regierung wert sei. Im Iran dagegen sei ein Menschenleben so wenig wert, dass man einen Menschen wegen ein paar Kanistern Öl erschieße.

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